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Bahrain

Wirtschaft

Stand: Dezember 2012

Wirtschaftslage und -struktur

Die innenpolitische Krise in Bahrain hat einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden hinterlassen. Gleichwohl gilt das Land nach wie vor aufgrund seiner konsequenten Politik der wirtschaftlichen Diversifizierung, der Öffnung und Liberalisierung seines Marktes und der hervorragenden Investitionsbedingungen als eine der modernsten und liberalsten Volkswirtschaften in der Golfregion. Zwar hält der Umfang der Entwicklung mit den Daten einiger Nachbarn nicht mit, dennoch sind die Bedingungen für ausländische Investoren hervorragend. So können Ausländer zu gleichen Bedingungen eine Firma gründen wie Bahrainis.

Ein Hauptziel der Wirtschaftspolitik ist der Ausbau Bahrains zum regionalen Marktführer im Finanz- und Dienstleistungsbereich. Die diesbezüglichen Reformbemühungen der Regierung werden vom IWF und von der Weltbank ausdrücklich gelobt. Auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie ist Bahrain regionaler Marktführer.

Das Wirtschaftswachstum wird für das Jahr 2012 auf 2% prognostiziert (im Vorkrisenjahr 2010 waren es noch 4,7%). Erdölexporte machen 36% des BIP aus. Dieser Anteil steigt auf 79%, wenn man das Öl hinzurechnet, das aus Saudi-Arabien geliefert und in Bahrain raffiniert wird. Für 2011/ 2012 wird das Haushaltsdefizit auf mindestens 4 Mrd. USD geschätzt. Die lange Zeit sehr hohe Arbeitslosigkeit von ca. 20% ist erheblich zurückgegangen und wird jetzt offiziell mit 4% angegeben.

In der Nähe des neuen Seehafens Mina Khalifa Bin Salman entsteht ein neuer Industrie- und Investitionspark, in dem sich auch einige deutsche Firmen angesiedelt haben. Der Baubeginn der 45 km langen Brücke nach Katar (längste Brücke der Welt) steht nach wie vor aus.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Stärkstes und profitabelstes Standbein der bahrainischen Wirtschaft ist der Industriegigant Aluminium Bahrain ALBA (Jahreskapazität ca. 870.000 t), der zu 70% in Staatsbesitz (Staatsfonds Mumtalakat) ist und 13% zum BIP beiträgt.

Der Anteil des Handels- und Dienstleistungsbereiches (Banken, Versicherungen, Tourismus) am BIP ist inzwischen größer als der des Öl- und Gassektors, der gleichwohl weiterhin die bedeutendste Einnahmequelle des Staates ist. Die Erdölreserven werden auf 125 Mio. Barrel geschätzt. Die Privatisierungen  werden durch Reduzierung der staatlichen Kapitalbeteiligungen weiter fortgesetzt. Die Regierung will trotz innenpolitischer Krise das touristische Potential des Landes weiter erschließen.

Der bahrainische Bau- und Immobiliensektor hat während der Krise erheblichen Schaden genommen.  Die in jüngster Zeit fertig gestellten Großprojekte „World Trade Center“ und „Bahrain Financial Harbour“ stehen für den wichtigsten Wirtschaftszweig, den Finanzsektor, der Bahrains Wohlstand auch in Zukunft sichern soll.


Außenhandel

Die wichtigsten Handelspartner Bahrains im Exportbereich sind (2011) neben den Ländern des Golfkooperationsrates Indien, China und die USA, im Importbereich China, Brasilien, USA, Saudi-Arabien, Japan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Deutschland, Australien und Indien. Wichtigste Ausfuhrgüter sind mineralische Produkte einschließlich Petrochemie, Aluminium und Textilien. Wichtigste Einfuhrgüter sind mineralische Produkte (Öl aus Saudi-Arabien), Maschinen, Elektromaterial und Transportausrüstung (Kraftfahrzeuge).

2011 exportierte Bahrain Güter im Wert von rd. 19,9 Mrd. US-Dollar und importierte Waren im Wert von rd. 12,1 Mrd. US-Dollar. Nach Deutschland gingen im gleichen Zeitraum Waren im Wert von 52 Mio. Euro (2010: 57,03 Mio. Euro), umgekehrt exportierte Deutschland 2011 Waren im Gegenwert von 473 Mio. Euro nach Bahrain (nach knapp 367,18 Mio. Euro im Jahr 2010). Bei den deutschen Exporten spielen Maschinenbauerzeugnisse die Hauptrolle, gefolgt von Fertigwaren und chemischen Erzeugnissen.

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen der EU und Bahrain belief sich 2011 auf 2,45 Mrd. Euro, wobei 1,61 Mrd. Euro auf EU-Exporte entfielen und lediglich 0,86 Mrd. Euro auf EU-Importe aus Bahrain.


Mitgliedschaft in regionalen Wirtschaftsgruppierungen

Bahrain ist Mitglied des Golfkooperationsrates (GKR), dessen erklärtes Ziel die Schaffung einer gemeinsamen Währung ist. Zwischen den Mitgliedern bestehen formal eine Zollunion seit 2003 und ein Gemeinsamer Markt seit 2008; sie sind jedoch noch nicht in die Praxis umgesetzt.

Der Golfkooperationsrat


Umweltpolitik

Das Bewusstsein für die Belange und Erfordernisse zum Schutz der Umwelt ist noch nicht sehr ausgeprägt. Bahrains durchschnittlicher Pro-Kopf-Energieverbrauch liegt über dem der übrigen GKR-Staaten und ist viermal so hoch wie der weltweite Durchschnittsverbrauch. Strom und Trinkwasser werden unter hohem Aufwand nicht erneuerbarer Energien erzeugt und stark subventioniert an die Endverbraucher abgegeben. Schonung natürlicher Ressourcen als Leitprinzip öffentlichen und privaten Handelns gewinnt jedoch mehr und mehr Anerkennung. Bei der Nutzung der Sonnenenergie steht Bahrain noch ganz am Anfang.

Im Januar 2009 ist Bahrain der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien IRENA als Gründungsmitglied beigetreten.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.