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Lesotho

Wirtschaftspolitik

Stand: Dezember 2013

Allgemeine Wirtschaftslage

Das reale Wachstum erreichte 2012 4,0 Prozent. Für 2013 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 4,6 Prozent gerechnet. Die Inflationsrate betrug im August 2013 rund 5,3 Prozent. Beim Human Development Index rangiert Lesotho auf Rang 158 von 187. Das Land gehört damit zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde.

Die lesothische Wirtschaft hat sich im Jahr 2012 wieder positiver entwickelt, da die beiden wichtigen Konjunkturbranchen, der Diamantenbergbau und der Textilsektor, wieder nachfragebedingt wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag 2012 bei rund 2,45 Mrd. US-Dollar. Mit einem BIP-pro-Kopf-Einkommen von etwa 138 US-Dollar und einer Armutsrate von rund 56,6 Prozent der Bevölkerung liegt Lesotho knapp unterhalb des afrikanischen Gesamtniveaus. Der Staatshaushalt speist sich zu einem erheblichen Teil aus Einnahmen aus der Zollunion des südlichen Afrika (SACU) mit Südafrika, Botsuana und Swasiland.

Außenwirtschaft

Insgesamt besteht eine enge Verknüpfung zu Südafrika. So ist die Landeswährung Maloti im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Das Land deckt seinen Importbedarf fast zur Gänze aus Südafrika. Hauptausfuhrprodukte, nicht nur nach Südafrika, sind Textilien sowie Diamanten, Wasser und Nahrungsmittel. Bereits seit vielen Jahren liegt ein großes Handelsdefizit vor. Im Jahr 2012 standen Importe von rund 2,2 Milliarden US-Dollar Exporten im Wert von nur rund 972 Millionen US-Dollar gegenüber.

Wirtschaftssektoren

Träger des Wirtschaftswachstums in Lesotho waren bisher hauptsächlich der Textilbereich und seit 2006 auch der Diamantenbergbau. Der Textilsektor profitiert insbesondere von dem US-amerikanischen "African Growth and Opportunities Act" (AGOA). Lesotho ist der größte afrikanische Exporteur von Textilien in die USA, die zugleich wichtigster Abnehmer lesothischer Produkte sind ("Jeans capital of Africa"). Investitionen im Textilbereich kommen vor allem aus Taiwan, China und Singapur. Seit dem Juni 2009 kommt Lesotho auch auf dem europäischen Markt in den Genuss einer günstigen Drittstaatenregelung. Die zahlreichen in Lesotho produzierenden Textil-Unternehmen können unverarbeitete Stoffe aus Drittstaaten (wie dem asiatischen Raum) importieren, sie vor Ort weiter verarbeiten und dann auf dem EU-Markt verkaufen. 

Wasser wurde durch das "Lesotho Highlands Water Project" seit 1998 ebenfalls ein Wirtschaftsfaktor, hierdurch erhält die Regierung jährlich rund 20 Millionen US-Dollar von Südafrika an Einnahmen. Mit der Fertigstellung der zweiten Projektphase wird dies noch zunehmen.

Entwicklung des Tourismus

Große Hoffnungen setzt Lesotho auf den Tourismus, für den das Land landschaftlich mit seinen hohen Gebirgszügen und kulturellen Angeboten gute Voraussetzungen mitbringt. Der Tourismussektor in Lesotho ist bisher allerdings nur zum Teil entwickelt - verglichen mit dem Standard in der Region. Unzureichende Investitionssicherheit (insbesondere in Bezug auf Landeigentum oder Landnutzung für ausländische Investoren) und schwache Infrastruktur haben bisher viele Investoren von einem Engagement in Lesotho abgehalten. Die Regierung ist bestrebt, dies mittelfristig zu ändern.

Investitionsbedingungen

Die lesothische Regierung hat sich die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investitionen (Steueranreize, schnellere Genehmigungsverfahren) zum Ziel gesetzt. Gewisse Steueranreize führten bereits zum Anstieg des Wirtschaftswachstums und zu einem Anstieg der staatlichen Einkünfte, der allerdings nicht zuletzt durch Effizienzsteigerung der Arbeit der Steuerbehörden bedingt ist.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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