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Humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen

Naturkatastrophen und kriegerische Konflikte haben die Zahl der Personen, die weltweit auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, in den letzten Jahren stetig steigen lassen. VN-Organisationen wie UNHCR, UNICEF und das Welternährungsprogramm sind neben der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und Nichtregierungsorganisationen die wesentlichen Akteure, die humanitäre Hilfsmaßnahmen durchführen. 

Darüber hinaus obliegt den VN die Mobilisierung und Koordinierung der Humanitären Hilfe. Die Bundesrepublik Deutschland zählt zu den wichtigsten humanitären Gebern.

Internationale Koordinierung über das VN-System

Gerade angesichts des stetig wachsenden Bedarfs ist es besonders wichtig, dass humanitäre Hilfe effizient koordiniert und organisiert wird. Die Bundesregierung unterstützt daher das Büro der VN für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), das Teil des VN-Sekretariats ist. An seiner Spitze steht die VN-Koordinatorin für Nothilfe, die zugleich auch Unter-Generalsekretärin für Humanitäre Angelegenheiten ist. Diese Position hat seit September 2010 Baroness Valerie Amos inne.

Die Aufgaben der Koordinatorin und ihrer Mitarbeiter bestehen vor allem darin, in Katastrophenfällen schnell den humanitären Bedarf zu ermitteln, entsprechende Hilfsaufrufe zu veröffentlichen und anschließend die Hilfsaktionen der Mitgliedsstaaten und der VN-Hilfsorganisationen zu koordinieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit allen humanitären Akteuren (VN-Hilfsorganisationen, Rotkreuz/Rothalbmond-Bewegung, Nichtregierungsorganisationen) sowie durch die Entsendung von Aufklärungsteams an den Ort der Katastrophe (UNDAC).

Die Mitwirkung der Geber bei OCHA vollzieht sich vor allem über die OCHA Donor Support Group (ODSG). Die Bundesrepublik Deutschland, seit 2005 Mitglied dieses Forums, übernimmt im Sommer 2012 für ein Jahr den Vorsitz. Die derzeit 25 Mitglieder umfassende Gruppe hat sich zu einer zentralen Plattform der Reformdiskussion des internationalen humanitären Sektors entwickelt.

Der VN-Nothilfefonds CERF (Central Emergency Response Fund), der von OCHA verwaltet wird, hat zum Ziel, den VN ein frühzeitiges Eingreifen in humanitären Krisen zu ermöglichen und die Reaktion auf unterfinanzierte Krisen zu stärken.

Humanitäre Hilfe in den Gremien der VN

Wirksame Hilfeleistung setzt einen Konsens der Staatengemeinschaft über grundlegende Fragen der humanitären Hilfe sowie ständigen Dialog zwischen Geberländern und Staaten, die von humanitären Krisen betroffen sind, voraus. Zentrale Foren hierfür sind die Generalversammlung und der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) der Vereinten Nationen. Die Generalversammlung befasst sich schwerpunktmäßig in jeder zweiten Jahreshälfte mit humanitären Fragen und nimmt, in der Regel im Konsens, eine Reihe von Resolutionen an, in denen u.a. die Rahmenbedingungen der internationalen humanitären Hilfe und die Aufgaben der Vereinten Nationen auf diesem Gebiet behandelt werden. Der ECOSOC widmet jährlich auf seiner Sitzung im Juli humanitären Fragen ein eigenes Segment der Tagesordnung und konzentriert sich, seinem Mandat entsprechend, auf operative und Koordinierungsaspekte der humanitären Hilfe.

Die Bundesregierung versteht die deutsche humanitäre Hilfe als Beitrag zu einer übergreifenden internationalen Gemeinschaftsaufgabe. Deshalb beschränkt sie sich nicht auf den bestmöglichen Einsatz der für humanitäre Hilfe bereit gestellten finanziellen Mittel, sondern setzt sich durch aktive Mitwirkung in den einschlägigen internationalen Gremien und Foren und durch die Förderung geeigneter Maßnahmen dafür ein, das Gesamtsystem der internationalen humanitären Hilfe effizienter und effektiver zu machen. Deutsches Kernanliegen ist es dabei, die zentrale koordinierende Rolle der Vereinten Nationen im internationalen System der humanitären Hilfe und die im Rahmen der humanitären VN-Reform geschaffenen Strukturen und Mechanismen zu unterstützen und, wo erforderlich, weiter zu entwickeln.


Stand 29.03.2012