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Der Nahe Osten und die Maghreb-Staaten hatten bereits seit gewisser Zeit eine Magnetwirkung auf mich. Umso glücklicher bin ich jetzt, da ich im Jahr 2006 mein Auslandspraktikum innerhalb der Ausbildung zum gehobenen Auswärtigen Dienst in der Deutschen Botschaft in Algier absolvieren kann.

Die Entscheidung zum Auswärtigen Amt zu gehen lag für mich auf der Hand: Neben einem Interesse an Fremdsprachen und anderen Kulturen war das Reisen schon immer eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Und welcher andere Arbeitgeber kann diese Aspekte in gleicher Weise bieten? Gesagt, getan “ auch wenn das berufliche Reisen noch etwas auf sich warten lies, so war das Grundstudium (für uns noch in Bonn, für Euch in der Akademie des Auswärtigen Dienstes in Berlin) erwartungsgemäß theoretisch, jedoch sehr abwechslungsreich. Die ersten tief greifenden Praxis-Erfahrungen konnte ich dann im Inlandspraktikum beim Nahostreferat sammeln, bevor ein weiterer sechsmonatiger Studienblock sich ausschließlich mit verschiedenen Rechtsgebieten befasste.

Seit Ende Februar arbeite und lebe ich in Algier, der weißen Perle am Mittelmeer. Auch wenn viele vermutlich bei der Nennung des Dienstortes zunächst zusammenzucken, so hat sich für mich einmal mehr bewiesen, dass Ruf und Realität sehr weit auseinander fallen können. Beruflich wurde ich schon in sämtlichen Abteilungen eingesetzt und konnte somit einen guten Überblick in die Arbeit einer deutschen Auslandsvertretung gewinnen. Ob bei der Programmerstellung und Begleitung von Wirtschaftsdelegationen, der Durchführung von Pressekonferenzen, der alltäglichen, doch auch spannenden Arbeit hinter dem Visa-Schalter oder bei der Betreuung von Konsularfällen“ die Ausbildung vermittelt ein sehr breites Spektrum an Aufgaben. Der Beruf, den ich lerne, definiert sich zwar in erster Linie über klassische Schreibtischarbeit, jedoch tritt man sehr oft mit Menschen der verschiedensten Kulturen und Herkunft in Verbindung. Zudem hat man bereits jetzt die Möglichkeit in hohem Maße selbstständig zu arbeiten. Die interessante und abwechslungsreiche Arbeitswoche kann man sich zum Beispiel am Wochenende mit einem Trip in die Wüste versüßen.

Insgesamt summiert sich das Ganze zu einer unvergesslichen Zeit, wenn man die Möglichkeit hat in einem fremden Land zu leben, eine so andere Mentalität zu erleben und hier Freunde zu finden. Dies sind die wesentlichen Gründe, weshalb ich mich auf meinen ersten Posten nach dem jetzt folgenden abschließenden Teil des Studiums freue. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass man für einen Arbeitgeber “ oder wie es hausintern heißt“ einen Dienstherrn tätig ist, der gewisse Sicherheiten bietet.

Entschuldigt, dass ich mich erst jetzt vorstelle. Ich heiße Robert Döscher, bin 23 Jahre alt und komme aus Frankfurt an der Oder. Nach dem Abitur am Otto-Brenner-Gymnasium und Wehrdienst gehöre ich jetzt zum Jahrgang der KSA (Konsulatssekretäranwärter) 2004.

Mittlerweile ist es Juni 2007 und ich stehe nach bestandenen Sprachprüfungen und Ausarbeitung der Diplomarbeit kurz vor den Laufbahnprüfungen. Seit einigen Monaten weiß ich, dass ich für meinen ersten Posten an die Deutsche Botschaft in Teheran versetzt werde. Mein Arbeitsgebiet umfasst dort die Teilbereiche Wirtschaft und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Unabhängig davon freue ich mich auf ein Land, das auf eine Jahrtausende alte Geschichte blicken kann und in dem es viel zu entdecken gibt. Der Posten wird beruflich und privat sicherlich eine Herausforderung.


Stand 09.07.2007

Robert Döscher

In Algier