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Demokratische Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Das Land ist seit Jahren ein Schwerpunkt der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes.

Nach jahrelangem Krieg in der Demokratischen Republik Kongo, in den zeitweilig fast alle Nachbarstaaten involviert waren, wurde 2003 ein Friedensabkommen geschlossen, das jedoch nicht den erhofften Frieden bringen konnte. Konkurrierende Bürgerkriegsparteien, Armeen und Milizen liefern sich weiterhin bewaffnete Auseinandersetzungen, die besonders in den Provinzen im Osten des Landes immer wieder zu massiven Binnenvertreibungen führen. 

Endemische Krankheiten, vor allem die Cholera (22.000 Fälle in 2014) sowie das Fehlen eines funktionierenden Gesundheitssystems und mangelnder Zugang zu sauberem Trinkwasser führen zu einer prekären Lage. Zudem ist das Land in einer desolaten wirtschaftlichen Situation und nimmt auf dem Humanitarian Development Index (HDI, "Index für menschliche Entwicklung" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen) den vorletzten Platz ein.

Der humanitäre Bedarf für die Demokratische Republik Kongo beläuft sich für das Jahr 2015 nach Angaben der Vereinten Nationen auf 692 Millionen US-Dollar.

Humanitäre Lage

Johanniter Unfallhilfe

Medizinische Notversorgung
© Johanniter Unfallhilfe

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Johanniter Unfallhilfe

Johanniter Unfallhilfe

Medizinische Notversorgung

Seit mehr als 10 Jahren zählt die Krisenregion im Osten des Landes zu den Regionen mit unverändert hohem humanitärem Bedarf. Die Rebellentätigkeiten verschiedener Gruppen, bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen und regionale ethnische Konflikte sind verbunden mit Plünderungen, Entführungen, Versklavung, Zwangsrekrutierung zu Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen. Auch 2014 sind im Ostkongo immer noch ca. 40 bewaffnete Gruppen aktiv. Der Schutz der Zivilbevölkerung, Nahrungsmittelunsicherheit sowie ein kaum existierendes Gesundheitssystem stellen die größten Probleme dar. So sind 6,7 Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, 2 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die wiederholte Zerstörung von Gesundheitsstationen im ländlichen Raum führt zu großen Mängeln in der medizinischen Basisversorgung.

Die fragile Sicherheitslage im Nachbarland Zentralafrikanische Republik hat 2014 zur Flucht von bisher 91.000 zentralafrikanischen Flüchtlingen in die Provinzen Equateur und Orientale im Norden/Nordosten der DR Kongo geführt. Auch diese akute Notlage erfordert humanitäre Hilfe.

Plünderungen, Entführungen, Versklavung, Zwangsrekrutierung zu Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen skizzieren u. a. die Gewalt. Der Schutz der Zivilbevölkerung, Nahrungsmittelunsicherheit sowie ein kaum existierendes Gesundheitssystem stellen die größten Probleme dar.

Deutsche humanitäre Hilfe

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Ostkongo mit gravierenden Übergriffen auf die Zivilbevölkerung in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu, Orientale und Katanga machen humanitäre Hilfe durch die internationale Gemeinschaft notwendig. In den Jahren 2010 bis 2014 hat das Auswärtige Amt über humanitäre Nichtregierungsorganisationen und Beiträge an Internationale Organisationen (Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Welternährungsprogramm u.a.) Hilfsprojekte in Höhe von knapp 30 Mio Euro gefördert. 

Die humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes umfasst Nothilfe zur Überlebenssicherung als auch längerfristige Übergangshilfe zur weiteren Existenzsicherung. Die Schwerpunkte liegen auch 2015 im Gesundheitsbereich, in der Behandlung von Opfern sexueller Gewalt sowie in der Sicherstellung der Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung. Zielgruppen sind Binnenvertriebene, Rückkehrer als auch die Aufnahmefamilien in der lokalen Bevölkerung.

Hilfe unter erschwerten Bedingungen

Die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen wird eingeschränkt durch die fragile Sicherheitslage im Osten des Landes. Im Jahr 2014 zeigte die Statistik knapp 200 Übergriffe auf humanitäre Organisationen und deren Helfer und Helferinnen. Mangelnde Infrastruktur, große Entfernungen und das Fehlen von Transportkapazitäten erschweren in vielen Regionen die humanitäre Arbeit.


Stand 27.03.2015

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