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Südafrika

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2014

Politische Beziehungen

Südafrika ist der wichtigste Partner Deutschlands in Afrika südlich der Sahara. Die seit 1996 im zweijährigen Rhythmus tagende "Deutsch-Südafrikanische Bi-nationale Kommission" setzt den Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit. Die nächste Sitzung der Kommission findet voraussichtlich im Herbst 2014 in Pretoria statt.

Die breit gefächerten und intensiven Beziehungen werden von beiden Ländern durch regelmäßige hochrangige Besuche begleitet: Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika trafen der damalige Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel im Juli 2010 mit Staatspräsident Zuma zusammen. Im Dezember 2013 vertrat Bundespräsident Gauck die Bundesrepublik Deutschland bei den Trauerfeierlichkeiten für Nelson Mandela in Johannesburg.

Darüber hinaus besteht ein reger Austausch auf parlamentarischer Ebene. Dabei nimmt auf Seiten des Deutschen Bundestags die Parlamentariergruppe für das südliche Afrika eine Schlüsselrolle ein. Mehrere Bundesländer unterhalten enge Kontakte und Partnerschaften mit südafrikanischen Provinzen und führen dort eigene Projekte der entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit durch, so beispielsweise Bayern mit Gauteng und Western Cape, Baden-Württemberg mit KwaZulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape.


Wirtschaftliche Beziehungen

Südafrika bleibt für deutsche Unternehmen ein chancenreicher Markt, insbesondere in den Bereichen Erneuerbare Energien, Wasser und Infrastruktur. Zahlreiche Unternehmen schätzen Südafrika als Tor zu weiteren afrikanischen Märkten in der Region.

Das bilaterale Handelsvolumen lag 2013 bei 13,3Milliarden Euro. Südafrika exportierte Waren im Wert von 4,7 Milliarden Euro nach Deutschland und importierte Waren im Wert von 8,5 Milliarden Euro (Quelle: Statistisches Bundesamt). Damit blieb Deutschland 2013 für Südafrika zweitgrößter Handelspartner; umgekehrt rangierte Südafrika für Deutschland auf Rang 29 der wichtigsten Handelspartner (vor Norwegen und Finnland).

Der Warenaustausch zwischen der Europäischen Union (EU) und Südafrika sank im Jahr 2013 leicht auf 28,51 Milliarden Euro. Damit bleibt die EU bei weitem Südafrikas wichtigster Handelspartner vor China und den USA, (23,4 Prozent des Gesamthandels). Das Handelsbilanzdefizit zur EU betrug 2013 -7,61 Milliarden Euro (Quelle: South African Revenue Service).

Die etwa 600 deutschen Unternehmen haben in Südafrika mehr als 6 Milliarden Euro investiert und beschäftigen rund 90.000 Personen. Viele von ihnen unterstützen ihre Mitarbeiter und deren Familien in Bereichen wie Bildung, Ausbildung und Gesundheit.
Das Ansehen deutscher Unternehmen ist durchweg hoch. Schwerpunktbranchen sind Automobil, Chemie, Maschinenbau sowie Elektrotechnik. Damit ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor im produzierenden Bereich. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK) in Johannesburg sowie das Büro von Germany Trade and Invest (GTAI) stehen der deutschen Wirtschaft unterstützend zur Seite.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung betrachtet Südafrika als "globalen Entwicklungspartner", mit dem in internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen oder der Weltbank eine enge Abstimmung angestrebt wird. Die Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind: Energie und Klima, Regierungsführung und öffentliche Verwaltung sowie HIV/Aids-Prävention. Deutschland ist einer der wichtigsten bilateralen Geber für Südafrika, wobei alle internationalen Geber zusammen weniger als 1 Prozent zum nationalen Haushalt Südafrikas beitragen. 

