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Uruguay

Beziehungen zwischen Uruguay und Deutschland

Stand: September 2016

Politik

Uruguay und Deutschland pflegen traditionell sehr gute Beziehungen. Bundespräsident Gauck und Frau Schadt statteten Uruguay vom 14.-16. Juli 2016 einen Staatsbesuch ab. Der Bundespräsident, der von einer großen Delegation begleitet wurde, würdigte die 160 Jahre währenden diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern sowie das 100 – jährige Bestehen der deutsch – uruguayischen Handelskammer. Der uruguayische Staatspräsident Vázquez wird im Februar 2017 zu einem offiziellen Besuch in Berlin und Hamburg erwartet.

In Uruguay leben derzeit einschließlich der Doppelstaater etwa 10.000 Deutsche; hinzu kommen etwa 40.000 Deutschstämmige. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung des Landes ist dies ein ungewöhnlich hoher Anteil.

Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wichtige Beiträge zur Entwicklung Uruguays geleistet. Ab 1935 bot Uruguay deutschsprachigen Juden Zuflucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten deutsche Mennonitengemeinden nach Uruguay aus.

Führende Kräfte der uruguayischen Gesellschaft verfügen über gute Deutschlandkenntnisse. Deutschland wird zugleich als wichtiger Teil der Europäischen Union wahrgenommen.

Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Montevideo vertreten, wobei vorwiegend regional ausgerichtete Programme durchgeführt werden. Weitere Stiftungen (Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung und seit 2000 auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung) unterstützen verschiedene Projekte, ohne vor Ort vertreten zu sein.


Wirtschaft

Deutschland war 2015 sowohl beim Im- als auch beim Export führender Handelspartner Uruguays innerhalb Europas und ist damit, nach u.a. Brasilien, China und Argentinien, zugleich einer der wichtigsten Handelspartner weltweit. Eine besondere Rolle spielt der Import hochwertigen uruguayischen Fleischs. Laut Bundesangaben importierte Deutschland 2015 Waren im Wert von 264 Mio. EUR. Gleichzeitig führte Uruguay Waren aus Deutschland im Wert von 449 Mio. EUR ein.

Der Bestand an deutschen Direktinvestitionen in Uruguay belief sich laut Germany Trade & Invest 2014 auf 341 Millionen Euro.

Aktuell sind etwa 60 deutsche Unternehmen in Uruguay aktiv. Dabei handelt es sich vor allem um den Industriesektor, die Chemie- und Pharmaindustrie sowie den Transport- und Logistikbereich. In der Regel versorgen deutsche Firmen den uruguayischen Markt durch lokale Repräsentanten/Partner oder durch Vertriebsstellen in einem Drittland, sei es von ihren Produktionsstätten in Brasilien und Argentinien aus oder von außerhalb des MERCOSUR. Deutsche Firmen, Technologie und Finanzierung sind auch im Bereich der Erneuerbaren Energien stark vertreten.

In Montevideo besteht seit 1916 eine Deutsch-Uruguayische Handelskammer mit über 400 Mitgliedern, davon über 50 außerhalb Uruguays - auch in Deutschland - ansässig. Sie ist der regionalen Kammer in Buenos Aires zugeordnet.

Bilaterale Verträge im Wirtschaftsbereich:

  • Handelsvertrag vom 18.04.1953 (Meistbegünstigung)
  • Rahmenabkommen über technische Zusammenarbeit vom 31.03.1971
  • Investitionsförderungsvertrag vom 04.05.1987, in Kraft seit 18.06.1990
  • Doppelbesteuerungsabkommen vom 09.03.2010, in Kraft seit 28.12.2011 (Anwendung gemäß Artikel 31, Absatz 2 ab dem 1.1.2012)
  • Abkommen über soziale Sicherheit vom 08.04.2013, in Kraft seit 1.1.2015

Kultur und Bildung

Deutschland und Uruguay pflegen einen engen kulturellen und akademischen Austausch.

Die Kooperation zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Kulturinstitutionen blickt auf eine lange Tradition zurück. Seit 2013 unterrichtet eine Lektorin des DAAD an der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universidad de la República (UdelaR).

Das Goethe-Institut in Montevideo besteht seit 50 Jahren und ist dank seines Veranstaltungsprogramms fester und anerkannter Bestandteil der kulturellen Hauptstadtszene. Die Deutschkurse sind sehr gut besucht und die Nachfrage wächst stetig.

Der Deutschen Schule Montevideo (DSM) wurde 2013 das Gütesiegel "Exzellente Deutsche Auslandsschule" der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und der Kultusministerkonferenz verliehen. Die 1857 gegründete Schule ist die älteste deutsche Begegnungsschule in Lateinamerika und bietet neben dem uruguayischen auch das deutsche Abitur an. Die DSM wird derzeit von rund 1500 Schülern besucht (einschließlich Kindergarten). Im Rahmen der PASCH-Initiative ("Schulen: Partner der Zukunft") des Auswärtigen Amts wird derzeit an zwei staatlichen Schulen Deutsch als Wahlfach unterrichtet

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Uruguay wurden durch ein Kulturabkommen institutionalisiert, das seit dem 08.05.1989 in Kraft ist. Der Austausch wird durch musikalische und künstlerische Veranstaltungen, durch die Förderung der deutschen Sprache ("Netzwerk Deutsch") sowie durch traditionelle Veranstaltungen der deutschen Vereine aktiv gestaltet. Darüber hinaus ist die Sportförderung ein wichtiger Bestandteil des bilateralen Austauschs.


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