Hauptinhalt

Jemen: Wenig Zeit, um eine Katastrophe abzuwenden

Die Kämpfe an der jemenitischen Westküste nehmen seit Jahresbeginn wieder zu. Die Lage der Zivilbevölkerung ist dramatisch, Millionen von Menschen droht der Hungertod. Vor diesem Hintergrund traf Außenminister Sigmar Gabriel am Donnerstag (16.03.) mit dem UN-Sondergesandten für Jemen Ismael Ould Sheikh Ahmed zusammen. Gabriel forderte: „Angesichts der erschütternden humanitären Lage in Jemen müssen die Konfliktparteien jetzt dringend an den Verhandlungstisch zurückkehren!“

Schwere Hungersnot befürchtet

Sieben von zehn Jemeniten sind in Folge des Konflikts derzeit auf humanitäre Hilfslieferungen angewiesen. Doch die anhaltenden Kämpfe, die völlig zerstörte Infrastruktur und noch dazu bürokratische Hürden behindern die dringend benötigte Einfuhr von Lebensmitteln. Daher droht eine schwere Hungersnot. „Es bleibt nur wenig Zeit, diese Katastrophe abzuwenden. Ich hoffe, dass die Konfliktparteien wissen, was auf dem Spiel steht“, mahnte der deutsche Außenminister.

Konfliktparteien treffen sich in Berlin

Hochrangige Vertreter der Konfliktparteien treffen sich diese Woche in Berlin. Sie wollen beraten, wie sich der stockende Friedensprozess wieder Gang bringen lässt. Das Treffen soll auch Vertrauen unter den Beteiligten aufbauen, um so später leichter Kompromisse finden zu können. Ausgerichtet werden die Gespräche mit Unterstützung vom Auswärtigen Amt von der Berghof Stiftung, die sich weltweit für Friedensförderung einsetzt. Das Treffen ist Teil einer Serie von Mehr-Parteien-Dialogen und wurde in enger Abstimmung mit dem UN-Sondergesandten organisiert.

Unterstützung für Sheikh Ahmed

Außenminister Gabriel trifft UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed

Außenminister Gabriel trifft UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed
© Auswärtiges Amt

Bild vergrößern
Außenminister Gabriel trifft UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed

Außenminister Gabriel trifft UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed

Außenminister Gabriel trifft UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed

Sheikh Ahmed wurde im Jahr 2015 vom UN-Generalsekretär zum Sondergesandten für Jemen ernannt. Der gebürtige Mauretanier hatte vorher bereits die UN-Mission zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie geleitet. Gabriel bekräftigte anlässlich des Treffens: „Wir unterstützen die Bemühungen des UN-Sondergesandten Sheikh Ahmed, der in Gesprächen mit den Konfliktparteien an einer Lösung des Jemen-Konflikts arbeitet.“

Deutschland drittgrößter Geber

Deutschland ist der drittgrößte bilaterale Geber an humanitärer Hilfe in Jemen. Allein im Jahr 2016 hat das Auswärtige Amt über 32 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Not der Zivilbevölkerung zu lindern. Mehr als ein Drittel davon flossen an den Yemen Humanitarian Pooled Fund der Vereinten Nationen, mit dem Hilfsprojekte lokaler Nichtregierungsorganisationen finanziert werden. Angesichts der aktuellen Lage sind auch für das Jahr 2017 Hilfen in dieser Höhe geplant.

Zum Weiterlesen

Deutsche humanitäre Hilfe in Jemen

Länderinformationen Jemen


Stand 17.03.2017

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere