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Guinea

Außenpolitik

Stand: Oktober 2013

Grundlagen der Außenpolitik

Traditionelle außenpolitische Grundpositionen Guineas waren seit der Unabhängigkeit 1958 die Blockfreiheit und eine panafrikanische Perspektive. Guinea hat häufig im Rahmen der Afrikanischen Union sowie bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen Kontingente gestellt. Bei den Bürgerkriegen in Liberia (1989 – 2003) und Sierra Leone (1991 – 2002) war Guinea sowohl in der Überwachungsgruppe der westafrikanischen ECOWAS-Staaten (ECOMOG) beteiligt wie auch Aufnahmeland für eine Million Flüchtlinge aus Liberia und Sierra Leone, seit 2002 auch aus der Côte d'Ivoire. Seit 2007 sind alle Flüchtlinge in ihre Heimatländer zurückgekehrt, aber die ivorische Verfassungskrise hat zur Neuaufnahme von einigen Hundert ivorischen Flüchtlingen geführt.

Nach dem Militärputsch vom Dezember 2008 wurde Guineas Mitgliedschaft in der AU und in ECOWAS suspendiert. Seit dem Amtsantritt von Präsident Alpha Condé im Dezember 2010 ist Guinea wieder Vollmitglied in den afrikanischen Organisationen.

Präsident Alpha Condé bemüht sich außenpolitisch um eine verstärkte Süd-Süd-Zusammenarbeit, insbesondere mit China, Indien und Brasilien.

Beziehungen zu anderen Staaten

In der ersten Republik (1958 – 1984) orientierte sich Guinea ideologisch an der Sowjetunion und anderen kommunistischen Staaten, pflegte aber aus wirtschafts- und entwicklungspolitischen Gründen auch die Kontakte zu den USA und anderen westlichen Staaten, seit Mitte der 70er Jahre auch wieder mit Frankreich. 

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts richtete sich die guineische Außenpolitik auf die eigene Subregion und auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Interessen aus. Die Europäische Union ist mit ihren Mitgliedstaaten wichtigster Entwicklungshilfegeber. Aus rohstoffpolitischen Gründen pflegt Guinea intensive  Beziehungen zu den USA, Kanada und Russland, zunehmend auch mit China. 

Wegen der jahrzehntelangen Abgeschlossenheit des Landes unterhält das Land nur wenige aktive diplomatische Beziehungen, in Conakry sind weniger als 30 Botschaften vertreten.

Präsident Alpha Condé möchte die Beziehungen seines Landes zu den angrenzenden Staaten vertiefen. Deutlich wurde dies zuletzt bei mehreren Staatsbesuchen sowie durch seine Reisen zu den Gipfeltreffen der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.