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Belarus

Wirtschaft

Stand: März 2016

Nach Überwindung der schweren Wirtschaftskrise 2011 gelang in den Folgejahren zunächst eine gewisse Stabilisierung. 2015 verzeichnete Belarus erstmals seit 1994 eine (deutliche) Rezession mit einer Abnahme des BIP um 3,9%. Hauptgründe dieser Entwicklung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Russischen Föderation inklusive des Rubelverfalls – damit ist der für Belarus mit Abstand wichtigste Absatzmarkt entscheidend geschwächt – sowie die in Belarus weiterhin hauptsächlich staatlich organisierte Wirtschaft, mit kontinuierlich sinkender internationaler Konkurrenzfähigkeit. Die angestrebte Erschließung neuer Exportmärkte kann nur langfristig und auf Basis einer veränderten Wirtschaftspolitik Erfolg haben; sie wird dem Land nicht aus der aktuellen Krise heraushelfen. Fortschritte bei drängenden Strukturreformen sind weiterhin nicht erkennbar.

Das BIP Belarus' nahm 2015 um 3,9% ab und erreichte einen Umfang von 56,5 Mrd USD. Die Inflation lag 2015 bei 12%.

Der belarussische Außenhandel hatte 2015 einen Umfang von nur 56,8 Mrd. USD, damit ist er gegenüber dem Vorjahr um 25,6% zurückgegangen. Der negative Saldo belief sich 2015 auf 3,5 Mrd USD.

Russland blieb 2015 mit einem Anteil von etwa 48% der wichtigste Handelspartner von Belarus, dahinter folgten die Ukraine (6,1%), China (5,7%), Großbritannien (5,6%) und Deutschland (4,4%). Der Warenaustausch mit Deutschland betrug 2,47 Mrd. USD, wobei sowohl die belarussischen Exporte nach Deutschland (-34,3%) als auch insbesondere die Importe aus Deutschland (-43,8%) stark eingebrochen sind.

Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen (FDI) nach Belarus ist vergleichsweise gering. Der Gesamtumfang an FDI in Belarus belief sich 2014 auf 10,2 Mrd USD. Obwohl für 2015 noch keine genauen Angaben vorliegen, rechnen Experten mit einem deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit in diesem Jahr. Anlageinvestitionen sollen im Zeitraum Januar bis September 2015 um etwa 14% zurückgegangen sein; Investitionen des belarussischen Staatshaushalts wurden im gleichen Zeitraum um 35,5% gekürzt.

Die Gold- und Währungsreserven des Landes belaufen sich auf 4,03 Mrd USD (Stand 01.02.16) und bewegen sich damit in einem kritischen Bereich (knapp zwei Importmonate).

Der durchschnittliche Monatslohn ist im Januar 2016 auf 315 USD gesunken, viele Industriekonzerne sind zu Arbeitszeitbeschränkungen und Entlassungen gezwungen.

Die Hoffnungen Belarus in Zusammenhang mit der seit Beginn 2015 in Kraft getretenen Eurasischen Wirtschaftsunion (EaWU) haben sich bisher nicht erfüllt. Dies betrifft vor allem die Beseitigung einer Vielzahl von Ausnahmeregelungen, die die Freiheit des Waren- und Dienstleistungsaustauschs behindern.


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