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Kongo Demokratische Republik Kongo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2016

Politische Beziehungen

Deutschland hat unmittelbar nach der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo am 30. Juni 1960 diplomatische Beziehungen hergestellt. Die politischen Beziehungen blieben über lange Zeit konstant und veränderten sich erst im Zuge der weltpolitischen Umwälzungen um 1989/90, als auch im Kongo eine Demokratisierung eingefordert wurde. Seit dem Ende der Kongo-Kriege 2002 und dem Beginn der Übergangsphase (2002 bis 2006) hat Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprozess maßgeblich unterstützt. 

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2006 wurden auch von einem Kontingent der Bundeswehr abgesichert, das mit ca. 800 Soldaten rund die Hälfte der europäischen "EUFOR"-Mission stellte. Auch die Einsatzführung der Mission wurde von Deutschland beigetragen. Der damalige Bundesverteidigungsminister Jung und die damalige Bundesministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Wieczorek-Zeul besuchten in dieser Zeit das Land mehrfach - ebenso Delegationen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

Der kongolesische Staatspräsident Joseph Kabila hat Deutschland zweimal besucht (2002, 2004). Der damalige Bundesminister Niebel besuchte die Demokratische Republik Kongo im Januar 2010. 2012 und 2014 hat Premierminister Matata Ponyo Mapon Deutschland besucht. Im Februar 2015 ist Bundesaußenminister Steinmeier mit 80-köpfiger Delegation nach Kinshasa und Goma gereist. Der Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Müller war im März 2015 in Kinshasa.

Neben den politischen Kontakten auf Bundesebene existieren Verflechtungen auch auf Länder- und kommunaler Ebene sowie in einer Vielfalt von Kontakten, Partnerschaften u.ä. auf nicht-staatlicher Ebene, insbesondere dem humanitären und kirchlichen Bereich.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Die Demokratische Republik Kongo ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. In absoluten Zahlen ist das Land in Afrika der bedeutendste Empfänger. Im Rahmen der 2015 in Berlin durchgeführten vierten Regierungsverhandlungen hat die Bundesregierung der DR Kongo 153,4 Millionen Euro für die Fortsetzung der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit in den nächsten zwei Jahren zugesagt.

Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Management natürlicher Ressourcen (Umwelt/Forst und mineralische Rohstoffe),
  • Trinkwasser- und Sanitärversorgung
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

Diese Schwerpunkte setzen an zentralen Sektoren der Armutsbekämpfung an und werden einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Agenda 2030 leisten.

Deutschland und die DR Kongo haben zudem vereinbart, ihre Zusammenarbeit beim Schutz des Tropenwaldes auszubauen. Neben 39 Millionen Euro für die Fortführung des Biodiversitäts- und Waldschutzprogramms stellt Deutschland 10 Millionen Euro für ein neues Aufforstungsprojekt zu Verfügung.

Deutschland finanziert einen Friedensfonds zur Stabilisierung der Lage im Ostkongo (20 Millionen Euro) sowie Vorhaben zur Reintegration von Binnenflüchtlingen (15 Millionen Euro).

Deutschland leistet in erheblichem Umfang humanitäre- und entwicklungsorientierte Struktur- und Übergangshilfe. Diese Mittel werden vor allem über deutsche Nichtregierungsorganisationen (v.a. kirchliche Organisationen), aber auch über die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)vergeben. Weiterhin werden der Demokratischen Republik Kongo Mittel aus Sonderfazilitäten für Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedenskonsolidierung zur Verfügung gestellt. Dabei dient der Zivile Friedensdienst (ZFD) als Instrument zur Konfliktbewältigung im Osten und regionalübergreifend in der Region der Großen Seen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo sind schwach ausgeprägt.

Die Bundesrepublik führte 2014 Waren (hauptsächlich KfZ, Maschinen, Elektronik) im Wert von 129 Millionen Euro (Rang 114) in die Demokratische Republik aus und im Wert von 85 Millionen Euro (Rang 110; hauptsächlich Kupfer) von dort ein.

Es gibt nur wenige deutsche Firmen in der Demokratischen Republik Kongo. Ein bilateraler Investitionsschutz- und –fördervertrag wurde 1969 abgeschlossen. 

Deutsche Produkte gelten in der Demokratischen Republik Kongo als hochwertig und werden wegen ihrer Qualität und Langlebigkeit geschätzt.

Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulsektor vergibt die Bundesrepublik Deutschland Postgraduierten-Stipendien und empfängt kongolesische Wissenschaftler zu Forschungsaufenthalten. Der DAAD fördert in Kinshasa ein Exzellenzzentrum für Mikrofinanzen (Centre Germano-congolaise de la Microfinance), das gemeinsam von der Université Protestante au Congo und der Frankfurt School of Finance and Management betrieben wird. Weitere Initiativen, wie zum Beispiel ein von der Universität Würzburg betreutes Stipendienprogramm, fördern den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo.

Die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind geprägt durch eine Vielzahl privater Kooperationsprojekte. Hervorzuheben ist dabei die Kooperation zwischen dem WDR-Rundfunkorchester und dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste, dem einzigen Symphonieorchester in Subsahara-Afrika. 

Dieser Musikaustausch wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Die deutsche Botschaft veranstaltet Konzerte und andere Kulturveranstaltungen.

Bilaterale Förderprogramme im Medien-/Kunstbereich sowie DAAD-Stipendienprogramme werden von Fall zu Fall durchgeführt. Das Goethe-Institut hat 2015 ein Verbindungsbüro in Kinshasa eröffnet.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Die Demokratische Republik Kongo ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
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