Hauptinhalt

Architektur

Der Umbau

Nach dem Umzugsbeschluss des Bundestages traf 1995 die Bundesregierung in enger Absprache mit dem Berliner Senat die Entscheidung, das Auswärtige Amt im "Haus am Werderschen Markt" unterzubringen. Auf einen ursprünglich vorgesehenen Neubau wurde aus Kostengründen verzichtet.

Für den als Generalplaner beauftragten Berliner Architekten Hans Kollhoff stellte sich im Rahmen der notwendigen Renovierung die Herausforderung, eine kritische Distanz zu den früheren Nutzungen zu finden, ohne diese Geschichte völlig zu verdrängen. Zur Lösung dieser Aufgabe ging Kollhoff von einer grundsätzlichen Akzeptanz der Gebäudesubstanz und dem äußeren Erscheinungsbild aus. In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wurden auch ausgewählte Raumensembles und Einzelteile aus den 30er, 50er und 70er Jahren erhalten.

Die Raumaufteilung und Inneneinrichtung wurde ganz an den Bedürfnissen des Auswärtigen Amtes und an modernen Büro- und Kommunikationsstandards orientiert. Um den Büros und Konferenzbereichen zusätzliche Helligkeit zu verschaffen, wurden – zu ZK-Zeiten verschlossene – Fenster und Oberlichter wieder geöffnet.

In enger Zusammenarbeit mit dem Künstler Gerhard Merz entwickelte Kollhoff schließlich ein in den Umbau integriertes Kunstkonzept, das durch die Anbringung zumeist monochromer Farbflächen in wichtigen Gebäudeteilen dem Bau zu neuer Frische und Farbigkeit verhilft. Neben der individuellen Wirkung als Kunstobjekte versteht Kollhoff diese Decken- und Wandgestaltungen zudem als künstlerische Reaktion auf die zwei früheren Gebäudenutzungen.

Der Erweiterungsbau

Bei dem 1995 ausgelobten, aus Platzgründen erforderlichen Erweiterungsbau wurde besonderer Wert auf eine sich der Stadt öffnende Architektur gelegt. Der Bau sollte das prominente historische Umfeld respektieren und gleichzeitig einen städtebaulichen Beitrag zur Berliner Mitte leisten.

Nach Auffassung des Auswärtigen Amtes entsprach der bei dem Wettbewerb zweitplazierte Entwurf der jungen Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann diesen Anforderungen am besten. Als einheitlicher, durch drei Lichthöfe zugleich aufgelockerter Kubusbau verwirklicht dieser sowohl die funktionalen Anforderungen des Auswärtigen Amtes als auch den erklärten Wunsch nach Offenheit. Durch die Übernahme der gleichen Gebäudehöhe und –fluchten gewährleistet er eine sinnvolle Korrespondenz zum angrenzenden Altbau. Die Wahl der architektonischer Materialien und Formen (Lichthöfe, Glasfassaden) überwindet aber dessen Schwere und erzeugt einen durch Transparenz und Leichtigkeit bestimmten Gesamteindruck.

Energie­sparkonzept

In Zusammenarbeit mit der TU-Berlin und der Gesellschaft für Ökologisches Bauen wurde ein bauspezifisches Energiesparkonzept für das neue Auswärtige Amt entwickelt. Strom- und Heizungsbedarf wurde minimiert, die Energieversorgung an ökologischen Kriterien orientiert.

Wesentliche Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind:

  • Begrenzung des Heizwärmebedarfs durch ein Wärmedämmverbundsystem im Altbau; Abwärmenutzung und eine Niedertemperaturnutzung im Erweiterungsbau;
  • Vorrangige Abdeckung des Energiebedarfs durch Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung;
  • Begrenzung des Strombedarfs durch eine tageslichtabhängige Beleuchtungssteuerung;
  • Anteilige Deckung des Strombedarfs durch eine Photo-Voltaik-Anlage auf dem Dach des Erweiterungsbaus;
  • Warmwasserbereitstellung nur für ausgewählte Bereiche.

Baudaten

AltbauErweiterungsbau
ArchitektenProf. Hans KollhoffThomas Müller und Ivan Reimann
BauzeitAugust 1996 – Dezember 1999Oktober 1997 – November 1999
Baukosten288 Mio. DM168 Mio. DM
(Vorgesehener Kostenrahmen wurde eingehalten)
Bruttogeschossfläche130.000 m²50.800 m²
Hauptnutzfläche43.000 m219.745 m²
Anzahl Büros969ca. 700
Anzahl Mitarbeiter1304770
Nutzung:
-UGTiefgarage, Politisches Archiv, LZB Berlin-BrandenburgTiefgarage
-EG/1. OGKonferenzzentrum, Pressebriefing, BürosLichthof, Besucherzentrum, Café, Besucherempfang, Bibliothek
-OG'sMinisterbereich sowie Politische Abteilungen, Europa-, Wirtschaftsabteilung, VerwaltungGesundheitsdienst, Abteilungen für Rechts- und Konsularwesen, Kultur, Vereinte Nationen sowie Verwaltung
IT-Datenleitungenca. 80 km

Stand 09.03.2006

Innenansichten
Auswärtiges Amt

Der Altbau des Auswärtigen Amts hat eine wechselvolle Geschichte. Wie die historischen Schichten der Architektur beim Umbau berücksichtigt wurden ist Thema dieser Broschüre. (14 Seiten; 25 g)

Kunst am Bau
Auswärtiges Amt

Die meisten Kunstwerke im Auswärtigen Amt sind der Öffentlichkeit nur am Tag der offenen Tür zugänglich. Die Broschüre stellt die wichtigsten Objekte und Installationen vor.

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise & Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere