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Fragen, die von Bewerberinnen und Bewerber für den höheren Auswärtigen Dienst häufig zum Auswärtigen Dienst gestellt werden

Werden bei einer Versetzung ins Ausland persönliche Interessen oder familiäre Belange berücksichtigt?

So weit wie möglich ja. Das Personalreferat bemüht sich bei der Postenplanung die konkreten fachlichen und örtlichen Postenwünsche zu berücksichtigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Auswärtigen Dienst erhalten ca. ein Jahr vor dem Versetzungstermin eine Liste mit den in Frage kommenden Posten. Sie geben aus der Liste eine bestimmte Anzahl an Posten im Inland und Ausland an, die sich nach den persönlichen fachlichen Interessen sowie sprachlichen Fähigkeiten orientieren können und sollen. In diese Liste der "Wunschposten" können auch familiäre Belange (deutsche Schule für Kinder, Sprachkenntnisse des Ehepartners, etc.) einfließen. Allerdings müssen auch schwierige Posten, d.h. solche mit schwierigen Lebensbedingungen, schlechterer Sicherheitslage oder schwierigen gesundheitlichen Rahmenbedingungen mit auf der Liste stehen. Das Personalreferat versucht bei der Postenplanung die Wünsche so weitgehend wie möglich einzubeziehen, wobei schulische Bedürfnisse der Kinder immer berücksichtigt werden. Gleichzeitig gilt jedoch: Jeder Posten im Inland und in den über 230 Auslandsvertretungen muss optimal besetzt werden. Daher verpflichtet man sich bei Eintritt in den Auswärtigen Dienst zu weltweiter Versetzungsbereitschaft.


Wie steht es mit der Gleichberechtigung von Mann und Frau?

Das Auswärtige Amt fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern. Seit mehreren Jahren schon gelingt es, ungefähr gleich viele Frauen wie Männer in den Vorbereitungsdienst für den höhreren Auswärtigen Dienst einzustellen. Es gibt einen Gleichstellungsplan und eine Gleichstellungsbeauftragte, die unter anderem darüber wacht, dass Frauen auch in der Karriereentwicklung nicht benachteiligt werden.


Was tut das Auswärtige Amt für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

Als öffentlicher Arbeitgeber bietet das Auswärtige Amt den Beschäftigten im Inland flexible Elternzeit- und Teilzeitregelungen. Verstärkt werden Möglichkeiten zur Teleheimarbeit geschaffen. Es gilt Gleitzeit mit einer Kernarbeitszeit zwischen 09.00 und 15.00 Uhr. Darüber hinaus betreibt das Auswärtige Amt eine amtseigene Kindertagesstätte.

Im Ausland sind entsprechende Maßnahmen jedoch schwerer umzusetzen, insbesondere was die Teilzeitarbeit betrifft. Und obwohl die Personalabteilung bei Versetzungsentscheidungen versucht, Wünsche und Belange der Partner und Partnerinnen miteinzubeziehen, bedeutet der im Dreijahresrhythmus erfolgende Ortswechsel, dass eine durchgehende berufliche Karriere des Partners oder der Partnerin nur schwer zu verwirklichen sein wird.


Wie unterstützt das Auswärtige Amt die Berufstätigkeit der Partnerinnen und Partner?

Das Auswärtige Amt unterstützt die Berufsausübung der Partnerinnen und Partner seiner entsandten Beschäftigten z.B. durch Gegenseitigkeitsvereinbarungen mit den Empfangsstaaten oder durch Vereinbarungen mit Nicht-Regierungsorganisationen und Kulturmittlern im jeweiligen Aufenthaltsland. Dennoch ist die tatsächliche Berufsausübung oft mit Schwierigkeiten verbunden, die z.B. im örtlichen Ausländer-, Arbeits- oder Sozialversicherungsrecht liegen können.

Grundsätzlich ist die Berufstätigkeit der Partnerinnen und Partner mit dem diplomatischen/konsularischen Status des/der Entsandten vereinbar, da nach Art. 31 Abs. 1 c) des Wiener Übereinkommens über Diplomatische Beziehungen (WÜD) bei Aufnahme einer Berufstätigkeit lediglich die Immunität von der Zivil - und Verwaltungsgerichtsbarkeit des Empfangsstaates in Bezug auf die konkrete Tätigkeit wegfällt.  Die strafrechtliche Immunität hingegen bleibt vollständig erhalten. Allerdings teilen nicht alle Staaten diese Rechtsauffassung; manche bestehen auf einem weitergehenden Immunitätsverzicht bzw. gehen von einem Verlust auch der strafrechtlichen Immunität aus. Unter diesen Umständen wäre eine Berufstätigkeit der Partnerinnen und Partner nicht möglich. Die Beibehaltung einer Erwerbstätigkeit in Deutschland oder Ausübung einer solchen in einem Drittland  hingegen ist im Empfangsstaat gesandtschaftsrechtlich unproblematisch, da sie das Verhältnis zu ihm nicht berührt.

