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"Zeig dein Bein" für Solidarität mit Minenopfern

Landminen fordern jedes Jahr weltweit zahlreiche Opfer. Aus Anlass des "Internationalen Tags der Aufklärung über Minengefahren und der Unterstützung des Humanitären Minenräumens" brachte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, seine Solidarität mit den Opfern für Landminen zum Ausdruck und "zeigte sein Bein".

Weltweite Solidarität

Eine Geste der Solidarität, ein hochgeschlagenes Hosenbein, erinnerte daran, dass in 72 Ländern der Welt die Menschen immer noch durch Landminen und Streumunition bedroht werden. In über 70 Ländern fanden am Mittwoch Aktivitäten von Organisationen der Internationalen Landminenkampagne statt.

Die Veranstaltung auf dem Pariser Platz in Berlin wurde von den Nichtregierungsorganisationen "Handicap International" und "Solidaritätsdienst International", den deutschen Vertretern der "International Campaign to Ban Landmines", durchgeführt.

Markus Löning beim Internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr am 04.04.2012

Markus Löning beim Internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr
© Kai Dalchow

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Markus Löning beim Internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr am 04.04.2012

Markus Löning bei der Veranstaltung "4. April-Zeig Dein Bein für Minenopfer" am Brandenburger Tor in Berlin

Markus Löning beim Internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr

Mit hochgekrempeltem Hosenbein waren schon im Vorfeld zahlreiche Prominente und Bundestagsabgeordnete mit ihren Fotos auf der Kampagnenseite dabei.

Intensive Opferhilfe erforderlich

Markus Löning unterstützte die Kampage und war bei der Veranstaltung am Brandenburger Tor dabei:

"Über 500.000 Menschen weltweit haben durch Unfälle mit Landminen und Streumunition schwere Verletzungen davon getragen. Sie sind für ihr Leben gezeichnet und dauerhaft auf Unterstützung angewiesen. Landminen und Blindgängermunition sind unmenschlich und verachtenswert. Sie stellen ein großes Hemmnis für die Entwicklung in vielen Ländern dar. Deswegen hilft die Bundesregierung aktuell z.B. in Libyen beim Minen- und Kampfmittelräumen. Deutschland ist einer der größten Geldgeber weltweit und stellt dieses Jahr 18 Mio. € zum Räumen zur Verfügung. Auch wenn beim humanitären Minen- und Kampfmittelräumen in den letzten Jahren dank des deutschen Einsatzes deutliche Fortschritte erzielt wurden, so sind doch weitere Anstrengungen dringend geboten. Ich fordere alle Staaten, die Herstellung und Verbreitung von Streumunition und Landminen zu verbieten. Ich rufe alle Menschen zu Solidarität mit den Opfern auf."

Deutschland ist einer der weltweit größten und zuverlässigsten Förderer des Humanitären Minen- und Kampfmittelräumens. Seit 1992 wurden aus dem Etat des Auswärtigen Amtes insgesamt rund 217 Millionen Euro für Projekte in 42 Ländern zur Verfügung gestellt. Mit den für 2012 vorgesehenen Mitteln in Höhe von 18,1 Millionen Euro werden Landminen, aber auch Streumunition und andere explosive Hinterlassenschaften von Kriegen und Konflikten geräumt und Projekte der Opferfürsorge gefördert werden.

Deutschland ist Vertragsstaat des Ottawa-Übereinkommens und setzt sich für eine konsequente Umsetzung und weltweite Geltung des Abkommens ein. Das Abkommen verbietet den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung von Antipersonenminen und den Handel mit Antipersonenminen.

Der deutsche Anteil an den Leistungen der EU-Kommission auf diesem Gebiet, die sich in den letzten 10 Jahren auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro beliefen, beträgt über 300 Millionen Euro.
Eine andere gefährliche Hinterlassenschaft von Kriegen ist nicht explodierte Streumunition. Die Bundesregierung hat 2008 den einseitigen Verzicht Deutschlands auf Streumunition erklärt und das Oslo-Übereinkommen über Streumunition 2009 ratifiziert. Es ist verboten, Streumunition zu entwickeln, herzustellen, oder mit ihr Handel zu treiben. Der Export ist ebenfalls ausdrücklich verboten.

Deutschland hat bereits 2001 damit begonnen, eigene Streumunitionsbestände zu vernichten. Seither wurden ca. 352 000 Stück Streumunition mit mehr als 34 Millionen explosiven Submunitionen vernichtet. Dies entspricht ca. zwei Dritteln (65 Prozent) der ursprünglichen Bestände. Die Vernichtung wird voraussichtlich bis Ende 2015 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: www.diplo.de.


Stand 05.04.2012

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