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Vietnam

Wirtschaft

Stand: März 2017

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Das „vietnamesische Wirtschaftswunder“ begann 1986, als sich das unter den Folgen von Krieg und Zerstörung leidende und dem wirtschaftlichen Kollaps nahe Land wirtschaftlich zu öffnen begann (sog. Doi Moi-Politik) und den Weg zu einer 'sozialistischen Marktwirtschaft' beschritt. In den darauf folgenden zweieinhalb Jahrzehnten hat das Land einen fulminanten wirtschaftlichen Aufschwung mit Wachstumsraten von zumeist 7 bis 8 Prozent erlebt. Von der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 hatte sich Vietnam vergleichsweise schnell erholt. 

Vietnam hat 2009 die Grenze von 1000 USD Jahreseinkommen pro Kopf überschritten und ist seitdem ein „Middle Income Country“. 2016 betrug das Bruttoinlandsprodukt 198 Mrd. USD, demnach 2215 USD pro Kopf. Allerdings ist das Volkseinkommen zwischen Stadt und Land sehr ungleich verteilt. Nach wie vor leben 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, erwirtschaften dort aber nur 20 Prozent des Volkseinkommens.Die Inflationsrate lag in Vietnam 2016 bei 2,66%.

Vietnam bleibt ein bevorzugtes Ziel für ausländische Direktinvestitionen. Der größte Investor Vietnams 2016 war Südkorea mit einem neu registrierten Investitionsbetrag in Höhe von 5,518 Mrd. USD, entsprechend 36,3% des gesamten Investitionsvolumens. Danach folgten Singapur mit 1,59 Mrd. USD, Hong Kong mit 1,1 Mrd. USD und Japan 868 Mio. USD. Deutschland steht mit ca. 300 in Vietnam aktiven Unternehmen und einem kumulierten Investitionsbetrag von 1,357 Mrd. USD auf Rang 21 der Investorenliste.


Außenhandel

Der vietnamesische Außenhandel entwickelt sich weiterhin expansiv. Er weist 2016 einen Überschuss in Höhe von 2,6 Mio. USD auf. Das Exportwachstum ist im Wesentlichen auf die Produktion ausländischer Firmen in Vietnam zurückzuführen. Der Wert der Exporte belief sich 2016 insgesamt auf 175,9 Mrd. USD (ein Plus von 8,3 % im Vergleich zum Vorjahr). Die wichtigsten Außenhandelspartner Vietnams sind China, ASEAN, die USA, die EU, Südkorea und Japan. Im Vergleich zum Vorjahr ist die EU mit einem Handelsvolumen von 45,1 Mrd. USD in der Rangfolge der Außenhandelspartner einen Platz nach vorne gerückt und hat den 3. Platz nach den USA (46,8 Mrd. USD) und China (61,6 Mrd. USD) eingenommen..

Die wichtigsten Exportgüter sind weiterhin Mobiltelefone und Ersatzteile (34,5 Mrd. USD), Textilien und Bekleidung (23,6 Mrd. USD), Schuhe (12,9 Mrd. USD), Computer und Teile (18,5 Mrd. USD) sowie Maschinen und Ersatzteile (10,5 Mrd. USD).

Die vietnamesischen Importe stiegen 2016 um 4,6% auf 173,3 Mrd. USD. . Die wichtigsten Importgüter sind: Maschinen und Anlagen (28,1 Mrd. USD), Elektronikartikel und Teile (27,8 Mrd. USD), Stoffe (10,5 Mrd. USD) sowie Eisen und Stahl (8 Mrd. USD).Die USA liegen 2016 weiterhin als Ziel vietnamesischer Exporte mit 38,1 Mrd. USD (+ 14%) vor der EU. Die Importe aus der EU weisen eine Steigerung um 6,7% auf. Der größte Importpartner bleibt mit 49,8 Mrd. USD, trotz politischer Spannungen, weiterhin China. Das Außenhandelsvolumen mit Deutschland lag 2016 bei 10,3 Mrd. USD. Die Importe aus Vietnam stiegen um 33 % auf 8 Milliarden USD, die deutschen Exporte nach Vietnam erreichten 2,3 Mrd. USD und stiegen um 15%.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Seit Januar 2007 ist Vietnam Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) . Das Land hat sich zu Nichtdiskriminierung, Transparenz (auch bei Staatsunternehmen), Abbau von Handelshemmnissen, Abschaffung bestehender Quoten sowie zum Schutz geistigen Eigentums verpflichtet. Der WTO-Beitritt ist als politisches Signal und als wirtschaftspolitische Weichenstellung zu verstehen, die internationale Einbindung Vietnams wurde hierdurch entscheidend vorangebracht.

Darüber hinaus ist Vietnam Mitglied in allen wichtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen, darunter Weltbank, Internationaler Währungsfonds, AFTA (Asia Free Trade Area), APEC (Asia Pacific Economic Conference) und der World Customs Organization (WCO).

Eine aktive Rolle spielt Vietnam innerhalb von ASEAN (Association of South East Asian Nations), in dessen Wirtschaftsraum insgesamt 560 Millionen Einwohner (mehr als EU-28) ein jährliches Bruttoinlandsprodukt von gut 800 Milliarden USD erwirtschaften. Die zehn ASEAN-Mitglieder Vietnam, Laos, Kambodscha, Thailand, Indonesien, Malaysia, Singapur, Philippinen, Brunei und Myanmar haben sich darauf verständigt, die regionale Integration entschlossen voranzutreiben. Seit Anfang 2016 ist die „Asean Economic Community“ in Kraft, die das Ziel verfolgt, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu schaffen. Vietnam hatte 2010 erfolgreich die rotierende, einjährige ASEAN-Präsidentschaft ausgeübt. Bis 2017 dauert die Amtszeit des früheren vietnamesischen Vizeaußenministers Le Luong Minh als ASEAN-Generalsekretär. Seit September 2015 hat die EU einen Botschafter bei ASEAN. Im Verlauf des Jahres 2015 hat das vietnamesische Ministerium für Industrie und Handel vier Freihandelsabkommen erfolgreich abgeschlossen: mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (März 2015), mit Südkorea (Mai 2015) mit der multilateralen Pazifik-Freihandelszone "Trans-Pacific Partnership“ (Oktober 2015) und mit der Europäischen Union (Dezember 2015). Das Abkommen mit Südkorea ist bereits von beiden Ländern ratifiziert; das Abkommen mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAEU) ist Oktober 2016 in Kraft getreten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Vietnam ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Die Entwicklungs­zusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie das Gesundheitswesen. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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