Hauptinhalt

Ghana

Ghana: Reise- und Sicherheitshinweise

Stand 20.08.2014
(Unverändert gültig seit: 18.07.2014)

Letzte Änderungen: Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Aktuelle Hinweise

Die  Ebola-Epidemie in den Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone kann sich unter Umständen in der Region weiter ausbreiten.

Es gab Pressemitteilungen im Juli, dass in Accra, der Hauptstadt Ghanas, ein Patient mit einer Ebolainfektion in einem Krankenhaus aufgenommen wurde. Hierbei handelte es sich jedoch nur um einen Verdachtsfall. In Ghana ist bislang keine bestätigte Ebolainfektion aufgetreten.

Das Auswärtige Amt rät, die Nachrichtenlage intensiv zu verfolgen und allgemeine Hygienemaßnahmen einzuhalten. Ein Merkblatt zu Ebola finden Sie unter www.diplo.de/reisemedizin.


Landesspezifische Sicherheitshinweise

In der Provinz Northern Region wird die Sicherheitslage durch gelegentliche gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen beeinträchtigt. Dadurch ist es auch zu einer Verschlechterung der örtlichen Versorgungslage durch Schließung von Geschäften gekommen. Insgesamt hat sich die Lage in den vergangenen Monaten gebessert, jedoch ist eine baldige Lösung dieser Konflikte nicht zu erwarten. Vor Reisen in diese Regionen sollten daher aktuelle Informationen zur Lage eingeholt werden.

Bei Reisen in die Grenzregionen und in die Nachbarländer wird dringend empfohlen, die dort geltenden Sicherheitshinweise sorgfältig zu studieren.


Allgemeine Reiseinformationen

Kriminalität
Ghana ist im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern ein relativ sicheres Reiseland. Allgemeinkriminalität besteht jedoch in Form von Überfällen, teils auch mit Waffengewalt. Gerade in jüngster Zeit kam es nachts zu bewaffneten Überfällen auf alleinreisende Autofahrer auch im Stadtgebiet von Accra, bei denen auch von Schusswaffen Gebrauch gemacht wurde. Es ist daher Vorsicht geboten! Am Flughafen Kotoka, im Geschäftsviertel Osu (insbesondere nachts), in den wohlhabenden Wohnbezirken Cantonments, Labone und Airport Residential Area, zunehmend in Legon und Dzworulu werden Diebstahls- oder Gewaltdelikte vorzugsweise am Wochenende bei leeren Straßen registriert. Beliebte Tatzeit für Räuber sind auch die frühen Abendstunden. Die Opfer werden häufig mit einer Machete angegriffen, verletzt und die Tasche entrissen. Die Täter fliehen anschließend mit Motorrädern durch den dichten Verkehr. In der Überfallsituation selbst empfiehlt sich, keine Gegenwehr zu leisten, da sonst Gefahr des Waffengebrauchs durch die Angreifer zunimmt. Durch Repressionsmaßnahmen der Sicherheitsbehörden hat sich die Kriminalität in die Außenbezirke von Accra verlagert. Daher ist Vorsicht bei der Buchung von außerhalb der Innenstadt von Accra gelegenen kleineren Hotels geboten. Auf der Strecke zwischen Tamale und Bolgatanga (Northern Region) ereigneten sich in letzter Zeit vermehrt Überfälle auch während der Tageszeit. Es empfiehlt sich entweder in Tamale oder Bolgatanga bei der lokalen Polizei nachzufragen, um Informationen über die aktuelle Lage und ggf. Begleitschutzmaßnahmen durch die Polizei einzuholen.

Von Nachtfahrten wird außerdem wegen der schlechten Straßen- und Verkehrsverhältnisse (unbeleuchtete havarierte Lastkraftwagen auf den Fahrbahnen) dringend abgeraten. 

Hinweis für Selbstfahrer
Reisende in Ghana werden routinemäßig von Verkehrs- oder Schutzpolizisten angehalten. Sie müssen darauf vorbereitet sein, sich bei diesen Gelegenheiten mit Führerschein, Pass und Aufenthaltsgenehmigung (Visum) auszuweisen.  

