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Senegal

Außenpolitik

Stand: März 2017

Grundlinien der Außenpolitik

Senegal ist traditionell eng mit den westlichen Demokratien verbunden, insbesondere mit Frankreich. In einer von Krisen erschütterten Region ist es ein Stabilitätsanker und wichtiger Meinungsführer, auch in der Regionalorganisation ECOWAS und Afrikanischen Union. Präsident Sall vertritt als Vorsitzender des Komitees der Staatschefs der Initiative NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) afrikanische Interessen regelmäßig auch im Rahmen der G7 und G20. Senegal engagiert sich aktiv auf multilateraler Ebene in zahlreichen internationalen Organisationen und Konferenzen. In den Jahren 2016 und 2017 ist Senegal nicht-ständiges Mitglied im VN-SR; es hatte hier im November 2016 den Vorsitz inne. Die senegalesische Regierung misst ihrer internationalen Rolle große Bedeutung bei. Auch regionalpolitisch ist Senegal zu aktivem Engagement bereit, wie sich u.a. in der Übernahme von Verantwortung in Zusammenhang mit der Gambia-Krise (Dez. 2016/Jan.2017) zeigte.

Größte multilaterale Geber von Entwicklungshilfe sind die Europäische Union, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank (BAD). Unter den bilateralen Gebern steht Frankreich an erster Stelle. Zur Gruppe größerer bilateraler Geber gehören ferner die Vereinigten Staaten, China, Japan, Kanada und Spanien.


Afrika-Politik

Wichtigstes afrikapolitisches Anliegen Senegals ist die westafrikanische Integration. Die Mitarbeit in der Regionalorganisation ECOWAS/CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest) ist ein zentraler Pfeiler senegalesischer Außenpolitik. Präsident Macky Sall war bis Juni 2016 für ein Jahr Vorsitzender der ECOWAS-Kommission. Darüber hinaus setzt Senegal auf den Ausbau der 1994 gegründeten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine). Diese hat eine Zollunion eingerichtet und strebt einen gemeinsamen Markt nach EU-Vorbild an. Außerdem ist es Senegal ein Anliegen, die kontinentale Integration im Rahmen der Afrikanischen Union zu vertiefen.


Beziehungen zu Nachbarstaaten

Die Krise in Mali verfolgt Senegal aufmerksam. Es beteiligt sich mit 850 Soldaten an der Operation MINUSMA der Vereinten Nationen.

Die Beziehungen mit Gambia und Guinea-Bissau wurden in den vergangenen Jahren immer wieder durch den Konflikt in der Casamance im Süden Senegals belastet. Nach dem Regierungswechsel in Gambia haben die Rebellengroppen in der Casamance ihre Bereitschaft zur Unterzeichnung eines – internen – Friedensabkommens unterstrichen. Das Verhältnis zu Gambia hat sich mit der Amtsübernahme des im Dezember 2016 neu gewählten Präsidenten, Adama Barrow, deutlich verbessert. Der senegalesische Präsident Macky Sall hatte sich für eine von der ECOWAS konzertierte friedliche Lösung der innenpolitischen Krise nach den Präsidentschaftswahlen eingesetzt.

In Guinea-Bissau beteiligen sich 130 senegalesische Soldaten an der ECOWAS-Stabilisierungsmission ECOMIB. Senegal unterstützte eine Transitionsphase, die bis zu Neuwahlen von Parlament und Präsident im April/Mai 2014 andauerte. In der jüngsten, seit August 2015 andauernden politischen Krise versuchte Präsident Sall mehrfach zu vermitteln.

Im Verhältnis zu Mauretanien bemüht sich die senegalesische Regierung,  kleinere Konfliktpunkte, zum Beispiel in Fragen der Fischerei, Migration und beim kleinen Grenzverkehr zu lösen.


Beziehungen zur islamischen Welt

Die Beziehungen zur islamischen Welt haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Das gilt insbesondere für Katar, Kuwait, Marokko, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Senegal hatte zwischen 2008 und 2013 den Vorsitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und war im Jahr 2008 Gastgeber des Gipfeltreffens der Organisation. 


Engagement in den Vereinten Nationen

Senegal setzt sich für eine Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen ein und unterstützt die Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen einschließlich des Sicherheitsrates. Seit Januar 2016 ist Senegal für zwei Jahre Nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.

Darüber hinaus ist Senegal in den Vereinten Nationen bei verschiedenen Aktivitäten traditionell engagiert. Das gilt im klassisch-diplomatischen Sinne (zum Beispiel Einsatz gegen Gewalt gegen Frauen und Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten) wie auch bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen: Senegalesische Truppen sind gegenwärtig u.a. an MINUSMA in Mali und an Einsätzen in der Demokratischen Republik Kongo, Côte d’Ivoire, Sudan und Haiti beteiligt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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