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Kultur- und Bildungspolitik
*VN-Mitgliedschaft unter der Bezeichnung "ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien". Der Staatsname ist zwischen der griechischen und der mazedonischen Regierung umstritten. Es laufen Vermittlungsbemühungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen.
Stand: März 2013
Bildungspolitik
Das mazedonische Bildungswesen ist flächendeckend und mehrstufig ausgebaut, jedoch erkennbar unterfinanziert. Das Schulsystem gliedert sich seit dem Schuljahr 2007/08 in eine neunjährige Grundschul- und eine vierjährige Sekundarschulzeit. Seitdem besteht auch Sekundarschulpflicht. Außerdem wurde Englischunterricht ab Klasse 1 verpflichtend eingeführt. Im Mai 2008 wurde eine Abiturprüfung eingeführt. Die Regierung forciert die Ausstattung von Schulen mit PCs und Computerunterricht.
Es gibt keine deutsche Schule. Zwei Schulen in Skopje bieten englischsprachige Ausbildung und in den USA anerkannte Abschlüsse an. An drei Gymnasien in Skopje werden zwei international anerkannte, standardisierte Deutsch-Sprachprüfungen auf den Niveaus A2/B1 und C1/B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmes (GER) abgenommen. Das Deutsche Sprachdiplom I (DSD I) und das Deutsche Sprachdiplom II (DSD II) der Kultusministerkonferenz kann von Schülern und Schülerinnen als Nachweis deutscher Sprachkenntnisse erworben werden.
An zwölf mazedonischen Grundschulen wird Deutschunterricht ab der 1. Klasse angeboten. Deutsch ist nach Englisch bei Schülern und Eltern die beliebteste Fremdsprache, wird aber bisher seltener unterrichtet als Französisch.
Vier staatliche Universitäten in Skopje, Bitola, Tetovo und Stip sowie fünf Berufs- und Technikschulen bieten ein breites Spektrum von Bildungsmöglichkeiten auf Hochschulebene an. Im Oktober 2001 begann die Südosteuropa-Universität in Tetovo ihren Lehrbetrieb. Ihr Gründungsauftrag ist es, eine Hochschulausbildung in albanischer Sprache zu ermöglichen und einen Beitrag zur interethnischen Verständigung zu leisten. Hinzu kommen verschiedene staatlich akkreditierte Privathochschulen, darunter Filialen auswärtiger Institutionen.
Der DAAD ist mit einer Lektorin und einem Sprachassistenten an der Universität Skopje präsent.
Kultur
Die ejR Mazedonien verfügt über ein reiches architektonisches Erbe, insbesondere aus dem Mittelalter und der osmanischen Zeit und trotz begrenzter öffentlicher Mittel über ein traditionell vielfältiges Kulturleben. Die mittelalterliche Stadt Ohrid gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Kultur und Geschichte werden als wesentliche Teile nationaler Identität begriffen.
Kulturelles Zentrum ist die Hauptstadt Skopje mit Oper und Ballett, Theatern, Konzertsaal, Museen, Nationalbibliothek mit Deutschem Lesesaal und Verlagen. In Bitola existiert ein Nationaltheater. Die mazedonische Regierung sowie die Gemeinde 'Skopje Zentrum' haben im Februar 2010 ein umfassendes Konzept zur Neugestaltung von Skopjes Innenstadt vorgelegt. Unter dem Titel „Skopje 2014“ entstehen Museen, ein Nationaltheater, eine Philharmonie und ein Gebäude für das Verfassungsgericht sowie zahlreiche Statuen und Standbilder. Dieses Bauvorhaben in einem barock-antikisierenden Stil wird in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert.
Zu den bedeutendsten Kulturereignissen gehören die Sommerfestivals in Skopje und Ohrid sowie das Jazzfestival in Skopje. Überregionale Bedeutung kommen etwa dem Festival der klassischen Musik "Interfest" Bitola, dem Kamerafilmfestival "Manaki Brothers" in Bitola und Skopje und dem Young Open Theatre "MOT" zu.
Seit Juli 2007 besteht das Goethe-Institut Verbindungsbüro (GIVB) Skopje, das von einem entsandten Vertreter geleitet wird. Deutsche Kultur, die in zahlreichen Konzerten, Filmvorführungen, Ausstellungen oder Lesungen präsentiert wird, stößt auf reges Publikumsinteresse.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