Auch im laufenden Straßenverkehr werden Autofahrer regelmäßig angehalten. Da diese Stopps häufig auf Verletzungen der Straßenverkehrsordnung folgen (Telefonieren beim Fahren, fehlender Anschnallgurt, Kehrtwenden trotz Verbot o. ä.), wird allen Selbstfahrern dringend angeraten, sich über die in Ghana geltenden Verkehrsregeln zu informieren und diese stets zu befolgen. So kann unter Umständen manche unangenehme Begegnung mit der Polizei vermieden werden.

Bei Kontaktaufnahme über Internet-/ Freundesplattformen durch Personen aus Ghana sollte grundsätzlich ein großes Misstrauen gehegt werden. Sehr häufig handelt es sich um Betrugsversuche. Hierbei werden oft Liebesbezeugungen oder gar Heiratsabsichten bekundet, die in betrügerischer Absicht getätigt werden und die nach einer Phase des Vertrauensaufbaus in Geldforderungen enden. Bei lukrativen Geschäftsangeboten, Bitten um geschäftliche Einladungen, Erbschaftsankündigungen, Warenmusteranforderungen und Arbeitsplatzangeboten aus Ghana sollte man ebenfalls genau prüfen, ob eine betrügerische Absicht dahinter steckt.
Die deutsche Botschaft in Accra hat hierzu ein Merkblatt erstellt, das über folgenden Link abrufbar ist. http://www.accra.diplo.de

Geld / Kreditkarten
Landeswährung ist der Cedi (GHS). Cedis können bei den staatlich zugelassenen FOREX-Büros getauscht werden. Die aktuellen Kurse sind dort zu erfragen. Auch die größeren Hotels sind autorisiert, Geldwechsel vorzunehmen; die Kurse sind jedoch mitunter geringfügig schlechter als bei den FOREX-Büros. Die günstigsten Kurse sind gegen Bargeld zu erzielen, auch Traveller Cheques werden akzeptiert - allerdings zu deutlich schlechteren Kursen.

Kreditkarten werden nur in größeren Hotels und Restaurants akzeptiert und sollten wegen der Missbrauchsgefahr nur ausnahmsweise benutzt werden.

Mit einer Maestro-Karte (ehemals EC-Karte) kann an Geldautomaten, z. B.  der Stanbic  Bank oder GT-Bank, Bargeld abgehoben werden. Es empfiehlt sich jedoch nicht, mit Kreditkarten an Geldautomaten Bargeld zu ziehen, da es in letzter Zeit vermehrt zu Missbrauch kam: Die Daten der Kreditkarte sowie die PIN werden beim Abhebevorgang mitgelesen, es wird eine Kopie der Kreditkarte angefertigt, die dann missbräuchlich verwendet wird. Für finanzielle Notfälle besteht die Möglichkeit des Geldtransfers über "Western Union" (Info 069-26 48 201, Frankfurt) und von jeder deutschen Verkehrsbank, die in der Regel in Bahnhöfen und Flughäfen angesiedelt sind.

Ghanas Währung ist seit Juli 2007 der neue Cedi (GHS). Banknoten werden als 50 GHS, 20 GHS, 10 GHS, 5 GHS, 2 GHS und 1 GHS, Münzen als 1 GP (Ghana Pesewa), 5 GP, 10 GP, 20 GP, 50 GP und 1 GHS ausgegeben.

Zu Fremdwährungsein- und -ausfuhr siehe „Besondere Zollvorschriften“

Reisen über Land / Straßenverkehr
Ghana verfügt über ein wachsendes Netz ausgebauter Überlandstraßen. Dennoch ist stets mit erheblichen Straßenschäden (tiefen Löchern) und unbefestigten Teilabschnitten zu rechnen. Die Unfallgefahr im Straßenverkehr ist sehr hoch. Nachtfahrten über Land sollten wegen des schlechten Straßenzustands und häufig unzureichender Beleuchtung der Straßen und anderer Fahrzeuge vermieden werden.

