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Papua-Neuguinea

Wirtschaft

Stand: März 2013

Wirtschaftsstruktur

Die Wirtschaft Papua-Neuguineas ist, wie im gesamten Südpazifik, zweigliedrig: Rund 85 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Hierbei handelt es sich meist um Familienbetriebe, die ihre Selbstversorgung sichern bzw. Tauschhandel betreiben (Subsistenzwirtschaft). Die Wirtschaftsleistung aus der Subsistenzwirtschaft kann in offiziellen Statistiken nicht oder nur unzureichend erfasst werden.

Daneben gibt es einen formellen Sektor. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wurden 2012 in den Sektoren Landwirtschaft (28 Prozent), Industrie (38 Prozent) und Dienstleistungen (33 Prozent) erwirtschaftet (Schätzungen). Landwirtschaftliche Produkte Papua-Neuguineas umfassen Kaffee, Kakao, Kopra, Palmfrüchte, Tee, Zucker, Gummi, Süßkartoffeln, Obst und Gemüse, Vanille, Meeresfrüchte und Fleisch. Industrien in Papua-Neuguinea umfassen die Verarbeitung von Kopra und Palmöl, die Produktion von Holzprodukten, Bergbau von Gold, Silber und Kupfer sowie Öl- und Gasproduktion sowie deren Verarbeitung. Der Handel mit Bodenschätzen erwirtschaftet in Papua-Neuguinea fast zwei Drittel des Exporteinkommens.


Wirtschaftsentwicklung

Papua-Neuguinea hat seit 2004 ein robust hohes BIP-Wachstum, das im Jahr 2012 bei 7,7 Prozent lag (2011: 9 Prozent 2010: 7 Prozent). Die dualistische Wirtschaftsstruktur bringt ein starkes Stadt-Land-Gefälle der Wirtschaftsleistung mit sich. Die Inflationsrate lag im Jahr 2012 bei etwa 6,2 Prozent (alles Schätzungen).

Die Rohstoffvorkommen (vor allem Öl, Gas sowie Gold und Kupfer) in Papua-Neuguinea tragen einen erheblichen Anteil zum BIP des Landes bei. Derzeit werden im Hochland umfangreiche Gasvorkommen erschlossen, die als LNG (verflüssigtes Erdgas) exportiert werden sollen. Das „PNG-LNG-Projekt“ bietet Potenzial für erhebliche Deviseneinnahmen, die außerhalb des Landes in einem Sovereign Wealth Fund verwaltet werden sollen. Dies soll den negativen Auswirkungen vergleichbarer Projekte entgegenwirken, denn in der Vergangenheit hat die einheimische Bevölkerung kaum von den Projekten profitiert. Vielmehr haben Bergbau und das Abholzen des Regenwaldes zu erheblichen Umweltschäden geführt. Landrechtsstreitigkeiten führen außerdem regelmäßig zu Behinderungen bei der Durchführung der Projekte.

Das von tropischem Klima geprägte Papua-Neuguinea verfügt über einen einzigartigen Artenreichtum in Flora und Fauna. Die wirtschaftliche und touristische Entwicklung Papua-Neuguineas wird stark gebremst durch Spannungen innerhalb der Bevölkerung, Landrechtskonflikte, Korruption, Intransparenz und mangelhafte Infrastruktur. Es existiert kein flächendeckendes Straßennetz, weshalb der Fernverkehr mit dem Flugzeug abgewickelt werden muss. Damit stellt die Logistik insbesondere für Großprojekte eine große Herausforderung dar. Auch der Transport verderblicher Produkte wie Obst und Gemüse in die größeren Städte ist kaum möglich. Elektrizität, Trinkwasser oder medizinische Grundversorgung sind in weiten Teilen des Landes nicht vorhanden.

Im Rahmen des Pacific Islands Forum (PIF), in dem Papua-Neuguinea als größter Inselstaat eine gewichtige Rolle spielt, wird derzeit ein kombiniertes Handels- und Entwicklungsabkommen, PACER plus, verhandelt. Im Jahr 2009 wurde im „Cairns Compact“ vereinbart, eine bessere Koordination zwischen den verschiedenen Partnern in der Pazifikregion anzustreben. Dabei soll vor allem im Bereich Entwicklungshilfe eine Effizienzsteigerung erreicht werden. Australien leistet seit der Unabhängigkeit Papua-Neuguineas einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Landes. Daneben unterstützen internationale Finanzorganisationen wie Weltbank und Asiatische Entwicklungsbank sowie zahlreiche bilaterale Geber das Land. Mitte 2009 wurde zwischen Papua-Neuguinea und EU ein Wirtschaftspartnerschafts-Abkommen („interim Economic Partnership Agreement, EPA") abgeschlossen, das den Handel zwischen den Partnern fördern soll.


Außenhandel

Papua-Neuguineas Exporte lagen 2012 bei etwa 5,64 Mrd. EUR (7,36 Mrd. USD, Schätzung). Wichtigste Exportgüter sind Bodenschätze wie Öl, Gold und Kupfer, außerdem Holz, Palmöl, Kaffee, Kakao und Meeresfrüchte. Mit 31,5 Prozent ist Australien größter Abnehmer von Exporten aus Papua-Neuguinea. Mit Abstand folgt Japan (7 Prozent).

2012 hat Papua-Neuguinea Güter im Wert von 4,03 Mrd. EUR (5,27 Mrd. USD, Schätzung) importiert. Wichtigste Importgüter sind Maschinen und Fahrzeuge, Fertigwaren, Lebensmittel, Treibstoff und Chemikalien. Mit 36,9 Prozent ist Australien größter Lieferant von Importen nach Papua-Neuguinea. Weitere wichtige Lieferanten sind Singapur (14,1 Prozent), Malaysia (9,1 Prozent), China (7 Prozent) und  Japan (5 Prozent).



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.