Hauptinhalt

Rede von Außenminister Guido Westerwelle vor der deutsch-südafrikanischen Binationalen Kommission

08.05.2012

- Es gilt das gesprochene Wort! -

Exzellenz, sehr geehrter Herr Vizepräsident Motlanthe,
sehr geehrte Frau Ministerin Nkoana-Mashabane,
sehr geehrte Herren Minister Gordhan und Minister Davies,
sehr geehrte Frau Ministerin Pandor,
sehr geehrter Vizeminister Martins,
sehr geehrter Botschafter Stofile,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, Sie alle hier zum Abschlussplenum der 7. Deutsch-Südafrikanischen Binationalen Kommission im Auswärtigen Amt in Berlin begrüßen zu dürfen. Durch Ihre Anwesenheit unterstreichen Sie die Bedeutung, die Sie dem bilateralen Verhältnis unserer beiden Länder beimessen.

Nachdem Dirk Niebel und ich im April 2010 Ihre vorzügliche Gastfreundschaft in Pretoria genießen durften, freuen wir uns sehr, Sie nun in Deutschland willkommen heißen zu können.

Südafrika ist Deutschlands wichtigster Partner in Subsahara-Afrika. Deutschland und die Deutschen haben die friedliche Entwicklung, die Südafrika genommen hat, stets mit großem Respekt verfolgt. Im politischen und wirtschaftlichen Aufstieg Südafrikas sehen wir eine große Chance, unsere gute Zusammenarbeit noch weiter auszubauen und zu vertiefen. Südafrika und Deutschland verbindet eine strategische Partnerschaft.

Die Binationale Kommission ist Ausdruck unseres Wunsches einer noch engeren Zusammenarbeit im Rahmen unserer strategischen Partnerschaft.

Südafrika und Deutschland werden in den Zukunftsbereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien sowie Bildung und Ausbildung zukünftig ihre Kooperation ausbauen. Gerade im Bereich berufliche Bildung hat Deutschland einen besonders großen Erfahrungsschatz anzubieten.

Südafrika und Deutschland sind als bevölkerungsreiche und wirtschaftlich starke Staaten Schlüsselländer in ihren jeweiligen Regionalverbünden.

Südafrika ist Motor und Schwergewicht innerhalb der „South African Development Community“ und der Afrikanischen Union.

Deutschland wiederum ist fest in der Europäischen Union verankert. Die Bekämpfung der europäischen Staatsschuldenkrise steht für uns derzeit im Fokus.

Deutschland ist sich seiner Verantwortung in Europa bewusst und Deutschland kennt die Verantwortung Europas in der Welt. Durch die kurzfristige Bereitstellung von Liquidität haben wir ein klares Signal der Entschlossenheit an die Märkte gesendet. Mit einer wachstumsorientierten Politik, die die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärkt, wollen wir dafür arbeiten, dass unser Kontinent stärker aus der Krise hervorgeht, als er zu Beginn der Krise war.

Südafrika und Deutschland werden ihre Zusammenarbeit nicht nur zum gegenseitigen Nutzen verstärken, sondern auch in gemeinsamer Verantwortung für das Ganze. Gestern tagte erstmals unsere neu geschaffene Fachkommission für Außen- und Sicherheitspolitik. Sie ist Ausdruck unseres gemeinsamen Wunsches, zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen. Beispielsweise bei der angestrebten Reform des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen ziehen Südafrika und Deutschland bereits fest an einem Strang. Wir sehen Südafrika bei der Gestaltung der Globalisierung als starken und verlässlichen Partner.

Die intensiven und vielfältigen südafrikanisch-deutschen Beziehungen sind nur möglich, weil sie ein festes Fundament haben, nämlich gemeinsame Werte. Die Geschichte unserer Länder zeigt, die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde ist stärker als Stacheldraht. Uns mögen Tausende von Kilometern trennen, aber diese gemeinsame Erfahrung verbindet.

Bevor wir die Berichte aus den verschiedenen gemeinsamen Fachkommissionen hören, gebe ich das Wort an meinen sehr verehrten Co-Vorsitzenden, Vizepräsident Motlanthe: „The floor is yours!