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Pakistan

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2014

Politische Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Deutschland und Pakistan sind traditionell freundschaftlich und gut. Deutschland hat großes Interesse an einer demokratischen und stabilen Entwicklung in Pakistan und an einer konstruktiven Rolle Pakistans in der Region.

Deutschland und Pakistan haben 2011 die Aufnahme eines regelmäßigen hochrangigen politischen Dialogs beschlossen. Die jüngste Runde dieser Gespräche auf Ebene der Staatssekretäre der Außenministerien beider Länder hat am 15. September 2014 in Islamabad stattgefunden.

Bundestagspräsident Professor Dr. Lammert besuchte in Begleitung einer deutschen Parlamentarierdelegation vom 29. April bis 2. Mai 2014 Pakistan. Deutsche Parlamentarier halten sich regelmäßig zu politischen Gesprächen in Pakistan auf. Im pakistanischen Parlament gibt es seit 2009 eine Pakistanisch-Deutsche Parlamentarische Freundschaftsgruppe, die bereits mehrfach Deutschland besucht hat.

Als Reaktion auf die Flutkatastrophen, die Pakistan im Sommer 2010 im ganzen Land und im Sommer 2011 in den Provinzen Punjab und Sindh heimsuchten, stellte die Bundesregierung 41,6 Mio. Euro für humanitäre Soforthilfe bereit. Die private Spendensumme in Deutschland für die Flutopfer in Pakistan 2010 belief sich auf über 200 Mio. Euro. Zur Linderung der Folgen der neuerlichen Flutkatastrophe im Spätsommer 2014 hat die Bundesregierung bislang 1,4 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das Gesamtvolumen der aus dem Bundeshaushalt für humanitäre Hilfe in Pakistan bereit gestellten Mittel beläuft sich 2014 bislang auf 4,7 Mio. Euro. Die Hilfsmaßnahmen werden von deutschen Nichtregierungsorganisationen und von internationalen Organisationen wie dem Flüchtlingshilfswerk und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen umgesetzt.


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen Deutschlands mit Pakistan lag im Fiskaljahr 2013/14 (01.07.2013-30.06.2014) bei 1,9 Mrd. Euro. Während Pakistan in den Vorjahren stets einen leichten Handelsbilanzüberschuss erzielt hatte, standen deutschen Exporten nach Pakistan in Höhe von 1,055 Mrd. US-Dollar nunmehr Importe aus Pakistan in Höhe von 840,6 Mio. US-Dollar gegenüber. Die pakistanischen Exporte nach Deutschland bestehen im Wesentlichen aus Textilien, Lederwaren, medizinischen Instrumenten, Basmati-Reis und Schmuckwaren. Bei den pakistanischen Importen aus Deutschland handelt es sich in erster Linie um chemische Erzeugnisse, Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse, Fahrzeuge und Eisenwaren.

Die Zahl der in Pakistan tätigen deutschen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren angewachsen und derzeit stabil. Vor allem in den Bereichen Energie und Infrastruktur steigt das Interesse der deutschen Wirtschaft am pakistanischen Markt. Deutsche und pakistanische Firmen mit Interesse an den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben sich zum „Pakistan German Business Forum (PGBF)“ mit Hauptsitz in Karachi zusammengeschlossen, das auch über einen Standort in Lahore verfügt. Das kontinuierliche Wachstum der Mitgliederzahl des PGBF belegt das wachsende Interesse der Unternehmen beider Länder am Wirtschaftsaustausch. 2014 wurden zwei weitere Organisationen zur Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen gegründet: „German Pakistan Trade and Invest“ (GPTI) in Pakistan und „GATE Pakistan“ in Deutschland. Die Reise einer pakistanischen Unternehmerdelegation unter Leitung des Ministerpräsidenten der Provinz Punjab, Shahbaz Sharif, nach Berlin und München Ende Oktober 2013 hat der Zusammenarbeit zusätzliche Impulse gegeben. Die Zahl der pakistanischen Unternehmen, die an Industriemessen in Deutschland teilnehmen, steigt kontinuierlich.

