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Eine Hungerkatastrophe verhindern, bevor es zu spät ist: Internationale Somalia-Konferenz in London

Rund 40 Staaten und internationale Organisationen haben am Donnerstag (11.05.) in London über Hilfe für Somalia beraten. Neben der Bekämpfung der drohenden Hungerkrise ging es auch um die langfristige Stabilisierung des Landes. Für Deutschland hat Außenminister Gabriel an der Konferenz teilgenommen.

Staatengemeinschaft muss Hungerkrise verhindern

Der dringende Appell des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres habe gefruchtet, so Außenminister Gabriel zu Beginn der Konferenz: "Wir haben inzwischen 55% der notwendigen Mittel, um die Hungerkrise in Somalia und am Horn von Afrika zu bekämpfen ... Das zeigt aber auch: 45% fehlen", setzte Gabriel hinzu. 

Diese werden jetzt dringend benötigt, um die drohende Hungerkatastrophe im Land noch zu verhindern.

Gabriel besuchte Anfang Mai 2017 das Flüchtlingslager bei Baidoa.

Gabriel besuchte Anfang Mai 2017 das Flüchtlingslager bei Baidoa.
© Inga Kjer/photothek.net

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Gabriel besuchte Anfang Mai 2017 das Flüchtlingslager bei Baidoa.

Gabriel besuchte Anfang Mai 2017 das Flüchtlingslager bei Baidoa.

Gabriel besuchte Anfang Mai 2017 das Flüchtlingslager bei Baidoa.

Erst kürzlich reiste Außenminister Gabriel selbst nach Mogadischu und Baidoa, um sich ein Bild der aktuellen Situation zu verschaffen. Die Lage im Land sei dramatisch, so Gabriel. Die Menschen litten unter den Folgen von Krieg und Bürgerkrieg. Die anhaltende Dürre verschärft zusätzlich die Notlage für viele Menschen.

Deutschland hat seinen Beitrag für die humanitäre Hilfe für Somalia im Jahr 2017 bereits auf 140 Millionen Euro verdoppelt. Jetzt kommt es auch auf die Hilfe der Staatengemeinschaft an: "Wir hoffen natürlich, dass andere unserem Beispiel folgen", sagte Gabriel. Bereits Anfang April hatten Außenminister Gabriel und Entwicklungsminister Müller mit dem "Berliner humanitären Appell" aufgerufen zu handeln, bevor es zu spät ist.

Stabilisierung und Stärkung staatlicher Strukturen

Unter Vorsitz Großbritanniens, der Vereinten Nationen und der somalischen Regierung hat die internationale Gemeinschaft deswegen heute über die weitere Unterstützung für Somalia beraten. Auf der Konferenz soll es jedoch nicht nur um die Linderung der akuten humanitären Not gehen - auch die langfristige Stabilisierung des Landes wird in den Blick genommen.

Im Vordergrund steht hier die Verbesserung der nationalen Sicherheit, aber auch die Stärkung staatlicher Strukturen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sind wichtige Themen. Das Auswärtige Amt unterstützt daher zum Beispiel den Aufbau der Polizei, um das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung zu stärken. Gleichzeitig hilft die durch das Auswärtige Amt geförderte Max-Planck-Stiftung dabei, durch den Aufbau eines föderalen Bundesstaats lokale Initiativen und Verantwortlichkeit zu stärken. Auch die Wiedereingliederung ehemaliger Kämpfer in die somalische Gesellschaft ist eine wichtige Aufgabe. Mit deutscher Unterstützung kann die Internationale Organisation für Migration (IOM) jedes Jahr bis zu 1000 ehemalige Kriegsteilnehmer auf ein Leben in Frieden vorbereiten.

Am Rande der Konferenz traf Gabriel auch mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres zusammen und bekräftigte seine Unterstützung für die Arbeit der UN in Bezug auf Somalia.

Zum Weiterlesen

Gabriel in Somalia: Die Weltgemeinschaft darf nicht wegsehen


Stand 11.05.2017

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