Zu berücksichtigen ist in diesem Zusammenhang auch, dass eine solche Berufstätigkeit für den/die Entsandte/n zu Veränderungen im Besoldungs-, Steuer- und Beihilferecht führen kann.

Weitere Fragen zu diesem Thema beantwortet das zuständige Fachreferat 102. Das Ausbildungsteam stellt den Kontakt gerne her. 


Wie geht das Auswärtige Amt mit schwulen und lesbischen Bediensteten und mit gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften um?  

Das Auswärtige Amt verfolgt eine erklärte Politik der Nichtdiskriminierung. Sie findet auch in konkreten internen Regelungen ihren Ausdruck. 

Durch das Gesetz zur Übertragung ehebezogener Regelungen im öffentlichen Dienstrecht auf Lebenspartnerschaften sind Beamtinnen und Beamte in eingetragenen Lebenspartnerschaften in jeder Hinsicht gleich gestellt worden, z.B. im Hinblick auf Ansprüche auf Beihilfe, Auslands- und Familienzuschlag, Aufwandsentschädigung und Hinterbliebenenversorgung.

Es gibt Auslandsposten, auf denen schwule und lesbische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund der örtlichen Verhältnisse mit rechtlichen und/oder gesellschaftlichen Schwierigkeiten rechnen müssen. Im Rahmen der Versetzungsplanung berät das Auswärtige Amt Beschäftigte über die Bedingungen an solchen Dienstorten und würde sie auf diese Auslandsposten nur versetzen, wenn sie sich dafür in Kenntnis der Umstände ausdrücklich bewerben und Fürsorgeaspekte nicht entgegenstehen.

Im Auswärtigen Amt besteht unter dem Namen "Rainbow" eine Arbeitsgemeinschaft schwuler und lesbischer Amtsangehöriger. KonkreteAnfragen können an die Mailadresse rainbow[at]diplo.de gerichtet werden.


Stellt das Auswärtige Amt Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund ein?

Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund werden ausdrücklich begrüßt. Menschen mit Migrationshintergrund bringen Sprachkenntnisse und Kenntnisse über andere Kulturen mit, die wir im Auswärtigen Dienst gut gebrauchen können. Die Vielfalt unserer Gesellschaft soll sich auch im öffentlichen Dienst widerspiegeln.


Ist die Mitgliedschaft bei einer Partei für die Einstellung erforderlich oder vorteilhaft?

Nein. Die Mitgliedschaft in einer politischen Partei, die sich zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennt, hat für die Frage der Einstellung in den Auswärtigen Dienst keinerlei Relevanz.


Ist eine fortgesetzte spezielle Verwendung in einem bestimmten Fachbereich des Auswärtigen Dienstes möglich (z.B. in der Abteilung für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung oder als Wirtschaftsreferent/in an einer Auslandsvertretung)?

Nein, eine Beschränkung auf einen speziellen Fachbereich ist aufgrund der im dreijährigen Turnus stattfindenden Postenrotation nicht möglich. Es werden daher im Auswahlverfahren Generalisten gesucht, also Bewerberinnen und Bewerber, die bereit sind, sich schnell und intensiv in bisher unbekannte Aufgabengebiete einzuarbeiten; beispielsweise bearbeiten im Auswärtigen Amt Juristen ebenso Kultur- wie Völkerrechtsfragen, Wirtschaftswissenschaftler werden neben Fragen zur WTO auch mit Protokoll- und Europafragen beschäftigt. Der Wunsch, die Lebensarbeitszeit einem ganz bestimmten Fachgebiet zu widmen, ist nicht mit Arbeitsrealität des Auswärtigen Amtes vereinbar. Es ist jedoch durchaus möglich, in der eigenen Karriere inhaltliche Schwerpunkte zu setzen.


Was verdient man im Auswärtigen Dienst?

Nach erfolgreich absolviertem Vorbereitungsdienst beginnt man im höheren Dienst mit A13 (Bundesbesoldungsordnung A). Das tatsächliche Bruttogehalt (von dem man sich nur noch zu max. 50% privat krankenversichern muss) hängt vom Rang, der Berufserfahrung, dem Dienstort und dem Familienstand ab.

Informationen zu den Verdienstmöglichkeiten im höheren Auswärtigen Dienst können hier heruntergeladen werden:


Stand 02.05.2013

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