In den Städten stehen Taxis zur Verfügung, die entweder als Sammeltaxi oder vom Fahrgast alleine benutzt werden (in diesem Fall ist der Fahrpreis, der erheblich unter deutschem Preisniveau liegt, für vier Plätze zu entrichten). Es gibt keine Taxameter, so dass dringend empfohlen wird, den Preis vorher mit dem Fahrer auszuhandeln. Insbesondere bei Taxifahrten vom Flughafen in die Stadt versuchen Taxifahrer unerfahrene Besucher des Landes zu übervorteilen. Halten Sie genügend kleine Scheine zum Wechseln bereit. Vereinzelt verlangen Taxifahrer von Ausländern eine Bezahlung des Fahrpreises in Devisen, was grundsätzlich abgelehnt werden sollte.

Straßennamen werden in Ghana zwar staatlich vergeben, sind aber in der Bevölkerung und auch unter den Taxifahrern kaum bekannt. Zur Orientierung dienen bekannte Gebäude (z.B. National Theater oder die großen Hotels) sowie markante Kreuzungen. Im Gegensatz zu Europa muss der Fahrgast den Weg zum Fahrtziel kennen und den Taxifahrer instruieren. Für erste Fahrten vom Flughafen empfiehlt es sich, die bekannten großen Hotels anzusteuern und sich dann ggf. weiterleiten zu lassen.

Mietwagen
Mietwagen sind zumeist in den Hotels erhältlich. Taxis können auch tage- oder stundenweise angemietet werden (ca. 100 US$ pro Tag). Vorab sollte unbedingt geklärt werden, ob das Benzin im Mietpreis bereits enthalten ist.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr
Ein öffentlicher Nah- und Fernverkehr ist in Ghana vorhanden, jedoch nur mühsam zu durchschauen, da es zwar feste Abfahrtspunkte und Fahrtrouten, aber keine festen Abfahrtszeiten gibt. Überlandfahrten per Bus sollten mit den klimatisierten Bussen der staatlichen Gesellschaft STC oder des privaten Anbieters VIP durchgeführt werden. Das halbstaatliche Unternehmen Metro Mass Transit dehnt sein Angebot mit nicht klimatisierten Bussen in den Ballungsräumen des Landes derzeit aus. Kostengünstige Kleinbusse (Tro-Tros) sind oft technisch nur bedingt straßentauglich und somit extrem unfallgefährdet.


Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige 

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt): Ja, mit Lichtbild

Anmerkungen:
Reisedokumente müssen sechs Monate über die Reise hinaus gültig sein.
Kindereinträge im Reisepass eines Elternteils sind seit dem 26.06.2012 nicht mehr gültig. Jedes Kind benötigt ein eigenes Ausweisdokument.
In jüngster Vergangenheit hat es im Rahmen der Visabeantragung bei der ghanaischen Botschaft in Berlin Schwierigkeiten mit der Anerkennung von Kinderausweisen nach altem Muster gegeben. Es ist daher ratsam im Besitz eines Kinderreisepasses oder Reisepasses zu sein.
Erforderlich bei Einreise ist neben dem Reisedokument mit Visum auch ein internationaler Impfpass mit Eintrag einer gültigen Gelbfieberimpfung.

Visum

Deutsche Staatsangehörige unterliegen der Visumpflicht; für alle Aufenthaltszwecke (Besuch, Arbeit, Freiwilligendienst u.a.) ist die Botschaft der Republik Ghana in Berlin zuständig. http://www.ghanaemberlin.de

Bitte beachten Sie, dass trotz einer von den ghanaischen Vertretungen im Ausland erteilten mehr als zweimonatigen Gültigkeit des Visums dieses bei der Einreise nach Ghana automatisch auf eine Gültigkeit von 60 Tagen beschränkt wird. Eine Verlängerung ist bei Bedarf rechtzeitig beim Immigration Service zu beantragen. Sie benötigen zurzeit hierfür zwei Passfotos, ein ausgefülltes Antragsformular und bezahlen eine Gebühr von GHS 80,-- je Verlängerungsmonat.

