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USA Vereinigte Staaten

Kultur und Bildung

Stand: April 2017

Kultur- und Bildungspolitik

Der deutsche Begriff der Kultur- und Bildungspolitik lässt sich nicht ohne weiteres auf die Politik der USA übertragen. Der deutsche 'Kulturstaatsgedanke' ist der amerikanischen Gesellschaft fremd. Kulturförderung ist in erster Linie eine Aufgabe der Gesellschaft, nicht des Staates. Ohne großzügiges Mäzenatentum sind Kulturförderung und Bildung nicht denkbar. Der staatliche Anteil an den gesamten Kulturausgaben liegt unter 15 Prozent, die restlichen Gelder werden zu fast gleichen Teilen von privaten Spendern und Kulturbetrieben bereitgestellt.

Gleichwohl ist die Bildungspolitik ein wichtiges Thema für Präsident Obama, insbesondere als Instrument zur Stärkung der amerikanischen Mittelklasse. Im Vordergrund seiner Bemühungen stehen die Themen Bildungsgerechtigkeit, kostenfreier Zugang zur Vorschulbildung, Qualitätssteigerung in der Schulbildung und Kostensenkung an den Hochschulen. In seiner sechsten Rede zur Lage der Nation im Januar 2015 stellte Präsident Obama unter dem Namen 'America’s College Promise' einen Plan vor, mit dem die Kosten für die ersten zwei Studienjahre an den berufsbildungsorientierten 'Community Colleges' erlassen werden sollen, sofern die Studenten einen stetigen Fortschritt im Studium zeigen. Voraussetzung ist, dass die Community Colleges einen späteren Übergang zum vierjährigen Bachelorstudium an einem College ermöglichen.


Schulen

Als Schulrahmengesetz wurde vom US-Kongress - noch zu Zeiten der Obama-Administration - Ende 2015 der „Every Student Succeeds Act“ verabschiedet, der den Einfluss der Bundesebene auf das Schulwesen weiter zurück drängt. Die Zuständigkeit hierfür liegt im Wesentlichen bei den Bundesstaaten und ihren etwa 15.000 Schuldistrikten. Die Schuldistrikte fördern die öffentlichen Schulen in erster Linie aus dem Grundsteueraufkommen. Diese Finanzierung ist die Ursache für große Unterschiede in den jeweils verfügbaren öffentlichen Mitteln und die bessere Ausgangssituation reicher Schuldistrikte im Bildungswettbewerb.

Das sehr unterschiedliche Leistungsniveau von Schülern an öffentlichen Schulen hat dazu geführt, dass alternative Schulformen wie z.B. Hausunterricht ("home schooling") und sogenannte 'Charter Schools' (Schulen, die öffentliche Mittel erhalten, aber in der Gestaltung ihres Curriculums unabhängig sind) beliebt bleiben.

Sprachvermittlung ist nicht im Fokus der Bildungsbehörden; Fremdsprachen stehen in den USA nicht verpflichtend im Curriculum. Nur rund 30% der US-Schüler lernen Fremdsprachen, davon rund 4,5% Deutsch (ca. 400.000 Schülerinnen und Schüler); Deutsch steht zudem in starkem Wettbewerb mit Spanisch, Französisch und zunehmend Chinesisch. Insgesamt werden in den USA 121 Partnerschulen im Rahmen der „Partnerschulinitiative“ (PASCH) gefördert, darunter fünf deutsche Auslandsschulen. Ein landesweites Netz von neun BeraterInnen für den Deutschunterricht (BDU) betreut und berät Schulen und steht als Ansprechpartner im Bereich Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung. Insgesamt haben 2016 rund 730 US-Schülerinnen und Schüler die Prüfung zum DSD I oder II abgelegt, die meisten an Samstagsschulen, die Deutschunterricht außerhalb der regulären Schulzeiten anbieten. Zum PASCH-Netzwerk, das modellhaft ist für Sprachvermittlung und Förderung einer internationalen Lerngemeinschaft, gehören außerdem 27 Immersionsschulen (mit Deutsch als Arbeitssprache in einzelnen Unterrichtsfächern) und sog. FIT-Schulen (Sprachniveau bis A2).


Hochschulen

Universitäten verfügen über eine weitgehende Autonomie. Die über 4.000 privaten und staatlichen Universitäten und Colleges bieten ein breitgefächertes Studienangebot. Die Zahl ausländischer Studierender in den USA erreichte 2015/16 mit etwa 1.043.839einen neuen Höchststand; 2014/15 waren es noch etwa 975.000. Die Zahl deutscher Studierender in den USA blieb mit 10.145 nahezu unverändert. Deutschland belegte unter den Entsendeländern Platz 15. Die Zahl der US-Studenten in Deutschland stieg deutlich um 6% auf 11.010 (2014/15). Deutschland bleibt damit auf Rang 6 der beliebtesten Gastländer für US-Studenten.  

Bei der Förderung des internationalen Austauschs kommt dem Fulbright-Programm in den USA eine große Bedeutung zu. Es wird in vielen der 160 Partnerländer durch eigenständige Kommissionen administriert - so auch durch die Deutsch-Amerikanische Fulbright-Kommission in Berlin, die seit ihrer Gründung im Jahre 1952 mehr als 45.000 Deutsche und Amerikaner mit Stipendien unterstützt hat.

Im Hochschulbereich kann sich Deutsch als dritthäufigste Fremdsprache hinter Spanisch und Französisch behaupten. Aufgrund der starken Betonung mathematischer und naturwissenschaftlicher Fächer sind Sprachstudien in den USA jedoch nur von nachgeordneter Wichtigkeit. 


Medien

Wichtigste Medien: Die drei nationalen Fernsehketten ABC, CBS, NBC, die drei etablierten 24-Stunden-Nachrichtensender Fox News, CNN, MSNBC, der öffentliche Informationskanal C-SPAN, das öffentliche Fernsehnetzwerk PBS, der nicht-kommerzielle Radiosender NPR, die überregionalen Tageszeitungen USA Today, Wall Street Journal, New York Times, Washington Post, Los Angeles Times und Chicago Tribune sowie die politischen Wochenmagazine Time und Newsweek.

In den USA spielen die sozialen Medien, allen voran Facebook, Twitter, Instagram, Youtube und Tumblr, eine bedeutende und weiter wachsende Rolle. 


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