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Mongolei

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2014

Wie in anderen ehemals sozialistischen Ländern kam dem Kultur- und Ausbildungsbereich auch in der Mongolei in der Vergangenheit hohe Priorität zu. Er erhielt daher überdurchschnittliche Subventionsleistungen. Umso einschneidender wirkten sich die wirtschaftlichen Zwänge der Transformation aus, vor allem im Sekundarschulsystem und im Berufsbildungssektor. Die Netto-Einschulungsrate im Primärschulbereich ist von 97,5% (1995) auf 91,5% (2008) gesunken. Die Erreichung des Millenniums-Entwicklungsziels, allen Kindern bis 2015 eine Grundschulausbildung zu ermöglichen, ist weiterhin gefährdet.

Die Regierung war in den letzten Jahren sehr bemüht, die Reform des Bildungssektors voranzubringen und Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren. Bis die damit angestrebten internationalen Standards erreicht sein werden, bedarf es indes noch weiterer Reformen und vieler Jahre konsequenter Umsetzungsanstrengungen. In Umsetzung der Bildungsgesetzgebung wurde mit dem Schuljahr 2005/2006 ein elftes Schuljahr eingeführt, danach kam ein zwölftes Schuljahr hinzu, so dass die Hochschulreife jetzt nach zwölf Jahren erteilt wird. Das Einschulungsalter wurde von sieben auf sechs Jahre herabgesetzt. Der Hochschulbereich mit mehr als 150 staatlichen und privaten Universitäten, Hochschulen und Colleges bedarf fortgesetzter Reformanstrengungen; der Unterricht und die Zeugnisvergabe bedürfen verstärkter staatlicher Aufsicht und Regelung. Sowohl der staatliche als auch der private Bildungssektor suchen die Kooperation mit ausländischen Bildungsträgern, um in der Mongolei Hochschulbildungsangebote auf internationalem Niveau etablieren zu können. Nach wie vor strebt die Mehrzahl der begabten und aus vermögenden Elternhäusern stammenden Studenten einen Hochschulabschluss im Ausland an.

Im Dezember 2012 wurde ein bereits 2010 zwischen dem mongolischen Bildungsministerium und dem DAAD geschlossenes Regierungsstipendienprogramm um weitere drei Jahre verlängert, das jährlich bis zu 20 Studenten die Möglichkeit zu ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studien in bergbaubezogenen Studienfächern in Deutschland eröffnet.

Ein zentrales Projekt der Kooperation im Hochschulsektor ist der Aufbau einer gemeinsamen Hochschule für Rohstoffe und Technologie (DMHT) in Nalaikh. Ziel ist es, junge Fachkräfte für die Rohstoffwirtschaft und sich entwickelnde nachgelagerte Industrien der Mongolei auszubilden. Die offizielle Eröffnung des neu errichteten Hochschulgebäudes ist für dieses Jahr geplant. Hinsichtlich ihrer Struktur und Kooperation mit der Wirtschaft und deutschen Bildungsstätten sowie durch ihre Qualität und Praxisorientierung wird der DMHT ein ausgeprägter Modellcharakter zukommen.

2013 konnte die Zahl der PASCH-Schulen von vier auf sechs erhöht werden. Das Deutsche Sprachdiplom wird damit in Zukunft in Schulen in den drei wichtigsten Städten der Mongolei angeboten (Ulan Bator, Darkhan, Erdenet).

Staat und Religionen

Mit der Demokratisierung ist der unter kommunistischer Herrschaft unterdrückte Buddhismus wieder aufgelebt. Die Verfassung sieht Trennung von Kirche und Staat vor; dementsprechend entwickeln sich die religiösen Aktivitäten vornehmlich auf der Grundlage von privaten und kirchlichen Spenden aus dem In- und Ausland. Inzwischen sind über 150 Klöster und ca. 3.000 Lamas wieder im Lande aktiv. Parallel dazu ist in den letzten Jahren eine zunehmende Wiederbelebung alter schamanistischer Rituale zu verzeichnen. Die Zahl der Mongolen mit christlichem Glauben nimmt ebenfalls zu.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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