Ist beabsichtigt, den Aufenthalt über den im Visum gewährten Zeitraum hinaus zu verlängern oder während des Aufenthalts noch eines der Nachbarländer zu besuchen, wird eine Visumsverlängerung bzw. ein sog. Re-Entry-Visum benötigt. Beides ist in Accra beim Immigration Service nahe des Ako Adjei Interchange (Stadtteil North-Ridge; Tel: +233 302 258249, +233 302 258250) erhältlich. Es empfiehlt sich hierbei eine frühzeitige Planung, da mit einer Bearbeitungszeit von mindestens 14 Tagen gerechnet werden muss.

Ein illegaler Aufenthalt (über die Gültigkeit des Visums hinaus) wird mit empfindlicher Geldstrafe sanktioniert. Es erfolgt die Aufnahme in die Visaversagungsdatei, so dass ein neues Visum nur nach Zustimmung des Ghana Immigration Service erteilt werden darf.

Für die Ausreise aus Ghana muss das ghanaische Visum noch gültig sein.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.


Besondere Zollvorschriften

Einfuhr

Gegenstände für den persönlichen Gebrauch sowie Gegenstände zum beruflichen Gebrauch dürfen zollfrei eingeführt werden. Zum eigenen Gebrauch dürfen 375 ml Spirituosen, 750 ml Wein und nicht mehr als 500 g Tabakwaren eingeführt werden. Unbegleitetes Reisegepäck muss direkt bei Ankunft am Flughafen angemeldet werden, um zollfrei eingeführt werden zu können. Aktuelle Listen der Waren, die unter das Importverbot fallen oder eine Importerlaubnis benötigen, sind beim Ghana Customs, Excise and Preventive Service (CEPS, P.O. Box 68, Accra, Tel. +233 302 666 842 5, +233 302 668 319, Fax +233 302 666 841, http://www.gra.gov.gh/  und http://www.gra.gov.gh/docs/info/customs.guide.pdf erhältlich.

Aktuelle Listen der Zolltarife (Current Tariff Schedules) für Gegenstände, die nicht zollfrei eingeführt werden können, sind ebenfalls in den Büros des CEPS erhältlich.

Fremdwährungen dürfen in unbegrenzter Höhe eingeführt werden.

Ausfuhr

Sollen Fremdwährungen bei Ausreise wieder ausgeführt werden, so muss dies bei Einreise deklariert werden.

Ghanaische Währung darf nur bis zu einem Betrag von 5 GHS ausgeführt werden. Exportgenehmigungen sind u.a. für Antiquitäten und Edelmetalle erforderlich. Nähere Auskunft erteilt CEPS.

Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.

Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls www.zoll.de einsehen oder telefonisch erfragen.


Besondere strafrechtliche Vorschriften

Es wird darauf hingewiesen, dass die Mindeststrafe in Ghana für Drogenbesitz bzw. -konsum, auch bei kleinsten Mengen, bei 5 Jahren Gefängnis liegt. Der Handel mit Drogen wird mit mindestens 10 Jahren Gefängnis bestraft.

Auch für die Förderung von Prostitution und homosexuelle Handlungen werden Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren verhängt.

Die 1982 eingeführten Beschränkungen beim Fotografieren sind in jüngster Zeit erheblich gelockert worden. Allerdings empfiehlt es sich nach wie vor nicht, militärische Anlagen, Truppen, Ministerien und öffentliche Gebäude, Züge und Eisenbahnanlagen, Häfen, Flughäfen, Flugzeuge, Brücken, Stauwerke oder größere Umspannanlagen der Elektrizitätswerke zu fotografieren. Ein striktes Fotografierverbot besteht vor allem im Umkreis des „Castle“ in Accra, dem Amtssitz des Staatsoberhaupts und des Verteidigungsministeriums („Burmacamp“)

Da auch Personen sich nicht immer gern fotografieren lassen, empfiehlt sich eine vorherige Bitte um Erlaubnis.


