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Korea Demokratische Volksrepublik, Nordkorea

Wirtschaft und Umwelt

Stand: März 2013

Wirtschaftssituation

Nordkorea produziert kaum wettbewerbsfähige Güter. Es herrscht Mangel an Devisen, Investitions- und Konsumgütern. Die Infrastruktur ist marode, viele Industrieanlagen sind seit Jahren nicht mehr in Betrieb.

Der Zusammenbruch des Sowjetregimes zu Beginn der 1990er Jahre bedeutete für das Land einen dramatischen Einschnitt. Das damalige System des Gütertausches (‚Barter’) wurde auf Devisenzahlungen umgestellt - eine Umstellung, die Nordkorea nie völlig verwunden hat.

Die Währungsreform im Jahr 2009, bei der 1000 alte Won in 10 neue Won umgerechnet wurden, hat die Wirtschaft zusätzlich geschwächt. Da umgerechnet höchstens 200 US-$ getauscht werden konnten, hat die Reform alle höheren Sparguthaben vernichtet und die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben. Trotz dieser harten Maßnahme hat das Land weiterhin mit Inflation zu kämpfen.

Das staatliche Versorgungssystem ist nicht in der Lage, den Lebensmittelbedarf der Bevölkerung zu decken. Viele müssen sich alternative Versorgungskanäle erschließen, z.B. Gemüseanbau oder Kleintierhaltung. Ansätze privatwirtschaftlicher Aktivitäten wie Verkaufsstände und improvisierte Märkte am Straßenrand sind zunehmend zu beobachten, sie werden teils geduldet, teils aber auch entschieden unterdrückt.

Was die Nahrungsmittelsituation insgesamt betrifft, gehen die meisten Beobachter derzeit von strukturellen Mängeln, jedoch nicht von einer akuten Hungerkatastrophe aus. Die Unterversorgung mit Lebensmitteln gefährdet vor allem vorgeschwächte Gruppen wie Kleinkinder, Schwangere, stillende Mütter, Alte und Kranke.

Im Vorfeld des 100. Geburtstages des (1994 verstorbenen) Staatsgründers Kim Il Sung (15. April 2012) bemühte sich das Land, in einer kollektiven Anstrengung, die Infrastruktur des Landes zu renovieren. Zahlreiche neue Gebäude haben die Skyline von Pjöngjang neu geprägt. Das Ziel, 100.000 neue Wohnungen entstehen zu lassen, konnte jedoch  nicht verwirklicht werden.


Handel

Nordkoreas größte Handelspartner sind China, Russland und Südkorea (wesentlich durch den Kaesong Industrial Complex), wobei China mit Abstand der wichtigste ist. Durch die politischen Spannungen im Jahr 2010 (März: Versenkung der Korvette „Cheonan“, November: Artilleriebeschusses der Insel Yeonpyeong) sank das interkoreanische Handelsvolumen im Zeitraum Januar-Juli 2011 um 16% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exporte von Süd nach Nord sanken um 14%, die Importe um 18%. Ein Teil des Einbruchs wurde von China aufgefangen.

Auch Russland versucht in letzter Zeit wieder, seine Position als Handelspartner auszubauen. Es hat mehrere Infrastrukturprojekte vorgeschlagen. Prominentestes Beispiel ist der geplante Bau einer Erdgasleitung von Sibirien über nordkoreanisches Territorium nach Südkorea ebenso wie eine Bahnstrecke für den Transit. Der Ausbau der Eisenbahnverbindung vom nordkoreanischen Seehafen Rajin zum russischen Chasan findet bereits statt.

Verlässliche Handelsdaten sind in Nordkorea praktisch nicht erhältlich. Seit den 1960er Jahren wurden keine Statistiken mehr in absoluten Zahlen herausgegeben, sondern jeweils nur als prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr. Handelsdaten lassen sich daher nur spiegelbildlich aus den Statistiken der wichtigsten Handelspartner errechnen.

Durch die Resolutionen Nr. 1718 und 1874 des UN-Sicherheitsrates unterliegt Nordkorea einem Sanktionsregime, das die Einfuhr von Rüstungs- bzw. Dual Use-Gütern, aber auch von Luxusgütern verbietet. Beide Resolutionen sind auch im EU-Recht implementiert. Die in Reaktion auf den völkerrechtswidrigen Raketentest vom 12.12.2012 und Nukleartest vom 12.2.2013 erlassene Resolutionen 2087 und 2094 haben die Sanktionen noch einmal verschärft.

Der deutsch-nordkoreanische Warenaustausch bewegt sich mit ca. 40 Millionen € jährlich im Durchschnitt der letzten Jahre auf sehr niedrigem Niveau.

Deutschland importiert aus Nordkorea vor allem Textilien. Die Exporte beziehen sich auf Fahrzeuge, Maschinen, Nahrungsmittel, Textilzubehör, elektrotechnische Artikel, Kunststoffe und chemische Erzeugnisse.

Nordkoreanische Akkreditive werden von deutschen und internationalen Banken nicht akzeptiert. Wegen offener Forderungen von ca. 260 Millionen Euro besteht eine Sperre für Hermes-Ausfuhrkreditbürgschaften.


Umwelt

Das Thema ‚Umweltschutz’ steckt in Nordkorea noch in den Kinderschuhen. Das Land hat große Probleme durch Abholzung und einseitige Bebauung von Ackerflächen, die den Boden auslaugt. Allerdings ist hier eine zunehmende Bewusstwerdung zu verzeichnen, dass nachhaltiges Wirtschaften langfristig zu höheren Erträgen und mehr Wohlstand führt. Das Land hat zudem mit Defiziten bei der Energieversorgung zu kämpfen. Das Interesse an alternativer Energieerzeugung ist ebenfalls zunehmend. Die deutschen politischen Stiftungen laden in regelmäßigen Abständen Umweltexperten zu Lehrgängen ein. Auf der Herbstmesse 2012 präsentierte die Deutsche Botschaft eine Ausstellung zum Thema ‚Alternative Energien’.

Wirtschaftsdatenblatt (PDF, 8 KB)



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.