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Kultur und Bildung

Stand: April 2017

Taiwan hat eine vielfältige Kultur- und Medienlandschaft und verfügt mit  162 Universitäten und Hochschulen sowie einer Vielzahl von Forschungseinrichtungen über eine sehr gute Infrastruktur für Bildung und Forschung. 109 der 162 Hochschulen sind privat.

Kulturförderung wird in Taiwan relativ großzügig budgetiert. Der Anteil der Kulturausgaben im weiteren Sinn am BIP beträgt etwa 20 Prozent, er Anteil für Bildung 5%.BIP.

Die Medienlandschaft ist in Anbetracht von (nur) 23 Mio. Konsumenten sehr dicht. So existieren derzeit vier große überregionale chinesischsprachige und zwei englischsprachige Tageszeitungen, eine große Menge Magazine und Fachzeitschriften, über 60 Fernsehsender und  ca. 170 Radiostationen.

Es gibt eine Reihe erstklassiger Kulturgruppen. International bekannt sind zum Beispiel das taiwanische Tanztheater „Cloud Gate“ und die Formation „U-Theatre“. Klassische Musik, Ballett und Tanz erfreuen sich hoher Wertschätzung.

Über 1.500  Taiwaner studieren in Deutschland. Besonders beliebt sind Design, Musik, Kunst Rechts-, Wirtschafts-  und Ingenieurswissenschaften sowie Biologie und Medizin. Seit November 2016 ist direkte Studienaufnahme mit mind. 75% der Punktzahl in der Hochulzugangsprüfung möglich.

In Taipei wird die kulturelle Programmarbeit vom Goethe-Institut Taipei wahrgenommen, das auch Sprachkurse anbietet. Der DAAD ist mit einer Lektorin sowie einem Information Center in Taipei vertreten und engagiert sich neben den üblichen Stipendien- und akademischen Austauschaufgaben verstärkt im Bereich Forschungsmarketing. Daneben gibt es, im Wesentlichen von Alumni getragen, einen Chinesisch- Deutschen Kultur- und Wirtschaftsverband (CDKWV), einen Taiwanisch-Deutschen Verein (TDV), den Verein der DAAD- Freunde sowie eine Vereinigung der Humboldtianer. 

Die Deutsche Schule Taipei (DST) mit rund 170 Kindern ist Teil der Taipei European School (TES), an der neben dem deutschen Zweig auch noch ein französischer und ein britischer sowie die High School (Abschluss in Deutschland anerkanntes International Baccalaureat- IB, höchster deutscher Abschluss Mittlere Reife) bestehen. Fünf taiwanische Oberschulen, in denen Deutsch unterrichtet wird, sowie die Deutsche Schule Taipei sind Teil der Partnerschulinitiative (PASCH), dazu gibt es an 15 Schulen „Goethe-Klassenzimmer“. An mehr als 70 Oberschulen wird Deutsch als zweite Fremdsprache angeboten. Die Zahl der Deutschlernenden ist dadurch in nur wenigen Jahren rasant gewachsen, auch wenn in den Oberschulen oft nur für kurze Zeit mit geringer Wochenstundenzahl unterrichtet wird. Insgesamt lernen ca. 16.500 Taiwaner Deutsch.

Auch wenn die Schulpflicht nach wie vor nur neun Jahre beträgt, ist der Besuch der Oberschule bildungspolitisch gewünscht und wird als Teil der „Basic Education“ seit dem Schuljahr 2014/2015 besonders gefördert. Es einzelne Stimmen fordern eine 12jährige Schulpflicht. Praktisch ist dies bereits erreicht, die Mittelschüler treten nahezu vollzählig in die Oberschule über.

42% der Oberschulen sind privat, öffentliche Schulen werden jedoch aus Prestige- wie Kostengründen bevorzugt. Die Hälfte der Schüler entscheidet sich hierbei für eine allgemeinbildendende Oberschule (Senior High School); die andere Hälfte für eine Berufsschule, deren Besuch seit dem letzten Schuljahr für alle Schüler gebührenfrei ist. An der allgemeinen Oberschule müssen nur Gebühren entrichtet werden, wenn das Bruttojahreseinkommen der Familie umgerechnet 45.000 € übersteigt. Darüber hinaus können im Bedarfsfall Bildungskredite zu niedrigen Zinsbedingungen in Anspruch genommen werden.

Englisch ist an Grund-, Mittel- und Oberschulen Pflichtfach. Zweite Fremdsprachen werden erst seit kurzer Zeit verstärkt gefördert, die Teilnahme ist freiwillig und bislang nicht relevant für die Hochschulzugangsprüfung.

98% der Mittelschulabgänger treten in die Oberschule über, 90% der Oberschulabsolventen (ca. 70% eines Jahrgangs) nehmen ein Universitätsstudium auf.

Taiwan verfügt über zahlreiche erstklassige öffentliche und private Forschungsinstitute, darunter Academia Sinica oder das Industrial Technology Research Institute (ITRI, dem Fraunhofer Institut vergleichbar, für angewandte und industrienahe Forschung zuständig).

Taiwan bemüht sich, die materiellen Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung weiter zu verbessern. So betragen die Ausgaben für diesen Bereich unter Einbeziehung der Privatwirtschaft rund 3% des BIP.  Forschung und Entwicklung erfolgen in Taiwan industriebezogen und anwendungsorientiert.

Zwischen deutschen und taiwanischen Hochschulen bestehen aktuell 220 Partnerschaften und Kooperationen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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