Seit 1994 stellte die Bundesregierung bereits über eine Milliarde Euro für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika zur Verfügung. Im Mai 2012 fanden im Rahmen der Binationalen Kommission die letzten entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen in Berlin statt. Dabei sagte die Bundesregierung der Republik Südafrika Mittel in Höhe von 286,9 Millionen Euro für die Jahre 2012 und 2013 neu zu. Von dieser Summe entfallen 251,4 Millionen Euro auf die finanzielle und 35,5 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit. Zunehmend wichtiger werden die seit 2006 eingegangenen Kooperationen von Deutschland und Südafrika mit diversen Drittländern. In diesem Rahmen unterstützt Deutschland auch die neugegründete Südafrikanische Entwicklungsagentur (SADPA). Die nächsten entwicklungspolitischen Regierungsverhandlungen finden voraussichtlich im Herbst 2014 statt.


Kulturelle Beziehungen

Die Grundlage der deutsch-südafrikanischen Kulturbeziehungen bildet das Kulturabkommen von 1998, das am 10. Januar 2000 in Kraft getreten ist. Ergänzt wurde es im Jahr 2004 durch das Abkommen über Audiovisuelle Gemeinschaftsproduktionen, das am 07. Januar 2005 in Kraft getreten ist. 

Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • eine umfassende Hochschul- und Wissenschaftskooperation (zum Beispiel im Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahr 2012/2013);
  • gemeinsame kulturelle Veranstaltungen und der Austausch von Künstlern;
  • die intensive sportpolitische Zusammenarbeit, insbesondere im Fußball
  • vier deutsche Auslandsschulen in Hermannsburg, Johannesburg, Kapstadt und Pretoria;
  • die Förderung des Deutschunterrichtes an staatlichen Schulen, u.a. im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH);
  • der Erhalt des gemeinsamen kulturellen Erbes;
  • Veranstaltungen im Rahmen der "Deutschen Wochen" (zuletzt 2013) und zum Gedenkjahr 2014 (20 Jahre Demokratie in Südafrika, 25 Jahre Fall der Mauer in Deutschland)

Drei der vier deutschen Auslandsschulen in Südafrika bieten mit der "Neuen Sekundarstufe" ein weltweit einzigartiges Modell zur Ausbildung von Schülern aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen an. Die Schülerinnen und Schüler können an den deutschen Auslandsschulen außerdem einen kombinierten Abschluss ablegen, der in beiden Ländern die Hochschulreife bestätigt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in Johannesburg mit einem Informationsbüro/Lektorat an der University of Witwatersrand, einem  Fach-Lektorat  in Kapstadt , einem Lektorat an der Universität Stellenbosch, einem Fachzentrum für Menschenrechte an der Universität Pretoria und einem gemeinsam mit VW finanzierten Lehrstuhl in Port Elizabeth  vertreten. Zudem wurden 2009  zwei Fachzentren an der Universität Western Cape eingerichtet.

Das Goethe Institut unterhält in Johannesburg das Regionalinstitut für Subsahara-Afrika und unterstützt ein Goethe-Zentrum in Kapstadt.

Wissenschaft

Das Deutsch-südafrikanische Wissenschaftsjahr 2012/13 hat die ohnehin sehr enge und vielfältige wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit weiter vertieft und neue Impulse gesetzt. So haben beispielsweise die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und ihre südafrikanische Schwesterakademie ASSAf (Academy of Science of South Africa) ihre Zusammenarbeit im Rahmen einer im August 2013 neu begründeten Absichtserklärung weiter verstärkt. Zudem wurde von den federführenden Ministerien, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie dem Department of Science and Technology (DST), die Einrichtung eines deutsch-südafrikanischen Forschungslehrstuhls in einem für beide Länder attraktiven Forschungsgebiet vereinbart. Der Verhandlungsprozess zum Themenschwerpunkt sowie zu den weiteren Modalitäten dauert derzeit noch an.

Im September 2013 haben die Deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sowie die südafrikanische Schwesterorganisation "Higher Education South Africa" (HESA) ihren Kooperationswillen in Form einer gemeinsamen Absichtserklärung untermauert. Einige Monate zuvor fand erstmals ein "deutsch-südafrikanisches Rektorenforum" in Leipzig statt. Derzeit gibt es mehr als 150 registrierte Kooperationsvereinbarungen zwischen deutschen und südafrikanischen Hochschulen. Deutsche Akteure, insbesondere AHK, BMBF/BIBB, BMZ/GIZ sowie zahlreiche Unternehmen, leisten im Bereich der beruflichen Bildung seit Jahren wertvolle Unterstützung.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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