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Peru

Beziehungen zwischen Peru und Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru sind freundschaftlich und ohne Probleme. Deutschland unterstützt die demokratische Stabilisierung Perus, die auf Wahrung der Menschenrechte, Stärkung rechtsstaatlicher Verhältnisse, Dezentralisierung und Beteiligung der Zivilgesellschaft gerichtet ist. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich Deutschland an einer vordringlichen Aufgabe Perus, der Bekämpfung der Armut.

Der politische Besucheraustausch hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 2008 war Bundeskanzlerin Angela Merkel in Lima, im Februar 2012 der ehemalige Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Am 11./12. 06.2012 besuchte Staatspräsident Ollanta Humala Berlin, wo er unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel traf. Außerdem gab es zahlreiche Besuche anderer Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordneter.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus als Lieferant hochwertiger Kapitalgüter und als Abnehmer peruanischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte. Wichtige deutsche Importgüter aus Peru sind Fischmehl, Spargel, Kaffee und Erze; deutsche Hauptexportgüter sind Maschinen aller Art, elektrotechnische Erzeugnisse, pharmazeutische Produkte sowie Fahrzeuge.

Das deutsch-peruanische Handelsvolumen stieg 2012 (nach über 25 % in 2011) bedingt durch die weltweite Konjunkturschwäche lediglich um 2,5 % auf 3,099  Mrd. USD. Dabei wies die bilaterale Handelsbilanz mit 591 Mio. USD (2011:775 Mio. USD) weiter einen Überschuss zugunsten Perus auf. 2012 wurden insgesamt Waren im Wert von 1,847,3 Mrd. USD nach Deutschland exportiert, während Peru Waren im Wert von 1,252 Mrd. USD importierte. 2013 verkehrte sich der Handelsbilanzüberschuss zu Gunsten von Deutschland, das einen leichten Handelsbilanzüberschuss von 0,220 Mrd. USD verzeichnen konnte. Peru exportierte Waren im Wert von 1,165 Mrd. USD nach Deutschland, während es gleichzeitig Waren im Wert von 1,385 Mrd. USD importierte.

Seit 1997 ist ein deutsch-peruanisches Investitionsschutzabkommen in Kraft; ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen gibt es bislang nicht. Seit 1. März 2013 wird das  Freihandelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig angewandt und ist seit dem 1. August 2013 – nachdem Kolumbien die internen Ratifizierungsverfahren im Juni abgeschlossen hat – nunmehr für alle 3 Parteien vorläufig in Kraft. Es tritt endgültig in Kraft, wenn alle Mitgliedstaaten der EU das Abkommen ratifiziert haben.


Entwicklungszusammenarbeit

Peru ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und einer der größten Empfänger von Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Diese Hilfe wird von peruanischer Seite geschätzt und anerkannt. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Zusammenarbeit ca. 2 Milliarden Euro Gesamtleistungen im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) und Technischen Zusammenarbeit (TZ) erhalten.

In Absprache mit der peruanischen Regierung konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru auf drei Schwerpunkte: Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie nachhaltige ländliche Entwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Klimawandel.

Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

BMZ Länderseite Peru


Kulturaustausch

Auch im kulturellen Bereich sind die Beziehungen eng. Das Goethe-Institut ist in Lima vertreten, zwei deutsch-peruanische Kulturinstitute befinden sich in Arequipa und in Cusco. Neben der Alexander-von-Humboldt-Schule (Begegnungsschule mit rd. 1.600 Schülern) gibt es in Lima drei weitere Schulen, die insbesondere wegen ihres Deutschunterrichts durch das Auswärtige Amt gefördert werden, sowie je eine in dieser Weise geförderte Schule in Chosica (bei Lima) und in Arequipa. Insgesamt 12 peruanische Schulen nehmen an dem Programm „Schule – Partner der Zukunft“ (PASCH) teil. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen nachhaltig Interesse für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden. Auch dank dieser Initiative lernen mittlerweile rund 15.000 Menschen in Peru Deutsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit ist der Wissenschaftsaustausch. 2012 haben 156 Peruaner mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland studiert. Umgekehrt unterstützte der DAAD ebenfalls 175 Deutsche, die in Peru studierten. Seit August 2011 gibt es an der Pontificia Universidad Catolica in Lima ein DAAD-Lektorat. Während des Besuchs des deutschen Außenministers im Februar 2012 wurde ein Stipendienabkommen zwischen dem DAAD und drei weiteren peruanischen Universitäten abgeschlossen,  welches bis zu 100 weiteren peruanischen Wissenschaftlern und Studenten ermöglicht, an deutschen Universitäten zu forschen und zu studieren. Als Staatspräsident Humala im Juni 2012 in Berlin war, wurden vier Erklärungen zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im April 2013 haben zudem der DAAD und das peruanische Bildungsministerium das sogenannte ALEPRONA-Abkommen unterzeichnet, welches in der Anfangsphase jährlich die Vergabe von bis zu 100 Exzellenzstipendien für peruanische Hochschulabsolventen zur Durchführung postgradualer Studien (Master und Promotion) in Deutschland vorsieht.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte 4 Projekte mit Perubezug, die Alexander von Humboldt-Stiftung fördert einen peruanischen Wissenschaftler.

Hervorzuheben sind die Forschungsarbeiten, die die Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Zusammenarbeit mit peruanischen Institutionen in Palpa in der Nähe von Nasca durchführt.

Im Rahmen des Programms zur Erhaltung des kulturellen Erbes wurde die Konservierung der Grabanlagen „La Muña“ (Nasca-Kultur) in Palpa gefördert.

Von April bis Juni 2013 war der „Science Tunnel“ der Max-Planck-Gesellschaft in Lima zu sehen. Diese bedeutende Wissenschaftsausstellung besuchten 125.000 Menschen.

Darüber hinaus gibt es umfassende Aktivitäten in den verschiedensten Bereichen der Kulturbeziehungen, wie beispielsweise die Unterstützung von Ausstellungen und Konzerten deutscher Künstler oder die Präsentation deutscher Beiträge im Rahmen von gemeinsamen europäischen Kulturveranstaltungen in Peru.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Peru ist Partnerland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasser­versorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: