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Honduras

Außenpolitik

Stand: Februar 2017

Beziehungen zu den Nachbarstaaten

Honduras ist nach Bevölkerung und nach Fläche das zweitgrößte Land Zentralamerikas. Das Land liegt an der Wegkreuzung der NW-SO-Landverbindung der Panamericana und einer im Ausbau befindlichen Straßenverbindung zwischen dem Pazifischen und dem Atlantischen Ozean.

Die Beziehungen zu den drei Nachbarländern Nicaragua, El Salvador und Guatemala sind gut, Honduras setzt auf wirtschaftliche Entwicklung durch weitergehende Integration Zentralamerikas. Das Land ist aktives Mitglied in dem durch das Protokoll von Tegucigalpa 1991 gegründeten "Sistema de Integración Centroamericano" (SICA). 

Honduras hat Freihandelsabkommen mit den USA (DR-CAFTA), sowie mit Panama, Kolumbien und Taiwan. Nach den USA und dem übrigen Zentralamerika könnte Europa durch das Assoziierungsabkommen der EU mit Zentralamerika (Wirtschaftsteil seit Mitte 2013 vorläufig angewandt) als dritter Partner der Region näher rücken. Der Standortvorteil des in der Mitte Zentralamerikas gelegenen Landes bietet auch Chancen auf Investitionen aus Asien und Südamerika (Korea, Brasilien, Kolumbien).

Im Jahr 2001 ist der Freihandelsvertrag zwischen Mexiko und den drei Ländern des sog. "nördlichen Dreiecks" El Salvador, Honduras und Guatemala in Kraft getreten. Eine Zollunion mit Guatemala trat 2016 in Kraft. Der von Mexiko initiierte Plan Puebla-Panama (Ausbau der Verkehrs-, Kommunikations- und Energieinfrastruktur, 2008 in "Projekt Mesoamerika" umbenannt), an dem sich inzwischen auch Kolumbien beteiligt, brachte graduelle Verbesserungen für die regionale Vernetzung der physischen Infrastruktur.

2008 trat Honduras sowohl Petrocaribe als auch der Alternativa Bolivariana para Nuestra América (ALBA) bei, ist jedoch  im Januar 2010 wieder aus ALBA ausgetreten. 2013 wurde die suspendierte Mitgliedschaft bei Petrocaribe wieder aktiviert.


Beziehungen zu den USA

Die Beziehungen zu den USA sind für Honduras wegen des politischen, wirtschaftlichen und militärischen Gewichts des großen nördlichen Landes von zentraler Bedeutung. Die USA sind nicht nur größter Handelspartner und Direktinvestor des Landes, sondern auch größter bilateraler Geber in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Zusammenarbeit wird im Rahmen der „Allianz für den Wohlstand“ noch ausgebaut. Zudem leben und arbeiten rd. eine  Mio. Honduraner in den USA.

Die militärische Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten ist eng. Die militärische Führungsebene von Honduras ist überwiegend in Panamá (Escuela de las Américas) und in den USA fortgebildet worden.

Die USA unterhalten den Luftwaffenstützpunkt in Palmerola (80 km von der Hauptstadt entfernt), von dem aus nicht nur die Region Mittelamerika, sondern auch die nördliche Hälfte Südamerikas in wenigen Flugstunden erreichbar ist.


Beziehungen zur Europäischen Union

Die EU führt seit 1984 mit den Staaten der sog. San José-Gruppe (Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Panama und Belize; Kooperationspartner: Mexiko, Kolumbien und Venezuela) im Rahmen jährlicher Ministertreffen einen regelmäßigen politischen Dialog.

Grundlage der Beziehungen der EU zu Honduras ist das am 01.03.1999 in Kraft getretene Rahmenkooperationsabkommen mit den zentralamerikanischen Ländern. Mit diesen vereinbarte die EU anlässlich des EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfeltreffens in Madrid (2002) Verhandlungen zu einem Abkommen über politischen Dialog und vertiefte Zusammenarbeit, das am 15. Dezember 2003 in Rom unterzeichnet wurde.

Ein Assoziierungsabkommen  EU-Zentralamerika wurde im Juni 2012 in Tegucigalpa unterzeichnet. Der Wirtschaftsteil ist seit Mitte 2013 anwendbar.

Die EU-Kommission führt ein Kooperationsprogramm mit Honduras durch, das einen Wert von ca. 235 Mio. Euro (2014 – 2020) hat (das zweithöchste in Lateinamerika nach Bolivien). Es konzentriert sich auf die Bereiche Ernährungssicherung, Beschäftigung und Förderung des Rechtstaats.

Die Anwesenheit einer großen EU-Beobachtermission bei den allgemeinen Wahlen im November 2013 hat viel zur Bekanntheit und dem Ansehen der EU in Honduras beigetragen.


Beziehungen zu weiteren Staaten

Honduras unterhält diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Die Beziehungen zu diesem Land, aber auch zu Japan und Südkorea, sind auch aufgrund der erheblichen entwicklungspolitischen Leistungen der betreffenden Staaten gut.


Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

Honduras ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Außen- und wirtschaftspolitisch wichtig für das Land ist daneben die Zugehörigkeit zu den Bretton-Woods-Institutionen (Internationaler Währungsfonds und Weltbank), der Interamerikanischen Entwicklungsbank sowie zu den Institutionen des zentralamerikanischen Integrationssystems (SICA).

Die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration (BCIE) hat ihren Sitz in Tegucigalpa.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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