Zwischen Pakistan und Deutschland bestehen unter anderem folgende bilaterale Abkommen:

  • Luftverkehrsabkommen
  • Doppelbesteuerungsabkommen
  • Investitionsschutz- und -fördervertrag
  • Rahmenabkommen über Technische und Finanzielle Zusammenarbeit (ergänzt durch die jährlichen Abkommen über finanzielle und technische Zusammenarbeit)
  • Abkommen über Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und technologischen Entwicklung

Entwicklungszusammenarbeit

Die deutsch-pakistanische Entwicklungszusammenarbeit besteht seit 1961. Die Bundesregierung hat seitdem Projekte in Höhe von insgesamt 2,5 Mrd. Euro gefördert. Die mit der pakistanischen Regierung abgestimmten Schwerpunkte der bilateralen Zusammenarbeit sind:

  • Gesundheit
  • Grund- und Berufsbildung
  • Energie (mit Fokus auf Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz)
  • Regierungsführung

Die deutsche technische und finanzielle Zusammenarbeit unterstützt damit zentrale Reformvorhaben der pakistanischen Regierung wie den Fiskalpakt und die Nationale Energiepolitik ebenso wie die Umsetzung der Verpflichtungen, die Pakistan gegenüber dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eingegangen ist. Darüber hinaus leistet Deutschland Unterstützung sowohl für afghanische Flüchtlinge in Pakistan als auch für pakistanische Binnenvertriebene, die in Folge der militärischen Offensiven der pakistanischen Armee zur Bekämpfung der Aufstandsbewegung ihre Heimat vorübergehend verlassen mussten. 

Der geographische Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Pakistan liegt auf dem Norden und Westen des Landes (Provinz Khyber-Pakhtunkhwa und Stammesgebiete FATA). Darüber hinaus werden Einzelmaßnahmen in Belutschistan, Punjab, Gilgit-Baltistan und in AJK (Azad Jammu & Kaschmir) umgesetzt.

Pakistan ist eines der ersten Partnerländer der Bundesrepublik für den Einsatz innovativer Instrumente zur Entwicklungsfinanzierung. Im Rahmen der sog. Schuldenumwandlung werden der pakistanischen Regierung für deren öffentliche Investitionen in vertraglich vereinbarte Entwicklungsprogramme Schulden in doppelter Höhe erlassen. So konnten bis Ende 2013 insgesamt 166 Mio. Euro in Bildung, Gesundheit und Katastrophenschutz investiert werden. Deutschland engagiert sich zudem gemeinsam mit der pakistanischen Regierung in unterschiedlichen multilateralen Finanzierungsinstrumenten wie dem Multi Donor Trust Fund der Weltbank und dem Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria (GFATM).

Im Jahr 2013 stellte Deutschland für die Entwicklungszusammenarbeit mit Pakistan aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung insgesamt 112,5 Mio. Euro zur Verfügung. 

Auch das Auswärtige Amt finanziert Projektaktivitäten in Pakistan. Diese umfassen Maßnahmen in den Bereichen Förderung der Menschenrechte, des Rechtsstaats und der Zivilgesellschaft sowie der Medien. Regionaler Schwerpunkt sind die Provinzen Khyber-Pakhtunkhwa und Belutschistan sowie die Stammesgebiete (FATA). Darüber hinaus werden Vorhaben zur Stärkung von Staatsanwaltschaften und der Polizei in den Provinzen Punjab und Sindh unterstützt. Die geförderten Maßnahmen werden zusammen mit lokalen Organisationen sowie mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der KfW Entwicklungsbank umgesetzt.


Kulturelle Beziehungen

In den kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Pakistan spielt insbesondere der seit Jahren gut funktionierende Wissenschaftsaustausch eine wichtige Rolle.

