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Moldau, Republik

Bildungs- und Kulturpolitik

Stand: Februar 2014

Die ethnische Vielfalt der Republik Moldau und die Wahrung der verfassungsmäßig zugesicherten Minderheitenrechte spiegeln sich in vielen Bereichen des kulturellen Lebens wider. In Primar- und Sekundarschulen beispielsweise bestimmt sich die Unterrichtssprache nach der regionalen ethnischen Zusammensetzung der Schülerschaft. Darüber hinaus gibt es Schulen, an denen ausschließlich in einer Minderheitensprache gelehrt wird.

Bildung und Forschung

Die Situation im Schul- und Hochschulwesen ist aufgrund der finanziellen Lage der Republik Moldau schwierig. Weitreichende Reformen der zum Teil überkommenen Strukturen wurden bisher kaum durchgeführt. Mit dem Schuljahr 2011/2012 wurde mit der Auflösung der Zwergschulen begonnen. Im Bereich der Hochschulbildung hat die Republik Moldau beschlossen, den Bologna-Prozess analog umzusetzen. Die Republik Moldau nahm als erstes Land der Östlichen Partnerschaft am 7. Forschungsrahmenprogramm der EU teil.

Das Lohnniveau der Lehrkräfte an den Schulen und Hochschulen ist äußerst niedrig und führte dazu, dass viele qualifizierte Wissenschaftler und Hochschulabsolventen in die freie Wirtschaft bzw. ins Ausland abgewandert sind. Auch Gelder für den Erwerb von Literatur, Lehrwerken und technischer Ausstattung stehen kaum zur Verfügung. Ausländische Unterstützung durch Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer, durch die Entsendung von Sprachlehrern und durch andere Maßnahmen ist daher sehr gefragt und eine wesentliche Voraussetzung für eine kontinuierliche Arbeit.

Die Forschungsarbeit ist ebenfalls vom Mangel an finanziellen Mitteln geprägt. Für engagierte Wissenschaftler ist daher der enge Kontakt zu ausländischen Forschungseinrichtungen und internationalen Organisationen sehr wichtig und leistet einen wesentlichen Beitrag, das vorhandene Potential zu nutzen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Alexander von Humboldt-Stiftung sind stark in der Republik Moldau engagiert.


Kultur und Sport

Im Sportbereich hat die Republik Moldau erfolgreich einige Nischen auf internationalem Parkett besetzt, wie beispielsweise im Schach- und Tanzsport.

Die staatliche Kulturpolitik ist bemüht, neben der traditionellen Pflege der Folklore auch die Entwicklung zeitgenössischer Kunst zu fördern. In kleinem Rahmen werden Kulturveranstaltungen auch mit Hilfe von Sponsoren durchgeführt; insbesondere Musikveranstaltungen für ein jüngeres Publikum werden regelmäßig auf diese Weise ermöglicht. Aufführungen der großen Orchester und Ensembles im In- und Ausland und gelegentliche Aktivitäten ausländischer Ensembles sind ein Beweis für ein einfaches aber niveauvolles Kulturleben.

Deutsch-moldauische Höhepunkte im Kulturkalender 2013 waren ein deutsches Stummfilmfestival in Chişinău und Tiraspol, ein Open-Air-Konzert der Band „Fotos“,  ein Tanztheater zum 50-jährigen Jubiläum des Élysée-Vertrags und eine Kunst-Ausstellung im Theater für Kunst. Im Jahr 2014 wird in Moldau der Einwanderung deutscher Kolonisten nach Bessarabien gedacht. Aus diesem Anlass bereitet die Deutsche Botschaft eine Festwoche in Chişinău vor, deren Höhepunk die Eröffnung der Ausstellung „Deutsche Spuren in Moldau 1814 – 2014. Tradition und Modernisierung“ ist. Außerdem findet eine zweitägige begleitende Konferenz statt. Darüber hinaus werden auch die Bereiche Musik, Literatur, Film, Foto und Theater im Verlauf des Jahres 2014 mit Darbietungen vertreten sein.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.