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Beziehungen zu Deutschland
Stand: März 2013
Politische Beziehungen
Diplomatische Beziehungen mit Laos bestehen seit 1958; 1975 wurden sowohl Botschaften der Bundesrepublik Deutschland wie der DDR in Vientiane eröffnet. In den Jahren nach der Revolution war Laos für die ehemalige DDR Schwerpunktland der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit, an die die Bundesrepublik Deutschland 1990 erfolgreich angeknüpft hat. Trotz unterschiedlicher politischer Systeme sind die Beziehungen grundsätzlich gut und freundschaftlich.
Am 24. Januar 2013 wurde das 55-jährige Jubiläum der Errichtung diplomatischer Beziehungen gefeiert. Im Februar 2012 stattete der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, und im November 2012 Bundesaußenminster Westerwelle (anläßlich des ASEM-Gipfels)Laos einen offiziellen Besuch ab.
Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Laos ist ein Pilotland deutscher Entwicklungszusammenarbeit, die sich auf zwei Bereiche konzentriert:
- ländliche Entwicklung in den armen Bergregionen des Landes unter besonderer Berücksichtigung des Erhalts der Wälder und
- Unterstützung der Umwandlung der laotischen Wirtschaft von einem planwirtschaftlichen zu einem marktorientierten System, wobei sowohl die makroökonomische Beratung wie die Verbesserung menschlicher Ressourcen (Berufsbildung) als auch die Förderung kleiner bzw. mittlerer Unternehmen von Bedeutung sind. Diese Schwerpunkte wurden seit 2010 durch Klima- und Umweltkomponenten ergänzt.
Für die im Rahmen dieser Schwerpunkte vorgesehenen Vorhaben ist für das laufende Zweijahresprogramm (2012/13) ein finanzielles Gesamtvolumen von 62 Mio. Euro eingeplant. Die Auszahlung von 28,5 Mio. Euro für Vorhaben im Bereich klimarelevantes Umwelt- und Ressourcenmanagement wird dabei an die Verbesserungen der Rahmenbedingungen im laotischen Forstsektor geknüpft. Zusätzlich zur bilateralen Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit fördert die Bundesregierung Maßnahmen verschiedener Organisationen der VN (UNODC, WFP, FAO u.a.) und der EU.
Darüber hinaus hat sich die Bundesrepublik Deutschland seit vielen Jahren bei der Räumung von Bomben, Minen und sonstigen Munitionsresten engagiert, die infolge der heftigen Kämpfe und Bombardements während der Indochinakriege auch heute noch in großer Zahl vorhanden sind. Seit 1996 wurden hierfür über 13 Mio EUR ausgegeben. Des Weiteren unterstützt die Bundesregierung die Regionalorganisation der "Mekong River Commission" (Laos, Thailand, Vietnam, Kambodscha), die ihren Sitz in Vientiane hat, und fördert über deutsche wie internationale Nichtregierungsorganisationen und Kleinstprojekte der Botschaft die Entwicklung des Landes.
Wirtschaftsbeziehungen
Aufgrund der geringen Bevölkerung und der relativ niedrigen Kaufkraft sind die wirtschaftlichen Beziehungen bisher noch wenig ausgeprägt. Über Jahre stagnierte der Handelsaustausch bei circa 40 bis 50 Mio. Euro, stieg aber 2011 auf 65,3 Mio. Euro (Einfuhren rd. 49 Mio. Euro und Ausfuhren rd. 16 Mio. Euro) Damit ist die Bundesrepublik neben Frankreich wichtigster europäischer Handelspartner von Laos. Die Lieferung von vier Airbus A 320 von November 2011 bis März 2013 dürfte die Handelszahlen weiter beflügeln.
Seit 1996 besteht ein Investitionsschutz- und Förderungsabkommen (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 1998 II, S. 1466).
Deutsche bzw. deutsch-laotische Unternehmen gibt es im Bereich der alternativen Energie, im Dienstleistungssektor, der Textilproduktion, im Baugewerbe und im Bergbausektor. Mercedes Benz hat zwei Niederlassungen in Vientiane lizenziert (geschätzte Investitionssumme um die 5 Mio Euro), BMW baut derzeit ein Autohaus. Wichtig als Devisenbringer ist auch der Tourismus (über 20.000 deutsche Touristen jährlich).
Kulturbeziehungen
In Laos gibt es keine deutsche Kultureinrichtung wie das Goethe-Institut.
Deutschland vergibt Lang- und Kurzzeitstipendien an Laoten, die an deutschen Universitäten studieren. Insgesamt gibt es ca. 500 DAAD-Alumni. In der DDR haben mehr als 2.000 Laoten eine handwerkliche oder akademische Ausbildung erhalten.
An der Nationalen Universität von Laos (NUoL) in Vientiane wurde im Jahr 2003 Deutsch als Hauptfach eingeführt (Bachelor-Studiengang mit Spezialisierung auf Tourismus). Die an der Deutschabteilung unterrichtende DAAD-Lektorin bemüht sich in Zusammenarbeit mit ihren laotischen Kollegen und der Botschaft erfolgreich auch um darüber hinaus gehende kulturelle Präsenz. (Studienberatung, Botschaftssprachkurse, öffentliches deutsches Kinoprogramm, Konzerte, Vientianale Filmfestival). Insgesamt sechs Kooperationen deutscher Hochschulen bzw. Anstalten des öffentlichen Rechts mit laotischen Partnern ergänzen den kulturellen Austausch. Hervorzuheben ist der 2006 an der NUoL eingeführte Masterstudiengang „Environmental Engineering and Management“ in Zusammenhang mit der Universität Siegen, der sehr erfolgreich ist.
Im Rahmen des Programms des Auswärtigen Amts zum Erhalt des kulturellen Erbes ärmerer Länder wird seit 1992 ein umfangreiches Vorhaben (ca. 1,5 Mio Euro) zur Erhaltung alter buddhistischer Palmblatthandschriften durchgeführt. Dieses hat im Land sehr positive Resonanz gefunden hat, weil es zu einer anders nicht zu bewerkstelligenden, das ganze Land abdeckenden Erfassung der Hauptquellen laotischer Literatur geführt hat. 2009 wurde eine Vielzahl der erhaltenen Palmblattschriften online gestellt. (http://www.laomanuscripts.net/en/pages/index.html) .
Des Weiteren hat die Bundesrepublik verschiedene Projekte von der Restauration buddhistischer Tempel bis zur Aufzeichnung klassischer laotischer Musik unterstützt. Die Hilfe beim Aufbau eines buddhistischen Museums in Luang Prabang ist eine weitere Aktivität in diesem Sektor.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
