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Die Deutsch-Norwegische Energiepartnerschaft

Norwegen ist Deutschlands zweitgrößter Energielieferant. Deutsche Energiekonzerne gehören zu den wichtigsten Einzelkunden des Landes. Zentrales Projekt der Energiepartnerschaft ist die Einrichtung von deutsch-norwegischen Partnerlehrstühlen in den Bereichen Energie und Umwelt. Am 22. Oktober 2010 fand in Bonn der zweite Workshop der deutsch-norwegischen Energiepartnerschaft statt.

Die Deutsch-norwegischen Energiebeziehungen in Zahlen

Norwegen hatte 2008 einen Anteil von 21,9 Prozent an den deutschen Importen von Erdöl und Erdgas (1. Russland mit 32,5 Prozent, 3. Großbritannien mit 9,8 Prozent).

Deutschland ist viertgrößter Abnehmer norwegischen Rohöls (nach Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich), das bislang nur in Länder der EU exportiert wird. Der größte Anteil des Naturgasexports geht nach Großbritannien, an zweiter Stelle bereits Deutschland.

Angesichts des steigenden Energiebedarfs und dem nahenden Ende der britischen Öl- und Gasvorkommen wird sich die Konkurrenzsituation für Energieabnehmer in Norwegen verschärfen. Die internationalen Energieunternehmen sind daher an langfristigen Verträgen interessiert und pflegen ihre Geschäftsbeziehungen intensiv. Die sicheren Rahmenbedingungen lassen es aber auch zu, dass sich kleinere Energieversorger, auf der Suche nach Möglichkeiten die großen Regionalmonopolisten zu umgehen, in Norwegen engagieren.

Der deutsch-norwegischen Partnerlehrstuhl als zentrales Projekt der Energiepartnerschaft

Die deutsch-norwegische Energiepartnerschaft geht auf die Initiative derAußenminister Steinmeier und Støre aus dem Jahr 2006 zurück. 

Zentrales Projekt der Partnerschaft ist die Einrichtung eines deutsch-norwegischen Lehrstuhls unter der Schirmherrschaft der beiden Außenminister.

Die Idee wurde bereits 2006 entwickelt und in Gesprächen zwischen der Technischen Universität Clausthal und der Universität Stavanger konkretisiert. Als Sponsoren konnten auf deutscher Seite EWE und auf norwegischer Seite Lyse Energi gewonnen werden, so dass der Betrieb des Partnerlehrstuhls für mindestens fünf Jahre gesichert ist.

Am 18. Juni fiel in Stavanger unter der Schirmherrschaft der beiden Außenminister der Startschuss für den Partnerlehrstuhl.

Der deutsche und der norwegische Partnerlehrstuhl werden eng in der Energieforschung zusammenarbeiten und sich mit sechs Themenfeldern beschäftigen:

  1. Nutzung des geologischen Untergrunds (Öl- und Gasexploration, -produktion und –speicherung, Geothermie, CO2-Speicherstätten)
  2. Dezentrale Stromerzeugung auf Basis von Erneuerbaren Energien
  3. Saubere-Kohle-Technologien (effiziente Abtrennung und Speicherung von CO2)
  4. Energiespeicherung,
  5. Verteilungsnetze
  6. Energieeffizienz

Öl und Gas haben Norwegen wohlhabend gemacht

Norwegen besitzt etwa 50 Prozent der west-europäischen Öl- und Gasreserven. Die norwegische Förderung entspricht ca. 3,1 Prozent der Welterdgasförderung und 3,8 Prozent der Welterdölförderung. Norwegen ist heute der fünftgrößte Ölexporteur und der drittgrößte Gasexporteur der Welt und somit ein international bedeutender Akteur im Energiebereich.

Im Gegensatz zu vielen anderen Energieproduzenten ist es Norwegen gelungen, Öl und Gas politisch verantwortlich zu managen. Die Einkommen sind hoch, die Infrastruktur in einem guten Zustand, der Staat ist schuldenfrei und erzielt regelmäßig einen Haushaltsüberschuss. Ein großer Teil der Öl- und Gaseinnahmen wird seit 1998 inflationsneutral weltweit mittels des sogenannten Ölfonds (seit 2006 Pensionsfonds Ausland) zu fast gleichen Teilen
in Aktien und Anleihen investiert.

Norwegen verbraucht nur einen geringen Teil seiner fossilen Brennstoffe selbst und setzt auf die saubere Wasserkraft als wichtigsten Primärenergieträger vor Öl. Die Stromproduktion in Norwegen erfolgt zu knapp 99 Prozent durch Wasserkraft. Die Regierung hat eine neue Initiative zum Ausbau von Bioenergie gestartet. Kernkraftwerke gibt es keine, auch Kohle spielt nur eine untergeordnete Rolle.


Stand 30.11.2010

Longyearbyen auf Spitzbergen

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