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Kasachstan

Wirtschaft

Stand: April 2017

Volkswirtschaft

Kasachstan gehört mit einem nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 128,1 Mrd. US-Dollar und einem BIP pro Kopf von 7138,1 US-Dollar im Jahr 2016 (Quelle: GTAI) noch zur Gruppe der erfolgreichen Transformationsstaaten, selbst wenn sich die Konjunktur in letzter Zeit stark eingetrübt hat.

Die von Präsident Nasarbajew verkündete Strategie 'Kasachstan 2050' formuliert die langfristigen Vorgaben für die Entwicklung des Landes. Ziel ist der Aufstieg in die Gruppe der 30 am meisten entwickelten Staaten. Eckpfeiler der kasachischen Wirtschafts- und Finanzpolitik sind neben einer geringen Verschuldung und einer Neuausrichtung der Energieversorgung, eine verstärkte Modernisierung und Diversifizierung der kasachischen Wirtschaft, um deren Abhängigkeit von Abbau und Weiterverarbeitung von Rohstoffen, insbesondere von Rohöl, zu verringern. Besondere Bedeutung kommt hierbei dem Ausbau der verarbeitenden Industrie, der Landwirtschaft und des Transportwesens sowie der Umstrukturierung des Energiesektors zu. Priorität genießen zudem die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie strukturschwacher Regionen.

Gleichzeitig will Kasachstan seine Ölproduktion (2016: ca.76 Mio. Tonnen) weiter ausweiten. Voraussetzung hierfür ist die endgültige Aufnahme der Förderung im Kaschagan-Feld im Kaspischen Meer, einem der weltweit größten Ölvorkommen. Eine alternde Infrastruktur schränkt die Förderung ein. Umfassende Modernisierungsmaßnahmen haben seit Ende 2016 allerdings zu größeren Förderungsmöglichkeiten geführt.

Die kasachische Konjunkturlage hat sich mit dem langsamen Abklingen der Wirtschafts- und Währungskrise in Russland und dem Anstieg des Ölpreises etwas verbessert. Im Jahr 2017 wird mit einem Wirtschaftswachstums von 2,1 bis 2,4 % gerechnet (Quellen: Kasachische Nationalbank, Weltbank und Eurasische Entwicklungsbank), in den kommenden Jahren mit weiteren Steigerungen bis zu 4,7 %. Im Jahr 2016 ist die kasachische Wirtschaft nur um 1 % gewachsen. Als Reaktion auf die für einen Transformationsstaat schwache Wirtschaftsentwicklung in den letzten Jahren hat Präsident Nasarbajew im November 2014 ein Konjunkturpaket (Nurly Zhol) aufgelegt, das durch Infrastrukturinvestitionen kurzfristig Wachstumsimpulse setzen und Kasachstan so durch die wirtschaftlich schwierige Zeit tragen soll.

Ein wichtiges Instrument zur Finanzierung dieser Maßnahmen ist der kasachische Nationalfonds, in den ein bedeutender Teil der Staatseinnahmen aus Ölexporten eingespeist wird (Vermögen; Stand Januar 2016: 64,2 Mrd. USD; Nettowährungs- und -goldreserven der Nationalbank und des Nationalfonds  belaufen sich im Februar 2017 auf 93 Mrd. USD; Quelle: Kasachische Nationalbank). International treibt Kasachstan seine wirtschaftliche Integration voran. 

Kasachstan ist Mitglied der zum 01. Januar 2015 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion (vorher Zollunion) mit Russland und Belarus.

Am 30. November 2015 trat Kasachstan als 162. Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO) bei, womit sich das Land verpflichtet, Handelshemmnisse (vor allem Zölle) abzubauen. Auch die Beziehungen zur OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) sollen weiter verstärkt werden.


Messen

In Kasachstan finden zahlreiche von deutschen Ausstellern regelmäßig besuchte Fachmessen statt, unter anderem im Bereich Rohstoff-Fördertechnik, Landwirtschaft, IT, Medizintechnik, Lebensmittel, Verpackung, Bauwesen und Innenausstattung. Die größte und bedeutendste Messe ist die alljährlich im Oktober in Almaty stattfindende Öl- und Gasmesse KIOGE.


Umwelt

Kasachstan schärft sein internationales Profil im Umweltbereich. Mit dem Ende September 2013 vorgestellten 'Green Bridge Partnership Programme (GBPP)' zielt Kasachstan auf den engeren Erfahrungsaustausch zwischen den Staaten Zentralasiens und Europas, um ein nachhaltiges Wachstum in der Region zu fördern. Zugleich treibt Kasachstan im Rahmen der 2013 vorgestellten 'Green Economy'-Strategie den ökologischen Umbau seiner Wirtschaft voran.

Kasachstan richtet die EXPO 2017 aus. Sie wird unter dem Titel 'Energie der Zukunft' in Astana stattfinden und einen Schwerpunkt auf den Themenbereich erneuerbare Energien und neue Technologien legen.

Die Umweltsituation ist in Teilen des Landes weiter kritisch: Große Umweltbelastungen gibt es vor allem in Semipalatinsk, wo auch 20 Jahre nach Beendigung der Nukleartests immer noch radioaktive Kontamination und Strahlenbelastung menschlicher und tierischer Nahrungsmittel nachweisbar sind. Der Aral-See, einst viertgrößte Binnensee der Welt, ist seit der Sowjetzeit mit Sondermüll belastet und seit 1960 drastisch auf 10% der ursprünglichen Wasserfläche geschrumpft. Mit Hilfe von Weltbank und UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) hat Kasachstan 2005 einen Damm auf der Nordseite des Sees fertig gestellt und den weiteren Wasserverlust eingedämmt. Auch der im Südosten des Landes gelegene Balchasch-See ist durch verringerte Zuflüsse wegen Stauseen in den Oberläufen und der Einleitung von Abwässern aus Kupferhütten gefährdet.

Mit seiner Wasserinitiative Zentralasien unterstützt das Auswärtige Amt im Rahmen der EU-Zentralasien-Strategie seit 2008 die Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit bei der Wassernutzung und die Stärkung der regionalen Institutionen in diesem Sektor.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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