Hauptinhalt

Afghanistan

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Dezember 2013

Schulwesen

Seit Ende der Talibanzeit nimmt die Schülerzahl an afghanischen Schulen stetig zu. Mädchen machen mittlerweile über ein Drittel der über sieben Millionen Schulkinder aus. Nach Englisch gehört Deutsch zu den beliebtesten Fremdsprachen im Land, was auch dem starken Engagement der Bundesregierung und der deutschen Kulturmittler zu verdanken ist. Die deutsche Zentralstelle für das Auslandsschulwesen entsendet sieben deutsche Auslandsdienstlehrkräfte an drei von Deutschland geförderte afghanische Schulen in Kabul, welches neben dem breit gefächerten Engagement des Goethe-Instituts im Bereich Deutsch als Fremdsprache eine solide Basis für eine positive Entwicklung im afghanischen Schulwesen bildet – nicht nur für den Deutschunterricht. Neben der inhaltlichen Arbeit unterstützt Deutschland das afghanische Schulwesen auch strukturell. So wurden seit dem Neubeginn des deutschen Engagements in Afghanistan über 2.000 Schulen mit deutschen Geldern neu, beziehungsweise wieder aufgebaut.

Hochschulwesen

Die Erfolge des landesweiten akademischen Wiederaufbaus und der Kooperation zwischen deutschen und afghanischen Hochschulen zeigt sich in Kabul am deutlichsten. Dort gibt es die Universität Kabul mit mehr als 10.000 Studenten, die Technische Universität, die Pädagogische Hochschule und mehrere private Universitäten. Von den weiteren Universitäten im Lande, deren Größe stark variiert, sind die Universitäten in Herat und in Balkh hervorzuheben. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) betreut mit Bundesmitteln zahlreiche Fachkoordinationen zwischen afghanischen und mehreren deutschen Universitäten und intensiviert Master- und PhD-Programme auf einem breiten akademischen Feld.

Kulturerhalt

Nach vielfältigen Projekten während der vergangenen Jahre mit Konzentration zunächst auf die Hauptstadt Kabul und Herat als größte Stadt West-Afghanistans, wurde die Aufmerksamkeit mit Balkh auf weitere urbane Zentren Afghanistans gelenkt. Die historische Stadt wenige Kilometer von Mazar-e-Sharif, der größten Stadt Nord-Afghanistans entfernt, ist seit der Antike ein wichtiger Handelsknotenpunkt gewesen. Dementsprechend gibt es neben herausragenden Kulturdenkmälern, wie dem Khwaja Parsa-Schrein und der ihn umgebenden Parkanlage, eine Vielzahl historischer Monumente, die nur wenig erforscht sind.

Nach wie vor engagiert sich Deutschland bei der Sicherung der von den Taliban zerstörten Buddhas von Bamiyan (in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Rat für Denkmalpflege).

Im Jahr 2013 ist Ghazni die von der UNESCO ausgewählte kulturelle Hauptstadt der islamischen Welt. Gegründet vor etwa 2.600 Jahren verfügt Ghazni mit seiner persischen, buddhistischen und islamischen Vergangenheit über eine Vielzahl erhaltener historischer Gebäude und Stadtstrukturen. Der Sicherung der Stadtmauer Ghaznis wird im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts seit 2011 Rechnung getragen.

Medienlandschaft

Seit einigen Jahren entwickelt sich die Medienlandschaft in Afghanistan zu einem äußerst vielfältigen Wirtschaftszweig. Auf dem Land ist das Radio noch das Medium mit der weitesten Verbreitung. In den Städten erfreuen sich die meist privat geführten Fernsehsender großer Beliebtheit. Die Nachrichtenberichterstattung ist gegenüber der afghanischen Regierung vielfach kritisch. Viele Machthaber aus den Provinzen haben ihre eigenen Medienanstalten gegründet, teilweise aus kommerziellen Motiven, teilweise aber auch um ihre Macht zu erhalten bzw. auszubauen.

Kulturelles Leben

Zumindest in großen Städten wie Kabul gedeiht auch das kulturelle Leben wieder obgleich die kulturelle Infrastruktur noch sehr ausbaufähig ist. Viele Menschen zeigen ein Interesse an afghanischer Kunst, Musik und Filmen. Einer der Preisträger des bekannten US-Filmfestivals „Sundance“ war im Jahr 2009 der afghanische Dokumentarfilm „Afghan Star“. Der auf verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigte Film „The Precious Stone“ des afghanisch-französischen Regisseurs Afik Rahimi war 2012 der Beitrag Afghanistans für den US Motion Picture Award („Oscar“).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere