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Peru

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Politik

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru sind freundschaftlich und von Vertrauen geprägt. Deutschland unterstützt die Staatsmodernisierung Perus, darunter die Stärkung der Institutionen und des Beamtenapparats auf verschiedenen staatlichen Ebenen sowie die Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich Deutschland auch an der Verbesserung der Siedlungswasserwirtschaft und der Abwasserentsorgung sowie an Projekten zum Naturschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels.

Der politische Besucheraustausch hat in letzter Zeit deutlich zugenommen und war im Jahr 2015 besonders intensiv. Anfang des Jahres hielten sich der damalige Außenminister Steinmeier (Februar) und der damalige Bundespräsident Gauck (März) zu Gesprächen in Peru auf. Außerdem gab es zahlreiche Besuche anderer Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordneter. Im September 2016 besuchte der hessische Minissterpräsident Bouffier Peru.


Wirtschaft

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus als Lieferant hochwertiger Kapitalgüter und als Abnehmer peruanischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte. Wichtige deutsche Importgüter aus Peru sind v.a. mineralische Rohstoffe, daneben Fischmehl, Spargel und Kaffee; deutsche Hauptexportgüter sind Fahrzeuge, Maschinen aller Art, elektrotechnische Erzeugnisse und pharmazeutische Produkte.

Das deutsch-peruanische Handelsvolumen stieg nach einem schwachen Jahr 2015 im Jahr 2016 wieder auf 2,12 Milliarden US-Dollar an. Dabei weist die bilaterale Handelsbilanz mit 214 Millionen US-Dollar (2015: 200 Millionen US-Dollar) erneut einen Überschuss zugunsten Deutschlands auf. 2016 wurden insgesamt Waren im Wert von 956 Millionen US-Dollar nach Deutschland exportiert, während Peru Waren im Wert von 1,17 Milliarden US-Dollar importierte. 

Seit 1997 ist ein deutsch-peruanisches Investitionsschutzabkommen in Kraft; ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen gibt es bislang nicht. Zudem besteht ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Peru, Kolumbien sowie Ecuador.

Eine bilateraler Vertrag über Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich trat Anfang 2015 in Kraft. Diese Partnerschaft sieht eine engere Zusammenarbeit u.a. bei der Umsetzung internationaler Umwelt- und Sozialstandards bei Erkundung, Gewinnung und Erschließung von Rohstoffen vor.


Entwicklungszusammenarbeit

Peru ist Partnerland und einer der größten Empfänger von Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Diese Hilfe wird von peruanischer Seite geschätzt und anerkannt. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Kooperation circa 2 Milliarden Euro Gesamtleistungen im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) und Technischen Zusammenarbeit (TZ) erhalten.

In Absprache mit der peruanischen Regierung konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru auf drei Schwerpunkte:

Staatsmodernisierung (Demokratie, Zivilgesellschaft, öffentliche Verwaltung): Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die peruanische Regierung dabei, die öffentliche Verwaltung zu modernisieren und die Leistungsfähigkeit staatlicher Institutionen zu erhöhen.

Nachhaltige Stadtentwicklung: Städte und Stadtentwicklung nehmen für die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele in Peru eine besonders wichtige Rolle ein. Ein zentraler Bereich urbaner Infrastruktur ist der städtische Wassersektor, der in Peru stark vom Klimawandel bedroht ist.

Nachhaltige ländliche Entwicklung, Management der natürlichen Ressourcen und Klimawandel: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die peruanische Regierung dabei, den außergewöhnlichen Ressourcenreichtum Perus (viertgrößte Tropenwaldfläche weltweit, hohe Vielfalt an Flora und Fauna) zu schützen und besser in Wert zu setzen.

Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

BMZ Länderseite Peru


Kultur und Bildung

Auch im kulturellen Bereich sind die Beziehungen vielfältig. Das Goethe-Institut ist in Lima vertreten, ein deutsch-peruanisches Kulturinstitut befindet sich in Arequipa. Neben der Alexander-von-Humboldt-Schule (Begegnungsschule mit rund 1.600 Schülern) in Lima gibt es zwei weitere Deutsche Auslandsschulen in Chosica (bei Lima) und in Arequipa, sowie sechs weitere Schulen, die insbesondere wegen ihres Deutschunterrichts durch das Auswärtige Amt gefördert werden. Insgesamt 14 peruanische Schulen nehmen an dem Programm "Schule – Partner der Zukunft" (PASCH) teil. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen langfristiges Interesse für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden. Auch dank dieser Initiative lernen mittlerweile rund 17.500 Menschen in Peru Deutsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit ist der Wissenschaftsaustausch. 2015 haben etwa 207 Peruaner mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland studiert. Umgekehrt unterstützte der DAAD etwa 199 Deutsche, die in Peru studierten. Seit August 2011 gibt es an der Pontificia Universidad Católica in Lima ein DAAD-Lektorat, das im März 2016 zu einem DAAD-Informationszentrum erweitert wurde.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte in der Vergangenheit mehrere Projekte mit Peru-Bezug. Die Alexander von Humboldt-Stiftung förderte mehrere peruanische Wissenschaftler.

Hervorzuheben sind die Forschungsarbeiten, die die Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Zusammenarbeit mit peruanischen Institutionen in Palpa in der Nähe von Nasca durchgeführt hat (Konservierung der Grabanlagen "La Muña").

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Peru ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasser­versorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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