Medizinische Hinweise

Impfschutz

Ghana ist gemäß WHO Gelbfieber-Infektionsgebiet. Eine gültige Impfung gegen Gelbfieber ist für alle Reisenden vorgeschrieben, ausgenommen Kinder unter 1 Jahr. Siehe auch www.who.int

Das Auswärtigen Amtes empfiehlt weiterhin die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe www.rki.de). Dazu gehören auch für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, ggf. auch Polio, gegen Masern- Mumps- Röteln (MMR) und Influenza.

Als Reiseimpfungen werden Hepatitis A, Meningitis ACWY (Konjugatimpfstoff) und Typhus empfohlen, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch Hepatitis B und Tollwut.

Malaria

Sowohl bezüglich Erkrankungsrate wie auch Sterblichkeit gehört Malaria zu den schwerwiegendsten Erkrankungen in Ghana. Die Übertragung erfolgt durch den Stich blutsaugender, nachtaktiver Anopheles-Mücken. Unbehandelt verläuft Malaria - insbesondere die gefährliche Malaria tropica - bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann auch noch Wochen bis Monate nach dem Aufenthalt ausbrechen. Beim Auftreten von Fieber in dieser Zeit ist ein Hinweis auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet an den behandelnden Arzt notwendig.

Es besteht ganzjährig ein hohes Malariarisiko im gesamten Land, nur im Norden mit geringen saisonalen Schwankungen. Neben der notwendigen Expositionsprophylaxe (s. u.) ist eine Chemoprophylaxe zu empfehlen, hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z.B. Malarone®, Doxycyclin, Lariam®) auf dem Markt erhältlich. Die Auswahl und persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten sollten unbedingt vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner/Reisemediziner besprochen werden.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:

  • körperbedeckende Kleidung zu tragen (lange Hosen, möglichst langärmelige Hemden),
  • ganztägig (Dengue, s.u.), in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
  • unter einem Moskitonetz zu schlafen.

HIV/AIDS

Ca. 2% der erwachsenen Bevölkerung ist mit HIV infiziert. Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und bei Blutkontakten/-transfusionen besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften empfohlen.

Durchfallerkrankungen und Cholera

Gastrointestinale Infektionen sind neben der Malaria die häufigsten Erkrankungen, v.a. durch Salmonellen verursacht. Cholerafälle treten sporadisch aber nicht als Epidemie auf und betreffen meist ein Umfeld mit einfachen Lebensbedingungen, z.B. geprägt durch Knappheit an sauberem Wasser. Das selbst in urbanen Zentren kaum vorhandene sanitäre Abwassersystem trägt zur Verbreitung der Durchfallerkrankungen bei. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Infektionen vermeiden. Wenn Sie ihr Wohlbefinden während des Aufenthaltes nicht gefährden wollen, dann beachten Sie die entsprechenden Merkblätter mit den einschlägigen Verhaltens- und Hygiene-Hinweisen.

Andere Infektionskrankheiten

Meningokokken-Krankheit

Der Norden Ghanas wird während der Trockenzeit in den Monaten Dezember bis April regelmäßig von Epidemien der Meningokokken-Hirnhautentzündung (bakterieller Meningitis) heimgesucht mit bis zu 1000 gemeldeten Fällen pro Jahr. Die Meningokokken-Impfung ist während der Meningitissaison auch für Reisende in den Norden mit einer Aufenthaltsdauer unter 4 Wochen zu empfehlen. Auf die Verwendung eines Kombinationsimpfstoffes gegen die vier Meningokokken-Typen ACWY sollte geachtet werden.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber kommt vereinzelt vor, wenn auch die Dunkelziffer höher sein mag durch nicht vorhandene spezifische Labordiagnostik. Es wird durch den Stich hauptsächlich tagaktiver, infizierter Mücken übertragen. Es lässt sich auf Grund der Symptome zu Beginn nicht sicher von Malaria unterscheiden. In Einzelfällen können bei der einheimischen Bevölkerung ernsthafte Gesundheitsschäden mit seltener Todesfolge auftreten. Eine Impfung oder Chemoprophylaxe ist nicht möglich. Konsequente Barrieremaßnahmen (Schutz vor Mückenstichen, s.u.) sind die einzig möglichen Schutzmaßnahmen.

