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Plädoyer für Europa: Diskussion mit Gabriel, Macron und Habermas

Philosophie trifft Politik: Am Donnerstag (16.03.) diskutierten Außenminister Gabriel, der französische Präsidentschaftskandidat Macron und der Philosoph Habermas in der Hertie School in Berlin über die Zukunft Europas und der EU. Zuvor hatte Gabriel Macron im Auswärtigen Amt empfangen.

Plädoyer für ein starkes Europa

Alle drei waren sich einig: als Außenminister Sigmar Gabriel, der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron und der Philosoph Jürgen Habermas in der Hertie School in Berlin über die Zukunft Europas diskutierten, sprachen sich alle drei für ein starkes Europa und eine starke Europäische Union aus.

„Wir haben ein halbes Jahrhundert investiert – in ein ungeheuer anspruchsvolles Projekt. Gibt es irgendeinen Grund, dieses Projekt, welches vorwiegend progressive Erfolge brachte, zu beenden?“, fragte Habermas. Auch Macron sprach sich für den entschlossenen Einsatz für die EU aus: „Wenn Sie ein zaghafter Europäer sind, sind Sie ein besiegter Europäer“, so sein Fazit.

Gabriel: Deutschland ist Netto-Gewinner der europäischen Einigung

Gabriel, Macron und Habermas: Plädoyer für Europa

Gabriel, Macron und Habermas: Plädoyer für Europa
© Gaertner/photothek.net

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Gabriel, Macron und Habermas: Plädoyer für Europa

Gabriel, Macron und Habermas: Plädoyer für Europa

Gabriel, Macron und Habermas: Plädoyer für Europa

Alleine könnten selbst große Länder in Europa nicht bestehen: „Deutschland geht es nur gut, wenn es auch Europa gut geht“, fügte Außenminister Gabriel hinzu. Folglich sei Deutschland auch nicht wie oft behauptet Netto-Zahler der europäischen Einigung, sondern vor allem Netto-Gewinner.

Das aktuelle „Aufkommen nationaler Emotionen“, betonte Gabriel, sei das Ergebnis von 30 Jahren EU-kritischer Rhetorik. Dennoch sei klar, dass Reformen in Angriff genommen werden müssen. So müssen beispielsweise die strukturellen und finanziellen Ungleichheiten innerhalb der Eurozone abgebaut werden, ergänzte Habermas.

Macron: Klarer Kurs für Europa

Vor der Diskussion hatte Gabriel Macron im Auswärtigen Amt empfangen – auch dieses Treffen stand ganz im Zeichen Europas. Am Tag zuvor habe es mit der Wahl in den Niederlanden ein „klares Zeichen für Europa“ gegeben, so Gabriel. „Ich bin sicher, das wird sich in Frankreich wiederholen“, setzte er mit Blick auf die französischen Präsidentschaftswahlen in wenigen Wochen fort.

Macron sei ein Kandidat, der „einen klaren und unmissverständlichen Kurs für Europa fährt“. Frankreich brauche einen Präsidenten, der klar europäisch orientiert ist – Deutschland wünsche sich Frankreich nicht nur als Gründungsstaat der EU, sondern vor allem als Partner, mit dem auch in Zukunft neue Impulse für die europäische Integration ausgehen können.

 


Stand 17.03.2017

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