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Guinea

Außenpolitik

Stand: Juli 2015

Grundlagen der Außenpolitik

Traditionelle außenpolitische Grundpositionen Guineas waren seit der Unabhängigkeit 1958 die Blockfreiheit und eine panafrikanische Perspektive. Guinea hat häufig im Rahmen der Afrikanischen Union sowie bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen Kontingente gestellt. Bei den Bürgerkriegen in Liberia (1989 – 2003) und Sierra Leone (1991 – 2002) war Guinea sowohl in der Überwachungsgruppe der westafrikanischen ECOWAS-Staaten (ECOMOG) beteiligt wie auch Aufnahmeland für eine Million Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone, seit 2002 auch aus der Côte d'Ivoire.

Seit 2007 sind fast alle Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Für die Mission der Vereinten Nationen MINUSMA in Mali stellte Guinea im vergangenen Jahr mehr als 150 Soldaten zur Verfügung.

Nach dem Militärputsch vom Dezember 2008 war Guineas Mitgliedschaft in der AU und in ECOWAS suspendiert worden. Seit dem Amtsantritt von Präsident Alpha Condé im Dezember 2010 ist Guinea wieder Vollmitglied in den afrikanischen Organisationen.

Beziehungen zu anderen Staaten

In der ersten Republik (1958 – 1984) orientierte sich Guinea ideologisch an der Sowjetunion und anderen kommunistischen Staaten, pflegte aber aus wirtschafts- und entwicklungspolitischen Gründen auch die Kontakte zu den USA und anderen westlichen Staaten, seit Mitte der 70er Jahre auch wieder mit Frankreich.

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts richtete sich die guineische Außenpolitik auf die eigene Subregion und auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Interessen aus. Die Europäische Union ist mit ihren Mitgliedstaaten wichtigster Partner der Entwicklungszusammenarbeit.

Die Beziehungen zu den USA, Kanada und Russland sind traditionell aus rohstoffpolitischen Gründen ausgeprägt. Wegen seiner jahrzehntelangen Abgeschlossenheit unterhält das Land nur wenige aktive diplomatische Beziehungen, in Conakry sind weniger als 30 Botschaften vertreten. Präsident Alpha Condé möchte die Beziehungen seines Landes zu den angrenzenden Staaten vertiefen. Deutlich wurde dies bei mehreren Staatsbesuchen sowie durch seine Präsenz bei Gipfeln der Afrikanischen Union (AU) sowie der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Präsident Alpha Condé versucht neben den traditionellen Partnern die Zusammenarbeit mit aufstrebenden Nationen zu verstärken, insbesondere mit China. Schätzungen zufolge lebten in Guinea vor Ausbruch der Ebola-Epidemie im Frühjahr 2014 über 20.000 chinesische Staatsangehörige, die damit die größte ausländische Gemeinde in Guinea darstellen. Anfang März 2014 empfing Präsident Condé den marokkanischen König Mohammed VI. in Conakry. Anlässlich dessen Besuchs wurden über 20 Abkommen unterzeichnet, um die traditionell enge Zusammenarbeit beider Staaten im Bildungs- und Wirtschaftsbereich zu intensivieren.

Mit dem erste Besuch eines französischen Staatspräsidenten seit 19 Jahren setzte Präsident Hollande am 28.11.2014 ein deutliches Zeichen, Guinea auf seinem schwierigen Weg zur demokratischer und sozialer Entwicklung nicht im Stich zu lassen und bei der Bewältigung der akuten Ebolakrise internationale Solidarität zu üben.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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