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Die Afrikanische Union

Die Afrikanische Union (AU) wurde 2002 als Nachfolgerin der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) gegründet. Gemäß der Gründungscharta erstreckt sich das Mandat der AU auf alle Bereiche des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenlebens in Afrika.

Insbesondere soll die AU die wirtschaftliche und politische Integration, die Sicherung von Frieden und Sicherheit, nachhaltige Entwicklung sowie die Beförderung von Demokratie, Menschenrechten und guter Regierungsführung in Afrika fördern. Sie ist auch befugt, auf globaler Ebene für Afrika zu sprechen sowie die Aktivitäten der afrikanischen Regionalorganisationen zu koordinieren. 

Die AU hat 54 Mitglieder. Dies sind alle Staaten des afrikanischen Kontinents außer Marokko, das wegen des Konflikts um die von vielen Staaten nicht anerkannte Demokratische Arabische Republik Sahara der AU nicht angehört.

Organisationsstruktur

Die wichtigsten Organe der AU sind:
  • Versammlung der Staats- und Regierungschefs: Treffen halbjährlich, unter jährlich wechselndem Vorsitz (derzeit Malawi) zusammen.
  • Exekutivrat: Bereitet auf Ebene der Außenminister die Treffen der Staats- und Regierungschefs vor.
  • Pan-afrikanisches Parlament: Setzt sich aus 265 von den Parlamenten der AU-Mitgliedstaaten gewählten Vertretern zusammen. Hat beratende, kontrollierende Funktion. Sitz: Midrand, Südafrika.
  • Kommission der AU: Exekutivorgan/Sekretariat der AU mit Sitz in Addis Abeba, Äthiopien. Vorsitz (seit 2012 Nkosazana Dlamini-Zuma) und 8 Kommissare alle 4 Jahre durch AU-Versammlung gewählt.
  • Wirtschafts- , Sozial- und Kulturrat (ECOSOCC): Sprachrohr afrikanischer Zivilgesellschaft mit 150 Mitgliedern und beratender Funktion.
  • Afrikanischer Gerichtshof für Menschenrechte: Sitz in Arusha, Tansania.
  • Friedens- und Sicherheitsrat (PSC): 15 rotierende Mitglieder tagen kontinuierlich in Addis Abeba, operatives Entscheidungsgremium mit weitreichenden Kompetenzen im Bereich Frieden und Sicherheit.

Finanzinstitutionen (Investitionsbank, Zentralbank und Währungsfonds) sind geplant bzw. befinden sich im Aufbau.

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Afrikanische Friedens- und Sicherheits­architektur (APSA)

Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien

Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien
© picture-alliance/dpa

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Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien

Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien

Treffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien

Mit der Gründung der AU im Jahr 2002 wurden auch die Grundlagen für eine gesamtafrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA: African Peace and Security Architecture) gelegt. Damit wurde dem Anspruch Ausdruck verliehen, dass die Afrikaner und ihre Regionalorganisationen verstärkt Verantwortung für Frieden und Sicherheit auf dem Kontinent übernehmen.

In Fällen schwerer Menschenrechtsverletzungen oder drohenden Genozids ist die AU zum Eingreifen verpflichtet. Sie bekennt sich zu dem Grundsatz, verfassungswidrig an die Macht gekommene Regimes zu ächten und mit Sanktionen zu belegen. So sind zur Zeit die AU-Mitgliedschaftsrechte der Zentralafrikanischen Republik, von Guinea Bissau und Ägypten suspendiert. 

Die APSA soll als kollektives Sicherheits- und Frühwarnsystem (gemäß Kapitel VIII der VN-Charta) frühzeitige und effektive Reaktionen auf Krisen und Konfliktsituationen ermöglichen. Zentrales Organ ist der Friedens- und Sicherheitsrat (PSC). Ein Militärstab unterstützt den Rat, ein sogenannter "Rat der Weisen" soll Vermittlerfunktionen wahrnehmen.

Afrikanische Friedenstruppen in Burundi, Darfur und Somalia

Das Kernstück der künftigen Architektur wird die Afrikanische Bereitschaftstruppe (ASF) bilden, ein Rahmenkonzept wurde 2004 verabschiedet. Die Abteilung für Frieden und Sicherheit der AU-Kommission verbindet Exekutiv- und Sekretariatsfunktion. Bei ihr ist auch eine panafrikanische Frühwarneinheit angehängt, und von ihr aus werden die laufenden friedenserhaltenden Operationen der AU gesteuert.

Bereits 2003 begann die AU mit einer Friedenstruppe in Burundi (AMIB), es folgten die AMIS-Mission in Darfur (jetzt UNAMID), AMISOM in Somalia und MISCA in der Zentralafrikanischen Republik. Diese Missionen basieren noch nicht auf dem Konzept einer Bereitschaftstruppe, sondern greifen auf freiwillige Leistungen der truppenstellenden Staaten zurück.
Das Auswärtige Amt unterstützt den Aufbau der APSA unter anderem durch Unterstützung des Aufbaus der Polizeikomponente der ASF und beim Bau eines Gebäudes für die Abteilung Frieden und Sicherheit der AU-Kommission in Addis Abeba.

Beziehungen zwischen EU und AU

Die EU ist der wichtigste Partner der AU im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung und den Kompetenzaufbau der AU. Die Kommissionen beider Organisationen arbeiten eng zusammen und treffen sich regelmäßig. Die EU ist auch der wichtigste Partner für den Aufbau der afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur.

Um der wachsenden Bedeutung Afrikas für Europa Rechnung zu tragen, wurden beim 1. EU-Afrika-Gipfel in Lissabon 2007 die Gemeinsame Afrika-EU-Strategie und ein Aktionsplan verabschiedet, der beim 2. Gipfel 2010 erneuert wurde. Die Strategie hat das Verhältnis der Nachbarkontinente auf eine neue Grundlage gestellt und geht über Entwicklungsfragen hinaus. Der nächste EU-Afrika-Gipfel wird am 2./3. April 2014 in Brüssel stattfinden.

Panafrikanische Universität

Die Afrikanische Union plant seit 2009 die Einrichtung einer Panafrikanischen Universität (PAU). Mit Gründung der PAU sollen Wissenschaft und Technologie auf dem afrikanischen Kontinent gefördert, Forschung und Entwicklung vernetzt und die allgemeine und berufliche Bildung gestärkt werden. Weitere Ziele sind eine intensivere Kooperation von Wissenschaftlern, größere Mobilität von afrikanischen Studierenden sowie die Etablierung einer regionalen und kontinentalen Plattform für wissenschaftliche Zusammenarbeit. 

Die PAU soll in Zukunft mehr als fünf - über ganz Afrika verteilte - Standorte mit jeweils unterschiedlichen Fachbereichen bekommen. Deutschland hat im Februar 2010 auf Bitten der AU die grundsätzliche Bereitschaft erklärt, am Vorhaben PAU mitzuarbeiten. Besonders interessiert ist die AU an deutscher Unterstützung des geplanten nordafrikanischen Standorts mit dem Fachbereich "Wasser, Energie, Klima".

Weitere Informationen

Frieden und Sicherheit in Afrika

Afrika und die EU

Grundsteinlegung AU


Stand 18.03.2014

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