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Belarus

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Nach Überwindung der schweren Wirtschaftskrise 2011 gelang in den Folgejahren zunächst eine gewisse Stabilisierung. 2015 verzeichnete Belarus erstmals seit 1994 eine (deutliche) Rezession mit einer Abnahme des BIP um 3,9%. Diese Rezession scheint sich fortzusetzen. Für 2016 wird mit einer Abnahme um 1% bis 3% gerechnet. Hauptgründe dieser Entwicklung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Russischen Föderation inklusive des Rubelverfalls – damit ist der für Belarus mit Abstand wichtigste Absatzmarkt entscheidend geschwächt – sowie die in Belarus weiterhin hauptsächlich staatlich organisierte Wirtschaft, mit kontinuierlich sinkender internationaler Konkurrenzfähigkeit. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur langfristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; sie wird dem Land nicht aus der aktuellen Krise heraushelfen. Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind weiterhin nicht erkennbar.

Das BIP Belarus' nahm 2015 um 3,9% ab und erreichte einen Umfang von 56,5 Mrd USD. Die Inflation lag 2015 bei 12%.

Der belarussische Außenhandel belief sich in den ersten vier Monaten 2016 auf insgesamt 14,5 Mrd. USD, dies bedeutet einen Rückgang von 16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Russland blieb 2015 mit einem Anteil von etwa 48% der wichtigste Handelspartner von Belarus, dahinter folgten die Ukraine (6,1%), China (5,7%), Großbritannien (5,6%) und Deutschland (4,4%). Der Warenaustausch mit Deutschland betrug 2,47 Mrd. USD, wobei sowohl die belarussischen Exporte nach Deutschland (-34,3%) als auch insbesondere die Importe aus Deutschland (-43,8%) stark eingebrochen sind.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering. Der Gesamtumfang an FDI in Belarus belief sich 2014 auf 10,2 Mrd USD. Obwohl für 2015 noch keine genauen Angaben vorliegen, rechnen Experten mit einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit in diesem Jahr. Anlageinvestitionen sollen im Zeitraum Januar bis September 2015 um etwa 14% zurückgegangen sein; Investitionen des belarussischen Staatshaushalts wurden im gleichen Zeitraum um 35,5% gekürzt.

Die Gold- und Währungsreserven des Landes belaufen sich auf 4,27 Mrd USD (Stand 01.06.16) und bewegen sich damit in einem kritischen Bereich (knapp zwei Importmonate).

Der durchschnittliche Monatslohn ist im Januar 2016 auf 315 USD gesunken, viele Industriekonzerne sind zu Arbeitszeitbeschränkungen und Entlassungen gezwungen.

Im Juni 2016 wurde ein neuer Fünfjahresplan der wirtschaftlich-sozialen Entwicklung 2016-2020 beschlossen, der bis Ende 2020 ein BIP-Wachstum von 12-15 % und einen Rückgang der Inflationsrate auf 5 % vorsieht.

Die Hoffnungen Belarus mit der seit Beginn 2015 in Kraft getretenen Eurasischen Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt. Eine Vielzahl von den Handel behindernden Ausnahmeregelungen wurden nicht beseitigt. Die Einschränkungen im EaWU-Handel haben sich über die einseitigen russ. Sanktionen gegen UKR und TUR sogar noch verschärft. Allerdings erhielt Belarus im Frühjahr 2016 einen Kredit von 2 Mrd. USD von der Eurasischen Entwicklungsbank.


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