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Kongo Demokratische Republik Kongo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2013

Politische Beziehungen

Deutschland hat unmittelbar nach der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo am 30. Juni 1960 diplomatische Beziehungen hergestellt. Die politischen Beziehungen blieben über lange Zeit konstant und veränderten sich erst im Zuge der weltpolitischen Umwälzungen um 1989/90, als auch im Kongo eine Demokratisierung eingefordert wurde. Seit dem Ende der Kongo-Kriege 2002 und dem Beginn der Übergangsphase (2002-06) hat Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprozess maßgeblich unterstützt. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2006 wurden auch von einem Kontingent der Bundeswehr abgesichert, das mit ca. 800 Soldaten rund die Hälfte der europäischen "EUFOR"-Mission stellte. Auch die Einsatzführung der Mission wurde von Deutschland getragen. Bundesverteidigungsminister Jung und die Bundesministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Wieczorek-Zeul besuchten in dieser Zeit das Land mehrfach - ebenso Delegationen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags. Der kongolesische Staatspräsident Joseph Kabila hat Deutschland zweimal besucht (2002, 2004). Bundesminister Niebel besuchte die DR Kongo im Januar 2010. Am 24. und 25. Oktober 2012 hat Premierminister Matata Ponyo Mapon in Berlin mit Bundesaußenminister Westerwelle und Bundesminister Niebel Gespräche geführt und ein deutsch-kongolesisches Wirtschaftsforum besucht.

Neben den politischen Kontakten auf Bundesebene existieren Verflechtungen auch auf Länder- und kommunaler Ebene sowie in einer Vielfalt von Kontakten, Partnerschaften u.ä. auf nicht-staatlicher Ebene, insbesondere dem humanitären und kirchlichen Bereich.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Deutschland ist seit fast 40 Jahren Entwicklungspartner der Demokratischen Republik Kongo. Im Rahmen der 2012 in Berlin durchgeführten zweiten Regierungsverhandlungen wurden der DR Kongo rund 105 Mio. € für das Jahr 2013 zugesagt. Die DR Kongo ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ).

Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Management natürlicher Ressourcen (Umwelt/Forst und mineralische Rohstoffe),
  • Wasser/Abwasser
  • Mikrofinanzen.

Darüber hinaus ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit/AIDS/sexualisierte Gewalt, Unterstützung benachteiligter Jugendlicher sowie Friedensstabilisierung aktiv. Im Bezug auf letzteres wurde der "Friedensfonds" zum raschen Wiederaufbau des krisengeschüttelten Ostens sowie der Provinz Kinshasa aufgelegt sowie ein Programm zur Reintegration benachteiligter Jugendlicher in den Provinzen Maniema und Süd-Kivu. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat den Gebervorsitz in den Schwerpunkten: Umwelt/ Ressourcenschutz, Wasser/Abwasser und Mikrofinanz inne.

Deutschland leistet in erheblichem Umfang humanitäre- und entwicklungsorientierte Struktur- und Übergangshilfe. Diese Mittel werden vor allem über deutsche Nichtregierungsorganisationen (v.a. kirchliche Organisationen), aber auch über die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)vergeben. Weiterhin werden der Demokratischen Republik Kongo Mittel aus Sonderfazilitäten für Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedenskonsolidierung zur Verfügung gestellt. Dabei dient der Zivile Friedensdienst (ZFD) als Instrument zur Konfliktbewältigung im Osten und regionalübergreifend in der Region der Großen Seen.

Im August 2012 wurde ein internationaler Schuldenerlass für die DR Kongo abgeschlossen. Deutschland hat dem Kongo mehr als 1 Milliarde € Schulden erlassen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo sind schwach ausgeprägt. Die Kongo steht in der Rangfolge deutscher Handelspartner auf Rang 116. Importe (hauptsächlich Kupfer) aus Kongo nach Deutschland lagen 2011 bei 10,6 Millionen Euro, Exporte (hauptsächlich Kraftfahrzeuge, Elektronik und Maschinen) bei 113,8 Millionen Euro. Es gibt nur wenige deutsche Firmen im Kongo. Deutsche Produkte gelten im Kongo als hochwertig und werden wegen ihrer Qualität und Langlebigkeit geschätzt.

Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulsektor vergibt die Bundesrepublik Deutschland Postgraduierten-Stipendien und empfängt kongolesische Wissenschaftler zu Forschungsaufenthalten. Der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) fördert in Kinshasa ein Exzellenzzentrum für Mikrofinanzen (Centre Germano-congolaise de la Microfinance), das gemeinsam von der Université Protestante au Congo und der Frankfurt School of Finance and Management betrieben wird. Weitere Initiativen, wie zum Beispiel ein von der Universität Würzburg betreutes Stipendienprogramm, fördern den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und der DR Kongo.

Die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind geprägt durch eine Vielzahl privater Kooperationsprojekte. Hervorzuheben ist dabei die Kooperation zwischen dem WDR-Rundfunkorchester und dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste, dem einzigen Symphonieorchester im subsaharischen Afrika. Im Juli 2013 kam es zu einem gemeinsamen Konzert der beiden Orchester in der Haupstadt Kinshasa. Dieser Musikaustausch wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Bilaterale Förderprogramme im Medien-/Kunstbereich sowie DAAD-Stipendienprogramme werden von Fall zu Fall durchgeführt.. Die deutsche Botschaft bietet regelmäßig Konzerte und andere Kulturveranstaltungen an. Zur Zeit existiert kein Goethe-Institut in Kinshasa.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Soldaten der AU im Süden von Darfur (2005)

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