Stipendienprogramme, Deutschland als Studienland, Hochschulkooperation

Vermittler der wissenschaftlichen Zusammenarbeit sind im Wesentlichen der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) auf deutscher und die Higher Education Commission (HEC) auf pakistanischer Seite. Daneben existieren Austauschbeziehungen zwischen Fachbereichen mehrerer deutscher und pakistanischer Universitäten (v.a. Ingenieurs- und Naturwissenschaften, aber auch Sozialwissenschaften). Der DAAD eröffnete im September 2009 ein Informationszentrum in Islamabad. Deutschland ist für junge pakistanische Forscher bei der Länderwahl zu Promotionszwecken neben den USA und Großbritannien eines der beliebtesten Länder. Insgesamt hielten sich im Jahr 2013 ca. 2.000 pakistanische Studierende in Deutschland auf.

PASCH-Initiative

Im Rahmen der weltweiten Initiative des Auswärtigen Amts „Schulen – Partner der Zukunft“ (PASCH) wurde in Pakistan an mehreren Sekundarschulen schrittweise deutscher Sprachunterricht eingeführt. Landesweit nehmen sieben Schulen aus Karachi, Lahore, Islamabad und Peshawar an der Partnerschulinitiative teil. Insgesamt lernen ca. 4.000 Schüler an den PASCH-Schulen Deutsch. Im Rahmen der Initiative wurden in den vergangenen Jahren Schüler mehrerer PASCH-Schulen nach Deutschland eingeladen, wo sie vom Goethe-Institut organisierte internationale Sommercamps besuchten.

Archäologie

Deutsche Archäologen sind seit Jahrzehnten in Pakistan präsent. So werden z.B. mit Unterstützung der Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 1979 Felsbilder und Inschriften am Karakorum Highway erforscht. Im Rahmen dieses Projekts finden regelmäßig Reisen deutscher Wissenschaftler nach Gilgit-Baltistan statt.

Kulturerhalt-Projekte

Das Auswärtige Amt finanziert seit einigen Jahren Projekte im Bereich Kulturerhalt. Zu den wichtigsten Projekten der vergangenen Jahre zählt die Restaurierung eines historischen Moschee-Komplexes in Gulabpur, Baltistan. Dieses Projekt ist im Herbst 2010 mit dem UNESCO Asia-Pacific Heritage Award ausgezeichnet worden. In den Jahren 2010 und 2011 wurden mit Mitteln des Auswärtigen Amts in Zusammenarbeit mit der Aga-Khan-Stiftung traditionelle Wohnhäuser in der historischen Altstadt von Lahore saniert und renoviert.

Goethe-Institut

Wichtigster institutioneller Akteur der bilateralen Kulturbeziehungen ist das Goethe-Institut in Karachi. In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude aus der Bauhaus-Epoche werden neben Sprachkursen auch zahlreiche Kulturveranstaltungen angeboten. Weitere Institutionen in der kulturellen Zusammenarbeit sind das mit dem Goethe-Institut verbundene Annemarie-Schimmel-Haus in Lahore, in dem ebenfalls Sprachkurse und ein Kulturprogramm angeboten werden, und die Pakistan German Friendship Association Islamabad (PGFA).

Deutsche Welle

Zwischen der Deutschen Welle und der Pakistan Broadcasting Corporation (PBC) besteht seit langem eine enge Zusammenarbeit im Ausbildungsbereich. Die Deutsche Welle unterhält ein Büro in Islamabad.


Tätigkeit der deutschen politischen Stiftungen

Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung und Heinrich-Böll-Stiftung sind in Pakistan mit entsandten Mitarbeitern und eigenen Stiftungsbüros vertreten. Sie fördern Projekte u.a. in den Bereichen Stärkung der demokratischen Institutionen, Menschenrechte und Frauenförderung, Sozialgesetzgebung, De-Radikalisierung, regionale Zusammenarbeit und Medienarbeit.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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