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Uruguay

Beziehungen zwischen Uruguay und Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Uruguay und Deutschland pflegen traditionell sehr gute Beziehungen.

Vom 15. bis 19. Oktober 2011 war der uruguayische Präsident Mujica auf Staatsbesuch in Deutschland. Er traf in Berlin die Bundeskanzlerin und den Bundespräsidenten und war der Ehrengast des Lateinamerikatages der Deutschen Wirtschaft in Hamburg. Präsident Mujica wurde von einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation begleitet.

Am 09. März 2010 besuchte Außenminister Guido Westerwelle Uruguay. Der Gegenbesuch des uruguayischen Außenministers Almagro fand am 08. April 2013 statt.

In Uruguay leben derzeit einschließlich der Doppelstaatler etwa 10.000 Deutsche; hinzu kommen etwa 40.000 Deutschstämmige. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung des Landes ist dies ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wichtige Beiträge zur Entwicklung Uruguays geleistet. Ab 1935 bot Uruguay deutschsprachigen Juden Zuflucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten deutsche Mennonitengemeinden nach Uruguay aus.

Führende Kräfte der uruguayischen Gesellschaft verfügen über gute Deutschlandkenntnisse. Deutschland wird zugleich als wichtiger Teil der Europäischen Union wahrgenommen.

Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Montevideo vertreten, wobei vorwiegend regional ausgerichtete Programme durchgeführt werden. Weitere Stiftungen (Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung und seit 2000 auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung) unterstützen verschiedene Projekte, ohne vor Ort vertreten zu sein.


Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland war 2012 größter Importeur uruguayischer Waren innerhalb Europas und steht nach Brasilien, China, Argentinien, Russland und Venezuela auf Platz 8 der wichtigsten Abnehmerländer Uruguays. Laut Statistischem Bundesamt importierte Deutschland 2012 uruguayische Güter im Wert von 291 Millionen Euro. Gleichzeitig führte Uruguay aus Deutschland Waren im Wert von 247 Millionen Euro ein.

Die deutschen Direktinvestitionen in Uruguay erhöhten sich lt. Germany Trade & Invest 2011 auf insgesamt 384 Mio. Euro.

Aktuell sind 30 deutsche Unternehmen in Uruguay aktiv. Dabei handelt es sich vor allem um den Industriesektor, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie den Transport- und Logistikbereich. In der Regel versorgen deutsche Firmen den uruguayischen Markt durch lokale Repräsentanten/Partner, oder durch Vertriebsstellen in einem Drittland, sei es von ihren Produktionsstätten in Brasilien und Argentinien aus oder von außerhalb des Mercosur. Deutsche Firmen, Technologie und Finanzierung sind auch im Bereich der Erneuerbaren Energien stark vertreten.

In Montevideo besteht seit 1916 eine Deutsch-Uruguayische Handelskammer mit über 500 Mitgliedern, davon über 50 außerhalb Uruguays - auch Deutschland - ansässig. Sie ist der regionalen Kammer in Buenos Aires zugeordnet. Bilaterale Verträge im Wirtschaftsbereich:

  • Handelsvertrag vom 18.04.1953 (Meistbegünstigung)
  • Rahmenabkommen über technische Zusammenarbeit vom 31.03.1971
  • Investitionsförderungsvertrag vom 04.05.1987, in Kraft am 18.06.1990
  • Doppelbesteuerungsabkommen vom 09.03.2010, in Kraft seit 28.12.2011 (Anwendung gemäß Artikel 31, Absatz 2 ab dem 1.1.2012).

Nach dem Deutschland-Besuch des damaligen Präsidenten Vázquez wurde 2005 eine Partnerschaft zwischen den Häfen Hamburg und Montevideo vereinbart, die anlässlich des Besuchs des Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Olaf Scholz, im April 2013 erneuert wurde.


Kulturelle Beziehungen

Deutschland und Uruguay pflegen einen engen kulturellen und akademischen Austausch.
Die Kooperation zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 2013 unterrichtet eine Lektorin des DAAD an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Udelar.

Das Goethe-Institut in Montevideo besteht seit 50 Jahren und ist dank seines profilierten Veranstaltungsprogramms fester und anerkannter Bestandteil der kulturellen Hauptstadtszene. Die Deutschkurse sind sehr gut besucht und die Nachfrage wächst stetig.

Der Deutschen Schule Montevideo wurde 2013 das Gütesiegel „Exzellente Deutsche Auslandsschule“ der ZfA und der Kultusministerkonferenz verliehen. Die 1857 gegründete Schule ist die älteste deutsche Begegnungsschule in Lateinamerika und bietet neben dem uruguayischen auch das deutsche Abitur an. Die DSM wird derzeit von rund 1500 Schülern besucht (einschließlich Kindergarten). Im Rahmen der PASCH-Initiative des Auswärtigen Amts wird derzeit an zwei staatlichen Schulen Deutsch als Wahlfach unterrichtet

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Uruguay wurden durch ein Kulturabkommen institutionalisiert, das seit dem 08.05.1989 in Kraft ist. Der Austausch wird aktiv gestaltet durch musikalische und künstlerische Veranstaltungen, durch die Förderung der deutschen Sprache („Netzwerk Deutsch“), sowie durch traditionelle Veranstaltungen der deutschen Vereine. Darüber hinaus ist die Sportförderung ein wichtiger Bestandteil des bilateralen Austauschs.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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