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Wasserdiplomatie in Zentralasien

Wasser ist für die Staaten Zentralasiens ein kostbares Gut und eine strategische Ressource. Der Klimawandel und die Bewirtschaftung durch den Menschen führen auch in dieser Region zu höheren Temperaturen und Verdunstungsraten. Das Austrocknen des Aralsees in den letzten Jahrzehnten verdeutlicht die Problematik. Deutschland unterstützt die zentralasiatischen Staaten Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan dabei, die gemeinsamen Wasserressourcen in einer effizienten, nachhaltigen und gerechten Weise zu nutzen. Im Auswärtigen Amt fand dazu eine zweitägige Konferenz statt, bei der die Teilnehmer eine stärkere Zusammenarbeit in dem Bereich vereinbarten. Afghanistan, das hydrogeographisch zum Aralseebecken gehört, nahm als Beobachter teil.

Bei der Eröffnung der Veranstaltung am 7. März hob Außenminister Westerwelle vor hochrangigen Vertretern aus allen fünf Ländern der Region und aus Afghanistan hervor: Wir möchten die Staaten Zentralasiens bei der Suche nach zukunftsfähigen Lösungswegen unterstützen. Die Herausforderungen sind dabei groß. Mit technischen und wirtschaftlichen Innovationen hofft man auf eine bessere Wasser- und Energieeffizienz. Auch müssten vernünftige und faire Verteilungsmechanismen zwischen den verschiedenen Nutzungsarten - Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Sanitärversorgung - gefunden werden, so der deutsche Außenminister.

"Wasserinitiative Zentralasien"

Versandung des Aralsees, ein Schiff und ein Kamel auf dem ausgetrockneten See

Versandung des Aralsees
© picture-alliance/dpa

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Versandung des Aralsees, ein Schiff und ein Kamel auf dem ausgetrockneten See

Versandung des Aralsees (Archiv)

Versandung des Aralsees

Deutschland verfügt über breite Erfahrungen im Wassermanagement und bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Bereits im April 2008 startete das Auswärtige Amt im Rahmen der Zentralasienstrategie der Europäischen Union eine "Wasserinitiative" für die Region. Mit rund fünf Millionen Euro jährlich wurden politische Beratung und der Aufbau von Institutionen zum Management grenzüberschreitender Flüsse gefördert. Diese Zusammenarbeit soll fortgesetzt werden. Ziel dieser auch als "Berliner Prozess" bezeichneten Initiative ist es, Konflikte zu vermeiden und die regionale Entwicklung zu fördern. 

Das Wasser der großen Flüsse der Region, vor allem des Amu Darja und des Syr Darja, ist die Grundlage für die Trinkwasserversorgung, für die Bewässerung der Landwirtschaft und in den Bergregionen auch für die Wasserkraftgewinnung. Zwar haben die Staaten Zentralasiens bereits 1992 ein erstes Abkommen zur Wasserverteilung getroffen. Doch bis heute fehlt ein verbindlicher Kooperationsrahmen für das gemeinsame Wassermanagement. Genau hier setzen wir mit dem Berliner Prozess an, unterstrich Außenminister Westerwelle in seiner Rede.

Berliner Erklärung

Gemeinsam verabschiedeten die Teilnehmer die "Berliner Erklärung", die die Eckpunkte für die weitere Zusammenarbeit im Rahmen der Wasserinitiative festlegt. Außenminister Westerwelle begrüßte die Verabschiedung als "wichtiges Signal" für eine stärkere Zusammenarbeit in Zentralasien. Ziel der Wasserinitiative ist, durch die nachhaltigen Nutzung der knappen Wasserressourcen in der Region zur Verbesserung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation in Zentralasien
beizutragen. 

Die Teilnehmerstaaten wollen in ihrer Zusammenarbeit auch die durch den Klimawandel zu erwartenden Herausforderungen verstärkt berücksichtigen und damit einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung, regionaler Stabilität und Sicherheit leisten. 2013 soll auf einer Partnerkonferenz eine gemeinsame Zwischenbilanz der Aktivitäten gezogen werden.


Stand 08.03.2012