Hauptinhalt

Marokko

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Dezember 2014

Politische Beziehungen

Deutschland unterhält mit Marokko seit 1956 diplomatische Beziehungen. Die Kontakte sind traditionell eng, freundschaftlich und spannungsfrei. Bundeskanzlerin Angela Merkel und König Mohamed VI. haben sich 2010 getroffen, Bundesaußenminister Steinmeier empfing den marokkanischen Außenminister Mezouar 2014 in Berlin. Delegationen des Bundestags und von Länderparlamenten reisen regelmäßig in das Königreich. Gemeinsam waren Deutschland und Marokko 2012/13 nichtständige Mitglieder im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Die multilaterale Kooperation hat dadurch an Dichte und Qualität gewonnen. 2013 haben die beiden Außenministerien die „Erklärung von Rabat“ in Kraft gesetzt. Das Dokument würdigt die Beziehungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit und legt fest, in welchen Sektoren (u.a. Umwelt, Energie, Wissenschaft) Deutschland und Marokko noch enger zusammenarbeiten wollen. Die Erklärung sieht neben einem  regelmäßigen Konsultationsmechanismus auch einen verstärkten Dialog in den  in den Bereichen demokratische Entwicklung, Rechtsstaat, Zivilgesellschaft und Menschenrechte vor.

Erklärung von Rabat (PDF, 29 KB)

In Rabat sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Hanns-Seidel-Stiftung und  die Heinrich-Böll-Stiftung vertreten.

In Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung.

Wirtschaftsbeziehungen

In der marokkanischen Handelsbilanz 2013 belegt Deutschland den 7. Platz. Die ersten Ränge gehen an Frankreich, Spanien, USA und China. Aus deutscher Sicht stand Marokko in der Rangfolge der Außenhandelspartner 2013 auf Rang 65 bei den Einfuhren (855 Millionen Euro) und Platz 58 bei den Ausfuhren (1.630 Millionen Euro). Der deutsche Überschuss betrug 775 Millionen Euro. Die Daten spiegeln den bilateralen Austausch nicht vollständig wieder, da mehrere Unternehmen über ihre französischen Niederlassungen tätig sind. Mit Schwerpunkt in Casablanca sind über 120 Firmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Marokko vertreten. Es handelt sich in der Mehrzahl um Vertriebsbüros, von denen einige von Marokko aus auch das Geschäft im französischsprachigen Schwarzafrika steuern. Wichtigste deutsche Exportgüter kommen aus den Branchen Automobil, Maschinenbau, Elektrotechnik und Chemie. Neue Geschäftsfelder bieten die Kfz-Zulieferindustrie, Infrastruktur/Bau, Erneuerbare Energien, Umwelt (Wasser, Abfall, Recycling) und Landwirtschaft (Marokko zählt zu den wichtigsten Importeuren deutscher Zuchtrinder). Die 2012 eingerichtete Gemischte Wirtschaftskommission (GWK), die 2014 in Casablanca getagt hat, will dem Wirtschaftsaustausch weitere Impulse verleihen und auf eine breitere Grundlage stellen.

Das bilaterale Doppelbesteuerungsabkommen ist seit 1974 in Kraft, das Investitionsschutzabkommen seit 2008.

Entwicklungszusammenarbeit

Die Entwicklungszusammenarbeit ist ein zentraler Pfeiler der Beziehungen zu Marokko. Deutschland gehört zu den größten bilateralen Gebern Marokkos. Als Partnerland ist Marokko nach Ägypten der zweitgrößte Empfänger deutscher Fördermittel in der Region Nahost und Nordafrika. Die Bundesrepublik hat Marokko für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt 360,6 Millionen Euro zugesagt; größtenteils in Form von Darlehen. Mit den Schwerpunkten Wasser, Energie, Umwelt und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ist die Entwicklungszusammenarbeit in Kernbereichen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Marokkos tätig..

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt auf seiner Internetseite weitere Informationen bereit:

www.bmz.de

Kulturelle Beziehungen

Neben der Programmarbeit sind die Förderung der deutschen Sprache und die wissenschaftliche Zusammenarbeit die Schwerpunkte der deutschen Kulturarbeit in Marokko. Das Goethe-Institut hat Zweigstellen in Casablanca und Rabat und zwei Dialogpunkte Deutsch in Tanger und Oujda. Das Goethe-Institut betreut außerdem sechs PASCH-Schulen. In Tanger gibt es zudem eine deutsch-marokkanische interkulturelle Vereinigung.

Im Hochschulbereich bestehen über 20 Kooperationen zwischen deutschen und marokkanischen Universitäten, es existiert ein gemeinsames Förderprogramm für bilaterale Forschungsprojekte. Ferner bestehen Partnerschaften zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem Nationalen Zentrum für Wissenschaftliche Forschung (CNRST) sowie des Deutschen Archäologischen Instituts mit dem Nationalen Archäologischen Forschungszentrum (INSAP). Die Universitäten in Fes, Rabat und Casablanca sowie die Übersetzerhochschule in Tanger verfügen über Deutsch-Abteilungen. Lektoren des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unterrichten in Rabat und Meknès und führen Studienberatungen durch; ein Sprachdozent rundet die personelle Präsenz des DAAD in Marokko ab.

Das Auswärtige Amt fördert auch den Kulturerhalt in Marokko. So wurde im Frühjahr 2013 die auch mit Mitteln des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amtes renovierte Synagoge "Slat Al Fassiyin" in Fes unter Mitwirkung von Bundestagspräsident Lammert und dem marokkanischen Regierungschef Benkirane, der vor zahlreichen Gästen eine Grußbotschaft von König Mohammed VI. verlas, eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere