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Peru

Beziehungen zwischen Peru und Deutschland

Stand: Februar 2015

Politische Beziehungen

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru sind freundschaftlich und eng. Deutschland unterstützt die demokratische Stabilisierung Perus, die auf Wahrung der Menschenrechte, Stärkung rechtsstaatlicher Verhältnisse, Dezentralisierung und Beteiligung der Zivilgesellschaft gerichtet ist. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich Deutschland an einer vordringlichen Aufgabe Perus, der Bekämpfung der Armut.

Der politische Besucheraustausch hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 2008 war Bundeskanzlerin Angela Merkel in Lima. Im Juli 2014 reiste Staatspräsident Humala (zum zweiten Mal nach 2012) nach Berlin, um gemeinsam mit Bundeskanzlerin Merkel den 5. Petersberger Klimadialog zu eröffnen. Außerdem gab es zahlreiche Besuche anderer Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordneter. Für das erste Quartal 2015 haben sich Bundesaußenminister Steinmeier und Bundespräsident Gauck für Besuche angekündigt.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus als Lieferant hochwertiger Kapitalgüter und als Abnehmer peruanischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte. Wichtige deutsche Importgüter aus Peru sind Fischmehl, Spargel, Kaffee und Erze; deutsche Hauptexportgüter sind Maschinen aller Art, elektrotechnische Erzeugnisse, pharmazeutische Produkte sowie Fahrzeuge.

Das deutsch-peruanische Handelsvolumen stieg 2012 (nach über 25 % im Jahr 2011) bedingt durch die weltweite Konjunkturschwäche lediglich um 2,5 % auf 3,099  Mrd. USD an. Dabei wies die bilaterale Handelsbilanz mit 591 Mio. USD (2011: 775 Mio. USD) weiter einen Überschuss zugunsten Perus auf. 2012 wurden insgesamt Waren im Wert von 1,847,3 Mrd. USD nach Deutschland exportiert, während Peru Waren im Wert von 1,252 Mrd. USD importierte. 2013 verkehrte sich der Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten von Deutschland, das einen leichten Handelsbilanzüberschuss von 0,220 Mrd. USD verzeichnen konnte. Peru exportierte Waren im Wert von 1,165 Mrd. USD nach Deutschland, während es gleichzeitig Waren im Wert von 1,385 Mrd. USD importierte. Im ersten Halbjahr 2014 sind die Exporte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21,6 % zurückgegangen (von 657,3 Mio. USD auf nur noch 515,3 Mio. USD), die Importe aus Deutschland sind jedoch um 13,4 % gestiegen (von 716,6 Mio. USD auf 813 Mio. USD). Dies ist vor allem auf einen Anstieg bei den Importen von  Maschinen und Investitionsgütern zurückzuführen.

Seit 1997 ist ein deutsch-peruanisches Investitionsschutzabkommen in Kraft; ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen gibt es bislang nicht. Seit 1. März 2013 wird das  Freihandelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig angewandt und ist seit dem 1. August 2013 – nachdem Kolumbien die internen Ratifizierungsverfahren im Juni abgeschlossen hat – nunmehr für alle 3 Parteien vorläufig in Kraft. Es tritt endgültig in Kraft, wenn alle Mitgliedstaaten der EU das Abkommen ratifiziert haben.

Eine Vereinbarung über Zusammenarbeit im Rohstoffbereich wurde 2014 unterschrieben; diese Rohstoffpartnerschaft trat Anfang 2015 formal in Kraft.


Entwicklungszusammenarbeit

Peru ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und einer der größten Empfänger von Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Diese Hilfe wird von peruanischer Seite geschätzt und anerkannt. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Zusammenarbeit ca. 2 Milliarden Euro Gesamtleistungen im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) und Technischen Zusammenarbeit (TZ) erhalten.

In Absprache mit der peruanischen Regierung konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru auf drei Schwerpunkte: Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie nachhaltige ländliche Entwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Klimawandel.

Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

BMZ Länderseite Peru


Kulturaustausch

Auch im kulturellen Bereich sind die Beziehungen vielfältig. Das Goethe-Institut ist in Lima vertreten, zwei deutsch-peruanische Kulturinstitute befinden sich in Arequipa und in Cusco. Neben der Alexander-von-Humboldt-Schule (Begegnungsschule mit rund 1.600 Schülern) in Lima gibt es zwei weitere Deutsche Auslandsschulen in Chosica (bei Lima) und in Arequipa, sowie drei weitere Schulen, die insbesondere wegen ihres Deutschunterrichts durch das Auswärtige Amt gefördert werden. Insgesamt 11 peruanische Schulen nehmen an dem Programm „Schule – Partner der Zukunft“ (PASCH) teil. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen langfristiges Interesse für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden. Auch dank dieser Initiative lernen mittlerweile rund 17.500 Menschen in Peru Deutsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit ist der Wissenschaftsaustausch. 2014 haben etwa 160 Peruaner mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland studiert. Umgekehrt unterstützte der DAAD etwa 180 Deutsche, die in Peru studierten. Seit August 2011 gibt es an der Pontificia Universidad Católica in Lima ein DAAD-Lektorat. Während des Besuchs des deutschen Außenministers im Februar 2012 wurde ein Stipendienabkommen zwischen dem DAAD und drei weiteren peruanischen Universitäten abgeschlossen,  das bis zu 100 peruanischen Wissenschaftlern und Studenten ermöglicht, an deutschen Universitäten zu forschen und zu studieren. Als Staatspräsident Humala im Juni 2012 in Berlin war, wurden vier Erklärungen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im April 2013 haben zudem der DAAD und das peruanische Bildungsministerium das sogenannte ALEPRONA-Abkommen geschlossen, das in der Anfangsphase jährlich die Vergabe von bis zu 100 Exzellenzstipendien für peruanische Hochschulabsolventen zur Durchführung postgradualer Studien (Master und Promotion) in Deutschland vorsieht.

Darüber hinaus besuchte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft im Oktober 2013 Peru und unterzeichnete ein Abkommen über eine vertiefte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit dem Nationalen Rat für Forschung und Technologie (CONCYTEC).

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte 4 Projekte mit Perubezug, die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert einen peruanischen Wissenschaftler.

Hervorzuheben sind die Forschungsarbeiten, die die Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Zusammenarbeit mit peruanischen Institutionen in Palpa in der Nähe von Nasca durchführt.

Im Rahmen des Programms zur Erhaltung des kulturellen Erbes wurde die Konservierung der Grabanlagen „La Muña“ (Nasca-Kultur) in Palpa gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Peru ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasser­versorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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