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Papua-Neuguinea

Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland

Stand: März 2013

Diplomatische Beziehungen zwischen Papua-Neuguinea und Deutschland wurden am 16. September 1976 aufgenommen, genau ein Jahr nach Papua-Neuguineas Unabhängigkeit von Australien. Die politischen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind freundschaftlich und problemlos. Der deutsche Botschafter in Canberra, Australien, ist auch in Papua-Neuguinea akkreditiert. Seit die deutsche Botschaft in Papua-Neuguinea im Jahr 2000 geschlossen wurde, ist Eberhard Pfeiffer deutscher Honorarkonsul in Port Moresby.

Das bilaterale Handelsvolumen lag im Jahr 2012 bei etwa 489,8 Millionen EUR: Deutschland führte aus Papua-Neuguinea Waren im Wert von 422,1 Millionen EUR ein, während die Ausfuhr nach Papua-Neuguinea 67,7 Millionen EUR betrug. In der Rangfolge der Handelspartner im Außenhandel der Bundesrepublik Deutschland liegt Papua-Neuguinea auf Platz 82 (Importe nach Deutschland) bzw. Rang 138 (Exporte nach Papua-Neuguinea).

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Papua-Neuguinea sind durch einen großen Handelsbilanzüberschuss zugunsten Papua-Neuguineas gekennzeichnet. Zwar bestehen derzeit keine Niederlassungen größerer deutscher Firmen in Papua-Neuguinea; die deutsche Wirtschaft ist aber - meist über Vertriebswege in Australien - auch in Papua-Neuguinea vertreten.

Deutschland unterstützt vor allem über seine substantiellen Beiträge an die Europäische Union die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung Papua-Neuguineas. Die EU ist in der Region nach Australien der zweitwichtigste Geber von Entwicklungshilfe. Dabei werden den Partnerländern im Rahmen von Länderstrategiepapieren finanzielle Mittel für verschiedene Projekte und Programme zugewiesen. Für den Zeitraum von 2008 bis 2013 sind für Papua-Neuguinea im Rahmen des 10. EDF (European Development Fund) insgesamt 142,3 Millionen EUR vorgesehen. Schwerpunkte des 10. EDF in Papua-Neuguinea sind die Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten sowie die Unterstützung der Entwicklung von Humanressourcen, insbesondere Grund- und Berufsbildung.

Papua-Neuguinea ist auch in die enge klimapolitische Zusammenarbeit Deutschlands mit den Staaten der Südpazifik-Region eingebunden. Anfang 2010 nahm der Umweltminister von Papua-Neuguinea am „Petersberger Klimadialog“ teil, und bei dem Seminar „Seismologie und Tsunami-Frühwarnung“ des Geoforschungszentrums Potsdam im Juli 2010 waren auch Vertreter aus Papua-Neuguinea vertreten. Auf Einladung des Auswärtigen Amtes nahmen 2010 und 2011 Mitarbeiter des Außenministeriums von Papua-Neuguinea an einem vierwöchigen Trainingskurs für Diplomaten in Berlin teil.

Das von der GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) durchgeführte Regionalprojekt „Anpassung an den Klimawandel“ (2009-2015) ist in zwei Provinzen Papua-Neuguineas präsent, Central Province und Milne Bay Province. Auf der Huon-Halbinsel, nördlich der Stadt Lae, finanziert das Bundesumweltministerium (BMU) ein Projekt zur Schaffung des ersten offiziellen Naturschutzgebietes in Papua-Neuguinea (2008-2012). Durch die Verringerung der Abholzung in dem 76.000 Hektar großen Gebiet wird zudem ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Von 2008 bis 2010 hat das BMU die sogenannte „Korallendreieck-Initiative“ in Papua-Neuguinea und Indonesien gefördert: Nahe der Insel New Britain wurde ein ausgedehntes maritimes Schutzgebiet geschaffen, um die Anpassungsfähigkeit Papua-Neuguineas gegenüber dem Klimawandel zu steigern. Ende 2011 startete in einer Pilotregion ein weiteres von der GIZ initiiertes und vom BMU gefördertes Regionalprojekt in Papua-Neuguinea. Dabei werden Aktivitäten zum Erhalt der tropischen Wälder als Beitrag zum Klimaschutz gefördert.

Außerdem bestehen verschiedene kirchliche Entwicklungsprojekte der katholischen und evangelischen Missionen in Papua-Neuguinea, die zum Teil mit Bundesmitteln unterstützt werden. Deutsche Missionare sind seit mehr als 100 Jahren in Papua-Neuguinea aktiv und leisten dort seither einen erheblichen Beitrag, unter anderem zu Schul- und Berufsbildung.

Daneben unterstützt die zuständige deutsche Botschaft in Canberra verschiedene kleinere Projekte in Papua-Neuguinea, meist im Bildungsbereich. Im Jahr 2010 wurde eine Solaranlage für eine Musikschule finanziert sowie Solarlaternen für rund 50 Schulen ohne Elektrizitätsanschluss. 2011 und 2012 wurden wichtige medizinische Einrichtungen in abgeschnittenen Regionen mit Solarstrom ausgestattet.

Teile Papua-Neuguineas waren von 1884 bis 1914 sogenanntes deutsches Schutzgebiet. Im abgelegenen Ort Finschhafen, dem ersten deutschen Verwaltungssitz, steht noch eine Villa aus der Kolonialzeit. In der Stadt Madang befinden sich Überreste eines mehr als 100 Jahre alten deutschen Friedhofes. Außerdem weisen auch heute noch viele geographische Bezeichnungen auf die kurze gemeinsame Geschichte Deutschlands und Papua-Neuguineas hin, so zum Beispiel der höchste Berg des Landes, Mount Wilhelm, in der Bismarck-Bergkette.

Im Jahr 2012 gab es im Cultural Centre in Kokopo in der Provinz East New Britain eine vom Auswärtigen Amt finanzierte Ausstellung über Geschichte und Gegenwart der deutsch-pazifischen Beziehungen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.