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Beziehungen zu Deutschland
Stand: April 2013
Politische Beziehungen
Die bilateralen Beziehungen sind vielfältig und gut. Deutschland zählt zu den ersten Ländern, die die Republik Kosovo nach der Unabhängigkeitserklärung im Februar 2008 völkerrechtlich anerkannt und diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Bei Regierung und Bevölkerung ist zudem unvergessen, dass Deutschland vor und während der kriegerischen Auseinandersetzungen der Jahre 1998/1999 hunderttausende Flüchtlinge aus dem Kosovo aufgenommen und sich seit 1999 zunächst mit Nothilfemaßnahmen und wenig später auch mit der Aufnahme von Entwicklungszusammenarbeit am Wiederaufbau des Landes beteiligt hat.
Die im Rahmen der internationalen Missionen eingesetzten deutschen Soldaten (KFOR), Polizisten, Richter und Staatsanwälte (UNMIK und seit Ende 2008 EULEX) und zivilen Mitarbeiter haben durch ihre Professionalität und Objektivität dazu beigetragen, das positive Deutschlandbild weiter zu stärken.
Deutschland gilt als einer der privilegierten Partner Kosovos, der das Land in seinem Bestreben nach Integration in die euro-atlantischen Strukturen nachhaltig unterstützt. Regelmäßige Besuche von Mitgliedern der Bundesregierung und des Deutschen Bundestages in Pristina unterstreichen die Bedeutung, die Deutschland der Entwicklung des Landes auch als Faktor für die Stabilität der gesamten Region beimisst.
Wirtschaftsbeziehungen, Entwicklungszusammenarbeit
Deutschland ist für Kosovo innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner und liegt hinter der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien an zweiter Stelle. Die Importe aus Deutschland beliefen sich 2011 auf 292 Millionen Euro; nach Deutschland wurden jedoch lediglich Waren in einem Wert von 23 Millionen Euro ausgeführt.
Durch seine geographische Lage, die Aussicht auf den EU-Beitritt, die Mitgliedschaft im CEFTA (Central European Free Trade Agreement), junge und kostengünstige Arbeitskräfte, ungenutzte Rohstoffe und fruchtbares Agrarland hat der junge Wirtschaftsstandort Kosovo mit einer ganzen Reihe positiver Faktoren aufzuwarten. Zudem ist die globale Wirtschafts- und Finanzkrise für Kosovo ohne größere Folgen geblieben.
Deutschland ist nach den USA zweitgrößter bilateraler Geber im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit. Seit 1999 hat Deutschland circa 400 Millionen Euro für Nothilfemaßnahmen, humanitäre Hilfe und Projekte der technischen und finanziellen Zusammenarbeit bereitgestellt. Bei den Regierungsverhandlungen über entwicklungspolitische Zusammenarbeit im September 2012 wurden für das Jahr 2013 neue Mittel in Höhe von 28,3 Mio. Euro zugesagt (davon 20 Mio. Euro in der finanziellen Zusammenarbeit und 8,3 Mio. in der technischen Zusammenarbeit).
Inhaltlich konzentriert sich die entwicklungspolitische Zusammenarbeit auf die Bereiche
- Öffentliche Verwaltung, Demokratisierung, Zivilgesellschaft,
- Grundbildung und Berufsbildung,
- Infrastrukturentwicklung mit den Schwerpunkten Wassermanagement und Stromversorgung
- und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
Darüber hinaus wurden 2012 wieder zahlreiche Projekte zur Förderung von Demokratie, Menschen- und Minderheitenrechten, friedliche Konfliktbewältigung und Rechtsstaatlichkeit aus Mitteln des Stabilitätspakts für Südosteuropa in Höhe von ca. 3,4 Millionen Euro gefördert.
Kultureller Austausch
Das Goethe Institut unterhält in Kosovo keine Repräsentanz, sondern betreut das Land bislang noch von Belgrad aus. In Kürze wird jedoch ein Sprachlernzentrum (Partner des Goethe Institutes) in Pristina eröffnet. Daneben übernimmt die Botschaft Pristina einen erheblichen Teil der Kulturarbeit. Neben Stipendien- und Fortbildungsprogrammen schließt dies auch Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen ein. Deutsche Kultur stößt stets auf große Resonanz. Dies zeigt sich beispielsweise bei den jährlich durchgeführten Veranstaltungen der „Tage der Deutschen Sprache“ sowie der „Deutschen Filmwoche“ Am 12. September 2012 wurde zwischen Deutschland und Kosovo ein Kulturabkommen unterzeichnet, das dem bereits jetzt regen Kulturaustausch zwischen beiden Ländern von nun an eine völkerrechtliche Grundlage gibt.
Das Interesse an der deutschen Sprache ist aufgrund der engen Beziehungen zu Deutschland auf allen Ebenen sehr hoch und übersteigt das Angebot bei weitem. Neben Englisch ist Deutsch die am häufigsten gesprochene Fremdsprache. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist mit einer Lektorin an der Universität Pristina vertreten und vergibt auch Stipendien, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Es gibt in Kosovo etwa 100 Deutschlehrer, zwei Schulen bieten das Deutsche Sprachdiplom an. Das Bildungsministerium bemüht sich in Abstimmung mit der Botschaft, Deutsch weiter im Lehrplan zu verankern. Zudem bieten seit dem 1. September 2010 zwei Schulen im Rahmen des PASCH-Programms Deutsch als Fremdsprache ab der ersten Klasse an.
Das Deutsche Archäologische Institut erforscht gemeinsam mit kosovarischen Partnern die römische Ausgrabungsstätte Ulpiana, etwa 10 Kilometer von Pristina entfernt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
