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Vietnam

Wirtschaft

Stand: März 2014

Wirtschaftslage, Wirtschaftsstruktur

Das „vietnamesische Wirtschaftswunder“ begann 1986, als sich das unter den Folgen von Krieg und Zerstörung leidende und dem wirtschaftlichen Kollaps nahe Land wirtschaftlich zu öffnen begann (sog. Doi Moi-Politik) und den Weg zu einer 'sozialistischen Marktwirtschaft' beschritt. In den darauf folgenden zweieinhalb Jahrzehnten hat das Land einen fulminanten wirtschaftlichen Aufschwung mit Wachstumsraten von zumeist 7 bis 8 Prozent erlebt. Von der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 hatte sich Vietnam vergleichsweise schnell erholt. 

Die konjunkturstützenden Maßnahmen haben Vietnam in den Jahren 2010/2011 jedoch eine hohe Inflation - bis über 20 Prozent - und eine Abwertung der eigenen Währung im Verhältnis zum US-Dollar beschert. Seit Februar 2011 hat die Regierung Vietnams erfolgreich einen Kurs der makroökonomischen Stabilisierung eingeleitet und konnte zwischenzeitlich  beachtliche Erfolge erzielen: 2013 belief sich die Inflationsrate nurmehr auf gut 6 Prozent und das Ziel der Staatsbank für 2014, eine Inflationsrate deutlich unter 7 Prozent, erscheint realistisch.

Vor allem die Bauwirtschaft hat unter den Kürzungen staatlicher Investitionen gelitten, während die Investitionen in Industrieprojekte weiter solide wachsen. Vietnam hat 2013 mit Exporten in Höhe in 132,2 Mrd. USD und Importen von 131,3 Mrd. USD zum wiederholten Male einen Außenhandelsüberschuss erzielt. Der Wechselkurs zum USD ist stabil (21.000 Dong). Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2013 um 5,42 Prozent. Auch 2013 haben Auslandsvietnamesen mit Rücküberweisungen in Höhe von rd. 11 Mrd. USD und ausländische Unternehmen mit Investitionen von 23 Mrd. USD, was weit über den Erwartungen lag, zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen.

Vietnam hat 2009 die Grenze von 1000 USD Jahreseinkommen pro Kopf überschritten und ist seitdem ein „Middle Income Country“. 2013 betrug das Bruttoinlandsprodukt 176 Mrd. USD, demnach 1.960 USD pro Kopf. Allerdings ist das Volkseinkommen zwischen Stadt und Land sehr ungleich verteilt. Nach wie vor leben 60 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, erwirtschaften dort aber nur 20 Prozent des Volkseinkommens. Dafür konzentriert sich im Großraum der 10-Millionen-Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt ein Viertel der Wirtschaftskraft der über 90 Millionen Vietnamesen – mit zweistelligen Wachstumsraten. Der Anteil staatseigener Betriebe an der Volkswirtschaft wird weiterhin als zu hoch eingeschätzt.


Außenhandel

Die EUEuropäische Union ist nach der Volksrepublik China zweitwichtigster Handelspartner. Exporte wie Importe sind 2013 gegenüber dem Vorjahr stark gewachsen: die Exporte aus Vietnam von 114,6 Milliarden USD auf 132,2 Milliarden USD, die Importe nach Vietnam von 114,3 Milliarden USD auf 131,3 Milliarden USD. Wichtigste vietnamesische Exportprodukte sind mittlerweile hochwertige Elektronikprodukte, Textilien und Erdöl (51,7 Mrd. USD), gefolgt von Produkten der Leichtindustrie, des Handwerks sowie land- und forstwirtschaftliche Produkte (Reis, Kaffee, Gewürze, Meeresfrüchte).


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Seit Januar 2007 ist Vietnam WTO-Mitglied. Das Land hat sich zu Nichtdiskriminierung, Transparenz (auch bei Staatsunternehmen), Abbau von Handelshemmnissen, Abschaffung bestehender Quoten sowie zum Schutz geistigen Eigentums verpflichtet. Der WTO-Beitritt ist als politisches Signal und als wirtschaftspolitische Weichenstellung zu verstehen, die internationale Einbindung Vietnams wurde hierdurch entscheidend vorangebracht.

Darüber hinaus ist Vietnam Mitglied in allen wichtigen internationalen Wirtschaftsorganisationen, darunter Weltbank, Internationaler Währungsfonds, AFTA (Asia Free Trade Area), APEC (Asia Pacific Economic Conference) und der World Customs Organization (WCO).

Eine aktive Rolle spielt Vietnam innerhalb von ASEAN (Association of South East Asian Nations), in dessen Wirtschaftsraum insgesamt 560 Millionen Einwohner (mehr als EU-27) ein jährliches Bruttoinlandsprodukt von gut 800 Milliarden USD erwirtschaften. Die zehn ASEAN-Mitglieder Vietnam, Laos, Kambodscha, Thailand, Indonesien, Malaysia, Singapur, Philippinen, Brunei und Myanmar haben sich darauf verständigt, die regionale Integration entschlossen voranzutreiben. Bis zum Jahre 2015 soll eine „Asean Economic Community“ entstehen, die das Ziel verfolgt, einen - der Europäischen Union ähnlichen - gemeinsamen Wirtschaftsraum zu schaffen. Vietnam hatte 2010 erfolgreich die rotierende, einjährige ASEAN-Präsidentschaft ausgeübt. Seit Anfang 2013 amtiert der frühere vietnamesische Vizeaußenminister Le Luong Minh als ASEAN-Generalsekretär.

Vietnam und die EU stehen derzeit in Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen. Sein Abschluss wird Ende 2014 erwartet. Weiterhin verhandeln die USA und Vietnam über das Trans Pacific Partnership Abkommen (TPP). Die Verhandlungen sind in einem fortgeschrittenen Stadium und sollen ebenfalls 2014 abgeschlossen werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Ansprechpartner in Auslandsvertretungen

Entwicklungs­zusammenarbeit

Vietnam ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit. Die Entwicklungs­zusammenarbeit konzentriert sich auf die Bereiche nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Umwelt- und Ressourcenschutz sowie das Gesundheitswesen. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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