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Demokratische Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Das Land ist seit Jahren ein Schwerpunkt der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes.

Nach jahrelangem Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), in den zeitweilig fast alle Nachbarstaaten involviert waren, wurde 2003 ein Friedensabkommen geschlossen, das jedoch nicht den erhofften Frieden bringen konnte. Konkurrierende Bürgerkriegsparteien, Armeen und Milizen liefern sich weiterhin bewaffnete Auseinandersetzungen, die besonders im Osten des Landes zu Binnenvertreibungen in großem Ausmaß führen. Zudem ist das Land in einer desolaten wirtschaftlichen Lage und nimmt auf dem "Index für menschliche Entwicklung" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) den letzten Platz ein.

Humanitäre Lage

Johanniter Unfallhilfe

Medizinische Notversorgung
© Johanniter Unfallhilfe

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Johanniter Unfallhilfe

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Medizinische Notversorgung

Auch 2013 zählt die DR Kongo zu den fünf Krisenregionen weltweit, die laut der Europäischen Kommission den höchsten humanitären Bedarf haben. Die Zunahme der Gewalt zwischen Regierungstruppen und Milizen im Ostkongo seit April 2012 führte bis Ende 2013 zu einem weiteren starken Anstieg der Binnenvertriebenen auf 2,9 Mio., einer der höchsten Zahlen weltweit, und zur Flucht von Zehntausenden Kongolesen in die Nachbarländer.

Im ersten Quartal 2014 ist ein leichter Rückgang der Binnenvertriebenen-Zahlen zu verzeichnen. Das Land hat darüber hinaus bisher 60.000 Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik aufgenommen, die aufgrund der angespannten Lage im Heimatland in die Provinzen Equateur und Orientale im Norden der DR Kongo geflüchtet sind. Aus den Nachbarländern Republik Kongo und Angola strömen Rückkehrer in den Westteil des Landes um die Hauptstadt Kinshasa.

Weitere Details:

http://reliefweb.int/country/cod

Plünderungen, Entführungen, Versklavung, Zwangsrekrutierung zu Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen skizzieren u. a. die Gewalt. Der Schutz der Zivilbevölkerung, Nahrungsmittelunsicherheit sowie ein kaum existierendes Gesundheitssystem stellen die größten Probleme dar. So sind 6,7 Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, 2,5 Million Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. 70 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die wiederholte Zerstörung von Gesundheitsstationen im ländlichen Raum führt zu großen Mängeln in der medizinischen Basisversorgung.

Deutsche humanitäre Hilfe

Die DR Kongo gehört zu den Ländern, in denen Deutschland auch in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Ostkongo mit gravierenden Übergriffen auf die Zivilbevölkerung in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu, Orientale und Katanga machen humanitäre Hilfe durch die internationale Gemeinschaft notwendig. In den Jahren 2010 bis 2013 hat das Auswärtige Amt über humanitäre Nichtregierungsorganisationen und Beiträge an Internationale Organisationen (Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Welternährungsprogramm u.a.) Hilfsprojekte in Höhe von rund 30 Mio Euro gefördert. 

Die Unterstützung wird im Jahr 2014 weitergeführt. Schwerpunkte der Förderung sind die Versorgung der Binnenvertriebenen und die Stärkung der Widerstandskräfte der Rückkehrer an ihren Heimatorten sowie der betroffenen lokalen Bevölkerung, die Binnenvertriebene aufgenommen haben. Letzteres geschieht durch sogenannte Übergangshilfeprojekte, die durch die Sicherung von Lebensgrundlagen längerfristige Entwicklungszusammenarbeit überhaupt erst möglich machen.

Hilfe unter erschwerten Bedingungen

Die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen wird eingeschränkt durch die fragile Sicherheitslage im Osten des Landes. Mangelnde Infrastruktur, große Entfernungen und das Fehlen von Transportkapazitäten erschweren ebenfalls die Projektarbeit.


Stand 19.08.2014

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