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Senegal

Außenpolitik

Stand: Juni 2016

Grundlinien der Außenpolitik

Senegal ist traditionell eng mit den westlichen Demokratien verbunden, insbesondere mit Frankreich. In einer von Krisen erschütterten Region ist es ein Stabilitätsanker und wichtiger Meinungsführer, auch in der Regionalorganisation ECOWAS und der Afrikanischen Union. Präsident Sall vertritt als Vorsitzender des Komitees der Staatschefs der Initiative NEPAD (New Partnership for Africa’s Development) afrikanische Interessen regelmäßig auch im Rahmen der G7 und G20. Senegal engagiert sich aktiv auf multilateraler Ebene in zahlreichen internationalen Organisationen und Konferenzen. So fand das letzte Gipfeltreffen der Organisation für Frankophonie im November 2014 in Dakar statt.

Größte multilaterale Geber von Entwicklungshilfe sind die Europäische Union, die Weltbank und die Afrikanische Entwicklungsbank (BAD). Unter den bilateralen Gebern steht Frankreich an erster Stelle. Zur Gruppe größerer bilateraler Geber gehören ferner die Vereinigten Staaten, China, Japan, Kanada, Spanien und Deutschland.


Afrika-Politik

Wichtigstes afrikapolitisches Anliegen Senegals ist die westafrikanische Integration. Die Mitarbeit in der Regionalorganisation ECOWAS/CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest) ist ein zentraler Pfeiler senegalesischer Außenpolitik. Präsident Macky Sall war bis Juni 2016 für ein Jahr Vorsitzender der ECOWAS-Kommission. Darüber hinaus setzt Senegal auf den Ausbau der 1994 gegründeten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine). Diese hat eine Zollunion eingerichtet und strebt einen gemeinsamen Markt nach EU-Vorbild an. Außerdem ist es Senegal ein Anliegen, die kontinentale Integration im Rahmen der Afrikanischen Union zu vertiefen.


Beziehungen zu Nachbarstaaten

Die Krise in Mali verfolgt Senegal aufmerksam. Es beteiligt sich mit 850 Soldaten an der Operation MINUSMA der Vereinten Nationen.

Die Beziehungen mit Gambia und Guinea-Bissau wurden in den vergangenen Jahren immer wieder durch den Konflikt in der Casamance im Süden Senegals belastet. Grenzgebiete der Nachbarländer dienten den Rebellen als Rückzugsgebiete. Das Verhältnis zu Gambia ist zudem dadurch getrübt, dass dort im August 2012 zwei zum Tode verurteilte Senegalesen hingerichtet wurden. Seit seinem Amtsantritt bemüht sich der senegalesische Präsident Macky Sall aber darum, die bilateralen Beziehungen zu Banjul zu verbessern.

In Guinea-Bissau beteiligen sich 130 senegalesische Soldaten an der ECOWAS-Stabilisierungsmission. Senegal unterstützte eine Transitionsphase, die bis zu Neuwahlen von Parlament und Präsident im April/Mai 2014 andauerte. In der jüngsten, seit August 2015 andauernden politischen Krise versuchte Präsident Sall mehrfach zu vermitteln.

Im Verhältnis zu Mauretanien bemüht sich die senegalesische Regierung, kleinere Konfliktpunkte zu lösen, zum Beispiel in Fragen der Fischerei, Migration und des kleinen Grenzverkehrs.


Beziehungen zur islamischen Welt

Die Beziehungen zur islamischen Welt haben sich in den letzten Jahren intensiviert. Das gilt insbesondere für Katar, Kuwait, Marokko, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Senegal hatte zwischen 2008 und 2013 den Vorsitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit und war im Jahr 2008 Gastgeber des Gipfeltreffens der Organisation. 2015 kündigte Senegal die Entsendung von 2.100 Soldaten nach Saudi-Arabien im Rahmen der Operation "Restoring Hope" an, bisher ist es jedoch noch zu keiner Entsendung gekommen.


Engagement in den Vereinten Nationen

Senegal setzt sich für eine Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen ein und unterstützt die Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen einschließlich des Sicherheitsrates. Seit Januar 2016 ist Senegal für zwei Jahre Nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.

Darüber hinaus ist Senegal in den Vereinten Nationen bei verschiedenen Aktivitäten traditionell engagiert. Das gilt im klassisch-diplomatischen Sinne (zum Beispiel Einsatz gegen Gewalt gegen Frauen und Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten) wie auch bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen: Senegalesische Truppen sind gegenwärtig an MINUSMA in Mali und an Einsätzen in der Demokratischen Republik Kongo, Côte d’Ivoire, Sudan und Haiti beteiligt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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