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Kongo Demokratische Republik Kongo

Wirtschaftspolitik

Stand: August 2017

Wirtschaftsstruktur

Trotz seiner wertvollen natürlichen Ressourcen (Bodenschätze, Holz, Wasserkraft, fruchtbare Böden) ist die DR Kongo ein armes Land. Es ist geprägt vom Bergbau, von landwirtschaftlicher Subsistenzwirtschaft und Kleinhandel. Die Landwirtschaft macht etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die DR Kongo ist sehr schwach industrialisiert.

Die Rohstoffindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, besonders der Bergbausektor (Kupfer, Kobalt, Gold, Diamanten, Coltan, Kasserit, seltene Erden). Der Einbruch der Weltmarktpreise bei Rohstoffen trifft die DR Kongo angesichts mangelnder Diversifizierung der Wirtschaft hart.

Weite Teile der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Schätzungen der Weltbank zufolge leben 77 Prozent der kongolesischen Bevölkerung von weniger als 2 US-Dollar pro Tag.  Im "Human Development Index" der Vereinten Nationen belegte die DR Kongo im Jahr 2016 Platz 176 von 199 betrachteten Ländern.

2012 wurde ein internationaler Schuldenerlass für die Demokratische Republik Kongo abgeschlossen. DR Kongo über 1 Milliarde Euro Schulden erlassen.

Internationale Verflechtung

Die DR Kongo als fragiler Postkonfliktstaat steht vor schwierigen strukturpolitischen Herausforderungen bei der Gestaltung eines an sich attraktiven Wirtschaftsraumes. Hauptprobleme neben Instabilität und Korruption sind mangelnde Infrastruktur – mangelhafte Stromversorgung, schlecht ausgebautes  Straßennetz, teure interne Flugverbindungen – und die schwache Kaufkraft der Bevölkerung: Weniger als 10 Prozent sind in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem erschwert die wenig unternehmerfreundliche Wirtschafts- und Finanzverwaltung die Neugründung von Unternehmen.  

Die Verbesserung der politischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist Voraussetzung für  die Realisierung eines zentralen Anliegen der Regierung, nämlich ein besseres Wirtschafts- und Investitionsklima. . Im "Doing-business"-Bericht 2017 der Weltbank rangiert die Demokratische Republik Kongo weiterhin auf Platz 184 von 189 betrachteten Ländern. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2016 der Organisation "Transparency International" belegt die Demokratische Republik Kongo unter 176 Ländern Platz 156. 

Aktuelle Wirtschaftslage

Das Wirtschaftswachstum sinkt weiter. Der IWF senkte die Prognose für 2017 auf 2,8 Prozent. Dies führt bei einem Bevölkerungswachstum von 3,2 Prozent zu einer Verminderung der Wirtschaftsleistung pro Kopf (400 US-Dollar im Jahr). Die ohnehin äußerst geringe Kaufkraft der breiten Masse verliert durch Inflation und Wechselkursverfall weiter.

Der Haushalt 2017 sieht Ausgaben in Höhe von ca. 7,7 Milliarden US-Dollar vor. Etwa 10 Prozent des Budgets (779.000 US-Dollar) sind für die Durchführung der Wahlen vorgesehen. Die "Haushaltsrealisierung" ist in der DR Kongo traditionell schwach und erreicht oft kaum mehr als 50 Prozent sowohl auf Einnahmen- als auf Ausgabenseite. Realistischerweise werden sich die Einnahmen kaum über 3 Milliarden US-Dollar bewegen.

Der Franc Congolais ist frei konvertibel. Der Kurs befindet sich im Verhältnis zur Parallelwährung US-Dollar im freien Fall. Die Zentralbank (BCC) ist nominell unabhängig. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Inflationsrate deutlich angezogen (23 Prozent im ersten Halbjahr 2017, für das Gesamtjahr 2017 werden 56 Prozent erwartet). Zur Eindämmung der Inflation hat die Zentralbank im Juni den Leitzins von 14 auf 20 Prozent erhöht.

89-90 Prozent der Wirtschaftsleistung spielen sich im Bereich Schattenwirtschaft ab. Ein erheblicher Teil der lebenswichtigen Rohstoffexporte erfolgt in der Grauzone des Schmuggels.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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