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Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Februar 2014

Auf die Bewahrung der buddhistischen Kultur und Tradition in allen Bereichen - Sitten und Gebräuche, Sprache, Literatur, Architektur, Kunst - wird in Bhutan großer Wert gelegt. Der König, heute in mehr repräsentativer Funktion, versteht sich als oberster Bewahrer der Kultur. Der vom Vater des Königs angestoßene Entwicklungsweg im Sinne einer ganzheitlichen Entwicklung („Gross National Happiness“) soll dem Erhalt der eigenen Traditionen Rechnung tragen. Wissenschaftlich-technologischer Fortschritt wird dabei behutsam und vorsichtig angestrebt. Internet und Mobilfunk verbreiten sich gleichwohl rasch.

Bildung besitzt ebenfalls einen wichtigen Stellenwert im Königreich. Seit Beginn des ersten Entwicklungsplans 1961 kommt dem Ausbau eines umfassenden Bildungssystems hohe Priorität zu, da ein dringender Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern für den Aufbau einer effizienten Verwaltung sowie an gut ausgebildeten  Fachkräften besteht. Die Schulbildung ist staatlich organisiert und kostenlos. Es besteht allgemeine Schulpflicht.

Unterrichtssprache ist Englisch, die einheimische Landessprache Dzongkha ist Pflichtfach für alle. Das diversifizierte Erziehungssystem soll für alle Schüler theoretische mit praktischer, handwerklicher Ausbildung verbinden.

2003 wurde die erste nationale Universität (Royal University of Bhutan) des Landes gegründet. Sie besteht inzwischen aus elf dezentralisierten Institutionen, die zusammengeführt und auf Hochschul­niveau gebracht werden sollen. Eine eigene Universität soll vor allem dazu dienen, die Abhängigkeit von ausländischen Hochschulen zu verringern und für die spezifischen Bedürfnisse Bhutans eine eigene Hochschulausbildung bereitzustellen. Die Universität hat bereits enge Beziehungen zu verschiedenen internationalen Universitäten (Kanada, USA Österreich u.a) aufgebaut.

Medien

Meinungs- und Pressefreiheit unterliegen zwar immer noch Einschränkungen, insgesamt haben sich die Bemühungen um die Demokratisierung des Landes jedoch auch auf die Medienlandschaft ausgewirkt. 2006 bekam die bisher einzige Zeitung "Kuensel" Konkurrenz durch das Erscheinen von zwei privaten Wochenzeitungen, der "Bhutan Times" und des "Bhutan Observer". Es folgten die Tageszeitung „Bhutan Today“ (2008), „Business Bhutan“ und „The Journalist“ (2009), „Druk Neytshuel“ (2010) sowie „Druk Yoedzer“ (2011). Seit 2012 erscheinen „The Bhutanese“, „Druck Melong“ sowie „Gyalchi Sarshog“. Von den insgesamt elf Zeitungen werden sieben auf Englisch und vier auf Dzongkha veröffentlicht.

Der 1973 gegründete öffentlich-rechtliche Rundfunksender „Bhutan Broadcasting Service“ (BBS) erreicht noch immer die meisten Bewohner des Landes. Seit 2006 wurden fünf neue Radiosender in Bhutan eingerichtet - Kuzoo FM, Radio Valley, Centennial Radio, Radio High und Radio Waves. 1999 ging mit „BBS TV“ der erste Fernsehkanal auf Sendung und wird seit 2006 auch über Satellit ins Ausland ausgestrahlt. Über Kabel können mittlerweile auch ausländische Fernsehsender in fast allen Distrikten empfangen werden.

Die Kommunikationsmöglichkeiten haben sich mit der Einführung von Mobilfunk (seit 2003) und Internet wesentlich verbessert. Das Mobilnetz ist inzwischen in fast alle Distrikte ausgebaut. Die Zahl der Anschlüsse erreicht bereits knapp 600.000, d.h. rund 70 Prozent der Bevölkerung (2013). Auch die Zahl der Internetnutzer ist seit Einführung rasant gestiegen, 2013 wurden circa 22.000 gezählt.



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.