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Kongo Demokratische Republik Kongo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2014

Politische Beziehungen

Deutschland hat unmittelbar nach der Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Kongo am 30. Juni 1960 diplomatische Beziehungen hergestellt. Die politischen Beziehungen blieben über lange Zeit konstant und veränderten sich erst im Zuge der weltpolitischen Umwälzungen um 1989/90, als auch im Kongo eine Demokratisierung eingefordert wurde. Seit dem Ende der Kongo-Kriege 2002 und dem Beginn der Übergangsphase (2002-06) hat Deutschland gemeinsam mit seinen europäischen Partnern und der internationalen Gemeinschaft den politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbauprozess maßgeblich unterstützt. 

Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 2006 wurden auch von einem Kontingent der Bundeswehr abgesichert, das mit ca. 800 Soldaten rund die Hälfte der europäischen "EUFOR"-Mission stellte. Auch die Einsatzführung der Mission wurde von Deutschland beigetragen. Der damalige Bundesverteidigungsminister Jung und die damalige Bundesministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit Wieczorek-Zeul besuchten in dieser Zeit das Land mehrfach - ebenso Delegationen von Abgeordneten des Deutschen Bundestags.

Der kongolesische Staatspräsident Joseph Kabila hat Deutschland zweimal besucht (2002, 2004). Der damalige Bundesminister Niebel besuchte die Demokratische Republik Kongo im Januar 2010. Am 24. und 25. Oktober 2012 hat Premierminister Matata Ponyo Mapon in Berlin mit den damaligen Bundesministern Westerwelle und Niebel Gespräche geführt und ein deutsch-kongolesisches Wirtschaftsforum besucht.

Neben den politischen Kontakten auf Bundesebene existieren Verflechtungen auch auf Länder- und kommunaler Ebene sowie in einer Vielfalt von Kontakten, Partnerschaften u.ä. auf nicht-staatlicher Ebene, insbesondere dem humanitären und kirchlichen Bereich.

Entwicklungspolitische Beziehungen

Die Demokratische Republik Kongo ist ein wichtiges Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. In absoluten Zahlen ist das Land in Afrika der bedeutendste Empfänger. Im Rahmen der 2012 in Berlin durchgeführten zweiten Regierungsverhandlungen wurden der DR Kongo rund 105 Millionen Euro zugesagt.

Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind:

  • Management natürlicher Ressourcen (Umwelt/Forst und mineralische Rohstoffe),
  • Wasser/Abwasser
  • Mikrofinanzen.

Darüber hinaus ist die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in den Bereichen Gesundheit/AIDS/sexualisierte Gewalt, Unterstützung benachteiligter Jugendlicher sowie Friedensstabilisierung aktiv. Im Bezug auf letzteres wurde der "Friedensfonds" zum raschen Wiederaufbau des krisengeschüttelten Ostens sowie der Provinz Kinshasa aufgelegt sowie ein Programm zur Reintegration benachteiligter Jugendlicher in den Provinzen Maniema und Süd-Kivu. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat den Gebervorsitz in den Schwerpunkten: Umwelt/ Ressourcenschutz, Wasser/Abwasser und Mikrofinanz inne.

Deutschland leistet in erheblichem Umfang humanitäre- und entwicklungsorientierte Struktur- und Übergangshilfe. Diese Mittel werden vor allem über deutsche Nichtregierungsorganisationen (v.a. kirchliche Organisationen), aber auch über die GIZ (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit)vergeben. Weiterhin werden der Demokratischen Republik Kongo Mittel aus Sonderfazilitäten für Konfliktbearbeitung, Krisenprävention und Friedenskonsolidierung zur Verfügung gestellt. Dabei dient der Zivile Friedensdienst (ZFD) als Instrument zur Konfliktbewältigung im Osten und regionalübergreifend in der Region der Großen Seen.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo sind schwach ausgeprägt.

Die Bundesrepublik führte 2012 Waren (hauptsächlich KfZ, Maschinen, Elektronik) im Wert von 129 Millionen Euro (Rang 109) in die Demokratische Republik aus und im Wert von 79 Millionen Euro (Rang 117; hauptsächlich Kupfer) von dort ein.

Es gibt nur wenige deutsche Firmen in der Demokratischen Republik Kongo. Ein bilateraler Investitionsschutz- und –fördervertrag wurde 1969 abgeschlossen. 

Deutsche Produkte gelten in der Demokratischen Republik Kongo als hochwertig und werden wegen ihrer Qualität und Langlebigkeit geschätzt.

Kulturelle Beziehungen

Im Hochschulsektor vergibt die Bundesrepublik Deutschland Postgraduierten-Stipendien und empfängt kongolesische Wissenschaftler zu Forschungsaufenthalten. Der DAAD fördert in Kinshasa ein Exzellenzzentrum für Mikrofinanzen (Centre Germano-congolaise de la Microfinance), das gemeinsam von der Université Protestante au Congo und der Frankfurt School of Finance and Management betrieben wird. Weitere Initiativen, wie zum Beispiel ein von der Universität Würzburg betreutes Stipendienprogramm, fördern den wissenschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und der Demokratischen Republik Kongo.

Die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sind geprägt durch eine Vielzahl privater Kooperationsprojekte. Hervorzuheben ist dabei die Kooperation zwischen dem WDR-Rundfunkorchester und dem Orchestre Symphonique Kimbanguiste, dem einzigen Symphonieorchester in Subsahara-Afrika. 

Dieser Musikaustausch wird durch das Auswärtige Amt gefördert. Die deutsche Botschaft veranstaltet Konzerte und andere Kulturveranstaltungen.

Im August 2014 sind Jugendorchester aus Kinshasa, Bayern und Nordrhein-Westfalen mit Unterstützung des Freundeskreises Espace Masolo gemeinsam im Garten der Residenz aufgetreten. Bilaterale Förderprogramme im Medien-/Kunstbereich sowie DAAD-Stipendienprogramme werden von Fall zu Fall durchgeführt. Die Einrichtung eines Verbindungsbüros des Goethe-Instituts in Kinshasa ist in Planung.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Die Demokratische Republik Kongo ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.
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