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Demokratische Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo herrscht eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Das Land ist seit Jahren ein Schwerpunkt der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes.

Nach jahrelangem Krieg in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo), in den zeitweilig fast alle Nachbarstaaten involviert waren, wurde 2003 ein Friedensabkommen geschlossen, das jedoch nicht den erhofften Frieden bringen konnte. Konkurrierende Bürgerkriegsparteien, Armeen und Milizen liefern sich weiterhin bewaffnete Auseinandersetzungen, die besonders im Osten des Landes zu Binnenvertreibungen in großem Ausmaß führen. Zudem ist das Land in einer desolaten wirtschaftlichen Lage und nimmt auf dem "Index für menschliche Entwicklung" des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) Platz 187 von 187 ein.

Humanitäre Lage

Johanniter Unfallhilfe

Medizinische Notversorgung
© Johanniter Unfallhilfe

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Johanniter Unfallhilfe

Johanniter Unfallhilfe

Medizinische Notversorgung

Auch 2013 zählt die DR Kongo zu den fünf Krisenregionen weltweit, die laut der Europäischen Kommission den höchsten humanitären Bedarf haben. Die Zunahme der Gewalt seit April 2012 führt zu einem weiteren, starken Anstieg der Binnenvertriebenen von 1,9 Mio. auf 2,6 Mio. (Stand März 2013). und zur Flucht von 60.000 Kongolesen in die Nachbarländer. Plünderungen, Entführungen, Versklavung, Zwangsrekrutierung zu Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen skizzieren darüber hinaus die Gewalt.

Weitere Details:

http://reliefweb.int/country/cod


Der Schutz der Zivilbevölkerung, Nahrungsmittelunsicherheit sowie ein kaum existierendes Gesundheitssystem stellen die größten Probleme dar. 4,5 Millionen Menschen sind von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, 1 Million Kinder sind unterernährt. 70 Prozent der ländlichen Bevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die wiederholte Zerstörung von Gesundheitsstationen im ländlichen Raum führt zu großen Mängeln in der medizinischen Basisversorgung.

Deutsche humanitäre Hilfe

Die DR Kongo gehört zu den Ländern, in denen Deutschland auch in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist

Die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Ostkongo mit gravierenden Übergriffen auf die Zivilbevölkerung in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu, Orientale und Katanga machen humanitäre Hilfe durch die internationale Gemeinschaft notwendig. 2008 bis 2012 hat das Auswärtige Amt über humanitäre Nichtregierungsorganisationen und Beiträge an Internationale Organisationen (Internationales Komitee vom Roten Kreuz, Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Welternährungsprogramm u.a.) Hilfsprojekte in Höhe von 30,5 Mio Euro gefördert. Die Unterstützung wird im Jahr 2013 mit bisher 9 Mio. Euro weitergeführt. Schwerpunkte der Förderung sind die Versorgung der Binnenvertriebenen (Nothilfeprojekte) und die Stärkung der Widerstandskräfte der Rückkehrer an ihren Heimatorten sowie der betroffenen lokalen Bevölkerung, die Binnenvertriebene aufgenommen haben; letzteres geschieht durch sogenannte Übergangshilfeprojekte, die durch die Sicherung von Lebensgrundlagen längerfristige Entwicklungszusammenarbeit überhaupt erst möglich machen.

Hilfe unter erschwerten Bedingungen

Die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen wird erschwert durch die fragile Sicherheitslage im Osten des Landes, die immer wieder zu Unterbrechungen in der Projektdurchführung führt wie zum Beispiel im Dezember 2012: Die Besetzung der Stadt Goma/Provinz Nord-Kivu durch die Rebellengruppe M23 und anhaltende Kämpfe im Stadtgebiet zwangen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen zum vorübergehenden Rückzug nach Ruanda. Mangelnde Infrastruktur, große Entfernungen und das Fehlen von Transportkapazitäten erschweren ebenfalls die Projektarbeit.


Stand 25.05.2013