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Vergangenheit als Ansporn für die Zukunft
Die Außenminister Westerwelle und Schwarzenberg
© dpa / picture alliance
Vor 20 Jahren wurde der deutsch-tschechoslowakische Nachbarschaftsvertrag unterschrieben. Außenminister Westerwelle beging den "Jahrestag einer europäischen Sternstunde" am 6. März in Prag. Bei einem Festakt im Prager Senat sagte Westerwelle, der Vertrag habe "ein glückliches Kapitel" der gemeinsamen Geschichte eingeleitet: "Dieses Kapitel handelt von neuem Vertrauen zwischen unseren Völkern und vom Zusammenwachsen des geteilten Europa."
Außenminister Westerwelle dankte auch für den tschechischen Anteil an der deutschen Wiedervereinigung. "Die deutsche Wiedervereinigung wäre ohne das beherzte Handeln des tschechischen Volkes kaum so möglich gewesen", sagte er.
Der Nachbarschaftsvertrag war am 27. Februar 1992 in Prag vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und Vaclav Havel unterzeichnet worden. Beide Länder bekannten sich darin zu guter und friedlicher Nachbarschaft und einer engen Zusammenarbeit. Tschechien entstand 1993 als Nachfolgestat der Tschechoslowakei.
Geschichte als Ansporn für gemeinsame Zukunft
Kohl und Havel unterzeichnen am 27.2.1992 den Nachbarschaftsvertrag
© picture-alliance/dpa
Außenminister Westerwelle erinnerte daran, dass die Nachbarschaft zuvor über Jahrhunderte von Konflikten geprägt gewesen sei. Diese Vergangenheit sei zwar nicht vergessen, so Westerwelle: "Aber sie entzweit uns nicht mehr." Vielmehr sei sie ein Ansporn geworden, gemeinsam für eine gute Zukunft zu arbeiten, erklärte der Außenminister.
Das Zusammenwachsen der Gesellschaften sei das Verdienst vieler Menschen, so Westerwelle. Unterstützt werde diese Entwicklung von den Regierungen Deutschlands und Tschechiens durch den gemeinsamen Zukunftsfonds, den es seit 1997 gibt.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds ist ein Stiftungsfonds mit Sitz in Prag. Er unterstützt gemeinnützige Austauschprojekte in den Bereichen Jugendaustausch, Kultur, Bildung, Minderheiten, Dialogforen und Publikationen.
Neues Vertrauen für das Projekt Europa
Im Prager Senatssaal
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Außenminister Westerwelle sprach auch die derzeitige Schuldenkrise in Europa an und forderte dazu auf, den Zweifeln an der europäischen Idee entschieden entgegenzutreten. "Damit neues Vertrauen in das europäische Projekt wächst, müssen wir die Schuldenkrise meistern", sagte Westerwelle.
Der "Dreiklang aus Solidarität, Stabilität und Wachstum" weise dabei den richtigen Weg, erklärte er und nannt den Fiskalvertrag als Grundlage für eine "neue Kultur haushaltspolitischer Stabilität in Europa". In diesem Zusammenhang lud er Tschechien, das den Pakt nicht unterzeichnet hat, erneut dazu ein, den Weg in die Stabilitäts-Union gemeinsam zu gehen.
Stand 06.03.2012
