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Philippinen

Außenpolitik

Stand: November 2015

Grundlinien der Außenpolitik

Die Philippinen sind traditionell enge Partner der USA im pazifischen Raum. Große Bedeutung hat für die Philippinen auch die Intensivierung der regionalen Zusammenarbeit im Rahmen der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN). Der Handel mit der Gruppe der ASEAN-Mitgliedsstaaten lag neben China, USA und Japan an der Spitze der Handelspartner der Philippinen. Wichtige Foren für die philippinische Außenpolitik im Rahmen von ASEAN sind neben den ASEAN-Gipfeltreffen das mit sicherheitspolitischen Fragen befasste ASEAN Regional Forum (ARF, seit 1994) und, über die südostasiatische Region hinausgehend, die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation (APEC). Die Philippinen sind der Gastgeber für den jährlichen Gipfel der APEC im November 2015 in Manila.


Beziehungen zu den USA

Die USA sind der wichtigste Verbündete und nach China der zweitwichtigste Handelspartner der Philippinen. Das gute Verhältnis gündet auf gemeinsamer Geschichte (Kolonialzeit von 1898 bis 1945, Zweiter Weltkrieg), die Zahl von etwa 3,5 Millionen Menschen mit philippinischen Wurzeln in den USA (davon ca. 80% mit US-Staatsangehörigkeit) und die Bedeutung des Absatzmarktes USA für philippinische Waren. Die politische und wirtschaftliche Elite des Landes ist auf die USA hin orientiert, hat dort studiert und unterhält vielfältige Geschäftsbeziehungen dorthin.

Auf Grundlage des so genannten „Visiting Forces Agreement“ (VFA) unterstützen seit Februar 2002 US-Soldaten im Rahmen gemeinsamer Manöver die philippinische Armee (AFP) in ihrem Kampf gegen die islamistischen Terrorgruppen u.a. Abu Sayyaf und Jemaah Islamiyah im Süden des Landes, vor allem auf den Inseln Basilan und Jolo. Die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern hat durch das Auftreten Chinas im Südchinesischen Meer eine neue Dimension erhalten. Im Zusammenhang mit dem Besuch von Präsident Obama im April 2014 haben die USA und die Philippinen das sogenannte Enhanced Defense Cooperation Agreement unterzeichnet, das die sicherheitspolitische Präsenz von US-Streitkräften auf philippinischen Militärbasen ausweiten soll.


Beziehungen zur Volksrepublik China und zu Japan

Die Auseinandersetzung um die territorialen Ansprüche Chinas auf das Gebiet um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer, in dem große Öl- und Gasreserven vermutet werden, prägen das aktuelle Verhältnis zu China. Mit der Befassung des Schiedsgerichtshofs im Haag durch die philippinische Regierung ab Januar 2013 hat der politische Streit einen neuen Höhepunkt erreicht. China erkennt das Verfahren vor dem Schiedsgericht und auf der Grundlage der VN-Konvention zum internationalen Seerecht nicht an.

Zugleich bleibt China für die wirtschaftliche Entwicklung der Philippinen unverzichtbar. China hat 2009 die USA als wichtigster bilateraler Handelspartner überholt und liegt jetzt vor den USA und Japan. Japan ist für die Philippinen noch immer größter bilateraler Geber von Entwicklungshilfe und bleibt wichtiger Wirtschaftspartner des Landes. Eine große Zahl japanischer Staatsangehöriger hat auf den Philippinen ihren Altersruhesitz begründet.


Beziehungen zu islamisch geprägten Staaten

Die Philippinen pflegen die Beziehungen zu den islamisch geprägten Staaten Süd- und Südostasiens, aber auch zu den arabischen Ölländern, in denen etwa die Hälfte der philippinischen Gastarbeiter (insgesamt circa 10 Mio.) beschäftigt ist. Bedeutung haben diese Beziehungen auch für die Friedensregelung mit den moslemischen Rebellen im Südwesten Mindanaos, in welcher Malaysia als Vermittler auftritt.


Beziehungen zu den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union

Die EU ist der viertgrößte Handelspartner der PHL (Handelsvolumen ca. 12,5 Mrd. Euro p.a.) und einer der wichtigsten Geber in der Entwicklungszusammenarbeit. Das Europäisch-Philippinische Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PCA) wurde am 11. Juli 2012 zwischen der Hohen Repräsentantin der EU für Außenpolitik, Lady Catherine Ashton, und dem Außenminister der Philippinen, Albert del Rosario, gezeichnet. Erste Sondierungsgespräche über ein Freihandelsabkommen der EU mit den PHL haben begonnen. Die EU beteiligt sich am Bangsamoro Friedensprozess. Sie ist seit Anfang 2011 auf Mindanao mit zwei Beobachtern im „International Monitoring Team“ vertreten, das die Einhaltung der Vereinbarungen zwischen der philippinischen Regierung und der MILF überwacht. Durch den Bangsamoro Development Fund unterstützt die EU zudem die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der muslimischen Teile Mindanaos. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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