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Außen- und Sicherheitspolitik

Stand: Februar 2014

Grundlinien der Außenpolitik

Bhutans Außenpolitik ist nach einer langen Phase weitgehender Isolierung von einer vorsichtigen Öffnung gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft gekennzeichnet. In den letzten Jahren hat Bhutan sein internationales Engagement ausgebaut. Das Land unterhält mittlerweile diplomatische Beziehungen zu 53 Staaten. Mit eigenen diplomatischen Vertretungen ist Bhutan in New Delhi, Kalkutta, Dhaka, Bangkok und Kuwait sowie bei den Vereinten Nationen in New York und Genf sowie der Europäischen Union in Brüssel vertreten.

Sichtbarster Ausdruck dieser Öffnung war die Kandidatur Bhutans für einen nicht ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für den Zeitraum 2013/2014, die allerdings nicht erfolgreich war.

Parallel dazu machte das kleine Himalaya-Königreich zunehmend mit Initiativen im Themenbereich internationaler Entwicklungsfragen auf sich aufmerksam. So hat Bhutan beim Millenniums-Gipfel der Vereinten Nationen im September 2010 in New York erstmals den Vorschlag eingebracht, „Happiness“ als zusätzliches (9.) Millennium-Entwicklungsziel zu verankern. Im Juli 2011 verabschiedete die Generalversammlung auf Antrag Bhutans und weiterer rund 60 Staaten (darunter Deutschland) eine Resolution mit dem Titel "Happiness: a holistic approach to development", wonach die Staatengemeinschaft ermuntert wird, nach ganzheitlicher Entwicklung zu streben und nach alternativen Wachstums-Indikatoren zu suchen. Ende Juni 2012 erklärte die VN Generalversammlung - ebenfalls von Bhutan mit initiiert - in einer Resolution den 20. März zum „International Day of Happiness“.

Seit 1985 ist Bhutan Mitglied der South Asian Association for Regional Cooperation (SAARC) und beteiligt sich aktiv an der weiteren Entwicklung dieser Organisation. Bhutan nimmt auch an der in 2004 beschlossenen Freihandelszone SAFTA (South Asian Free Trade Area) teil. Angestrebt wird der schrittweise Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren bis 2017 und die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Infrastrukturprojekten, in der Energiepolitik und im Tourismus. Seit 2004 ist Bhutan auch Mitglied in BIMSTEC (Bay of Bengal Initiative for Multi-Sectoral Economic and Technical Cooperation), eine gemeinsame Initiative zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Länder Bangladesch, Indien, Myanmar, Nepal, Sri Lanka und Thailand.

Die geostrategische Lage des Königreichs wird durch die großen Nachbarn Indien und China bestimmt. Bhutans wichtigster außen- und sicherheitspolitischer Partner ist Indien. Lediglich zum südlichen Nachbarn existieren ausgebaute Straßenverbindungen; die Grenzen sind offen. Der ursprüngliche Freundschaftsvertrag von 1949 zwischen dem unabhängigen Indien und Bhutan wurde durch den am 8. Februar 2007 geschlossenen "India-Bhutan Friendship Treaty" ersetzt. Der Vertrag reflektiert die Entwicklung der bilateralen Beziehungen und dient als Grundlage für die auch weiterhin sehr enge Zusammenarbeit. Indien leistet erhebliche Beiträge zur Ausbildung und Ausrüstung der bhutanischen Streitkräfte.

Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bhutan und Indien werden durch regelmäßige Besuche von Regierungsvertretern unterstrichen. Zuletzt stattete das junge bhutanische Königspaar Indien Anfang Januar 2014 einen offiziellen Besuch. Auch der neue bhutanische Premierminister Tshering Tobgay reiste nach Amtsantritt Ende August 2013 zuerst nach Neu Delhi.

Die Rücksichtnahme auf China ist eine weitere wichtige Determinante der bhutanischen Außenpolitik. Im April 1984 begann Bhutan Gespräche mit der VR China über die Demarkation der gemeinsamen Grenze. Der Grenzverlauf zwischen beiden Staaten ist im Detail – wie auch zwischen Indien und China - strittig. Am Rande einer VN Konferenz kam es im Juli 2012 in Rio de Janeiro erstmals zu einem bilateralen Treffen der beiden Premierminister.

Beziehungen zur Europäischen Union

Die Beziehungen zwischen der EU und Bhutan sind eng. Der Leiter der EU-Delegation in Delhi ist auch in Bhutan diplomatisch akkreditiert. Die EU unterstützt Bhutan entwicklungspolitich vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien und des Verwaltungsaufbaus und will diese Zusammenarbeit in den kommenden Jahren weiter ausbauen. EU-Vertreter nahmen auch an einer internationalen Mission zur Beobachtung der jüngsten Parlamentswahlen in Bhutan im Sommer 2013 teil.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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