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Peru

Beziehungen zwischen Peru und Deutschland

Stand: November 2016

Politik

Die bilateralen politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Peru sind freundschaftlich und von Vertrauen geprägt. Deutschland unterstützt die Staatsmodernisierung Perus, darunter die Stärkung der Institutionen und des Beamtenapparats auf verschiedenen staatlichen Ebenen sowie die Einbeziehung der Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich Deutschland auch an der Verbesserung der Siedlungswasserwirtschaft und der Abwasserentsorgung sowie an Projekten zum Naturschutz und zur Bekämpfung des Klimawandels.

Der politische Besucheraustausch hat in letzter Zeit deutlich zugenommen und war im vergangenen Jahr besonders intensiv. Anfang 2015 hielten sich Außenminister Steinmeier (Februar) und Bundespräsident Gauck (März) zu Gesprächen in Peru auf. Außerdem gab es zahlreiche Besuche anderer Minister, Staatssekretäre und Bundestagsabgeordneter. Der ehemalige Staatspräsident Humala besuchte Deutschland im Juni 2012 und Juli 2014 und traf unter anderem mit Bundeskanzlerin Merkel zusammen.


Wirtschaft

Deutschland ist ein wichtiger Handelspartner Perus als Lieferant hochwertiger Kapitalgüter und als Abnehmer peruanischer Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte. Wichtige deutsche Importgüter aus Peru sind v.a. mineralische Rohstoffe, daneben Fischmehl, Spargel und Kaffee; deutsche Hauptexportgüter sind Fahrzeuge, Maschinen aller Art, elektrotechnische Erzeugnisse und pharmazeutische Produkte.

Das deutsch-peruanische Handelsvolumen fiel 2015 um 25% auf 2,02 Milliarden US-Dollar. Dabei weist die bilaterale Handelsbilanz mit 200 Millionen US-Dollar (2014: 249 Millionen US-Dollar) erneut einen Überschuss zugunsten Deutschlands auf. 2015 wurden insgesamt Waren im Wert von 910 Millionen US-Dollar nach Deutschland exportiert, während Peru Waren im Wert von 1,11 Milliarden US-Dollar importierte. Im ersten Halbjahr 2016 fiel die Handelsbilanz mit Überschüssen in Höhe von 154 Millionen Dollar ebenfalls positiv für Deutschland aus. Während Peru von Januar bis Juli 2016 Güter für 369 Millionen US-Dollar in die Bundesrepublik einführte, setzte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 523 Millionen US-Dollar in Peru ab.

Seit 1997 ist ein deutsch-peruanisches Investitionsschutzabkommen in Kraft; ein bilaterales Doppelbesteuerungsabkommen gibt es bislang nicht. Seit 1. März 2013 wird das Freihandelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien für Peru vorläufig angewandt. Es tritt endgültig in Kraft, wenn alle Mitgliedstaaten der EU das Abkommen ratifiziert haben.

Eine Vereinbarung über Zusammenarbeit im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich trat Anfang 2015 in Kraft. Diese Partnerschaft sieht eine engere Zusammenarbeit u. a. bei der Umsetzung internationaler Umwelt- und Sozialstandards bei Erkundung, Gewinnung und Erschließung von Rohstoffen vor.


Entwicklungszusammenarbeit

Peru ist Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und einer der größten Empfänger von Mitteln der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika. Diese Hilfe wird von peruanischer Seite geschätzt und anerkannt. Insgesamt hat Peru seit Beginn der bilateralen Zusammenarbeit circa 2 Milliarden Euro Gesamtleistungen im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) und Technischen Zusammenarbeit (TZ) erhalten.

In Absprache mit der peruanischen Regierung konzentriert sich die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Peru auf drei Schwerpunkte: Demokratie, Zivilgesellschaft und öffentliche Verwaltung, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie nachhaltige ländliche Entwicklung, Management natürlicher Ressourcen und Klimawandel.

Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

BMZ Länderseite Peru


Kultur und Bildung

Auch im kulturellen Bereich sind die Beziehungen vielfältig. Das Goethe-Institut ist in Lima vertreten, zwei deutsch-peruanische Kulturinstitute befinden sich in Arequipa und in Cusco. Neben der Alexander-von-Humboldt-Schule (Begegnungsschule mit rund 1.600 Schülern) in Lima gibt es zwei weitere Deutsche Auslandsschulen in Chosica (bei Lima) und in Arequipa, sowie fünf weitere Schulen, die insbesondere wegen ihres Deutschunterrichts durch das Auswärtige Amt gefördert werden. Insgesamt 14 peruanische Schulen nehmen an dem Programm "Schule – Partner der Zukunft" (PASCH) teil. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen langfristiges Interesse für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden. Auch dank dieser Initiative lernen mittlerweile rund 17.500 Menschen in Peru Deutsch.

Ein weiterer Schwerpunkt der kulturellen Zusammenarbeit ist der Wissenschaftsaustausch. 2015 haben etwa 207 Peruaner mit einem Stipendium des DAAD in Deutschland studiert. Umgekehrt unterstützte der DAAD etwa 199 Deutsche, die in Peru studierten. Seit August 2011 gibt es an der Pontificia Universidad Católica in Lima ein DAAD-Lektorat, seit März 2016 sogar ein DAAD-Informationszentrum.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützte in der Vergangenheit mehrere Projekte mit Peru-Bezug. Die Alexander von Humboldt-Stiftung förderte mehrere peruanische Wissenschaftler.

Hervorzuheben sind die Forschungsarbeiten, die die Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie (KAVA) des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Zusammenarbeit mit peruanischen Institutionen in Palpa in der Nähe von Nasca durchgeführt hat (Konservierung der Grabanlagen "La Muña").


Entwicklungs­zusammenarbeit

Peru ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Arbeitsschwerpunkte sind die Stärkung demokratischer und rechtsstaatlicher Strukturen, die Stärkung der öffentlichen Verwaltung und der Zivilgesellschaft, die Verbesserung der Trinkwasser­versorgung und der Abwasserentsorgung sowie die Förderung der ländlichen Entwicklung und des Umweltschutzes. Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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