Schistosomiasis (Bilharziose)

Die Gefahr der Übertragung dieser Wurminfektion besteht beim Baden in Süßwassergewässern im gesamten Land (z.B. Volta-See und Volta-Fluss bei Ada, Boti Wasserfälle). Baden im offenen Süßwasser sollte daher grundsätzlich unterlassen werden.

Gelbfieber

In den vergangenen Jahren wurden ca. 50 Verdachtsfälle von Gelbfieber pro Jahr (Upper West und Central Region) gemeldet, die jedoch nicht labortechnisch bestätigt werden konnten.

Tollwut

Wird durch Biss und Speichel infizierter Tiere (meist Hunde, aber auch Affen oder andere Wildtiere) übertragen. Fledermaus-Tollwut ist bisher in Ghana nicht bekannt. Einziger möglicher Schutz ist die Impfung bzw. Tierkontakt zu meiden. Eine passive Impfung nach Biss oder Kontakt ist wenn überhaupt sehr begrenzt erhältlich.

Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/ oder hygienisch problematisch. Außerhalb der großen Zentren Kumasi und Accra fehlen vielerorts ausgebildete Fachärzte. Die ärztliche Versorgung in Accra ist zufriedenstellend. Die Stadt ist Sitz eines Regionalarztes des Auswärtigen Amtes und verfügt auch über einige deutsch sprechende Ärzte. Außerdem sind überall englisch sprechende Ärzte fast aller Fachrichtungen in den großen Krankenhäusern und im privaten Sektor vorhanden.

Planbare Operationen sollten in Europa durchgeführt werden. Für den Notfall kommen einzelne Privatkliniken, in schweren Fällen die Herz-Thoraxchirurgische Abteilung der Universitätsklinik Korle-Bu in Accra oder bei Unfallverletzungen das 37 Military Hospital in Betracht.

Das Mitbringen von Medikamenten für eine Hausapotheke ist zu empfehlen und für Personen notwendig, die auf spezielle Medikamente angewiesen sind. Die Apotheken in Accra haben ein ausreichendes Sortiment wichtiger Standardmedikamente, z.T. britischer Herkunft. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor.

Touristen, die nach Ghana kommen, sollten einen ausreichenden auch fürs Ausland gültigen Krankenversicherungsschutz und eine zuverlässige Reiserückholversicherung haben. Bei Langzeitaufenthalt kann zudem lokal eine Mitgliedschaft beim deutsch geführten WEST AFRICAN RESCUE Ambulanzservice empfehlenswert sein.

Lassen Sie sich vor einer Reise nach Ghana durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise www.dtg.org oder www.frm-web.de

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland nach Ghana, insbes. für längere Aufenthalte vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt/Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Die Informationen können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Haftungsausschluss

Reise- und Sicherheitshinweise beruhen auf den zum angegebenen Zeitpunkt verfügbaren und als vertrauenswürdig eingeschätzten Informationen des Auswärtigen Amts. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Gefahrenlagen sind oft unübersichtlich und können sich rasch ändern. Die Entscheidung über die Durchführung einer Reise liegt allein in Ihrer Verantwortung. Hinweise auf besondere Rechtsvorschriften im Ausland betreffen immer nur wenige ausgewählte Fragen. Gesetzliche Vorschriften können sich zudem jederzeit ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon unterrichtet wird. Die Kontaktaufnahme mit der zuständigen diplomatischen oder konsularischen Vertretung des Ziellandes wird daher empfohlen.

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen enthaltenen Empfehlungen zu beachten sowie einen entsprechenden Versicherungsschutz, z.B. einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung, abzuschließen. In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass Ihnen Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen nach dem Konsulargesetz in Rechnung gestellt werden.


Weltweite Terrorwarnung

Krisenvorsorgeliste

Deutschen Staats­ange­höri­gen wird empfohlen sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslands­aufenthalts in die Krisen­vor­sorgeliste des Auswärtigen Amts einzutragen.

Reisemedizinische Hinweise

FAQ

Bitte beachten Sie auch unsere Fragen und Antworten zum Thema "Sicherheitshinweise"

Mehr