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Junge Menschen und die Vereinten Nationen

Fast die Hälfte der Weltbevölkerung ist jünger als 24 Jahre, 85 Prozent der jungen Menschen leben in Entwicklungsländern – Zahlen, die zeigen, wie wichtig es für die Vereinten Nationen ist, die Belange von Jugendlichen besonders zu berücksichtigen. 

1995 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen daher das Weltaktionsprogramm für die Jugend (World Program of Action for Youth – WPAY). Dieses im Jahr 2010 aktualisierte Programm definiert Problemfelder, von denen Jugendliche auf der ganzen Welt besonders betroffen sind. Das Programm enthält zudem Handlungsempfehlungen an die Mitgliedstaaten.

Seit Verabschiedung des WPAY wird alle zwei Jahre ein so genannter Weltjugendbericht verfasst, eine Art Bestandsaufnahme über die Fortschritte, die bereits erzielt werden konnten.

Informationen zum Jugendprogramm der Vereinten Nationen finden sich unter:

Dort lässt sich unter anderem das Weltaktionsprogramm sowie der jüngste Weltjugendbericht herunterladen (United Nations World Youth Report 2010).

Die Vereinten Nationen hautnah in New York erleben? Seit 2005 haben jeweils zwei Jugendliche die Möglichkeit, als „Jugenddelegierte“ die deutsche Delegation zur Generalversammlung der Vereinten Nationen nach New York zu begleiten. Dort beobachten sie, gemeinsam mit anderen Jugenddelegierten aus aller Welt, die Arbeit der Generalversammlung und setzen sich für die Belange junger Menschen ein. Seit 2006 haben die Jugendlichen jedes Jahr die Möglichkeit, sich mit einer Rede an die Weltgemeinschaft zu wenden. Sie sind jedoch nicht Teil der deutschen Regierungsdelegation. Sie sind damit nicht an die Regierungsposition gebunden und können sich frei äußern.

Vor ihrer Abreise nach New York unternehmen die Jugendlichen jeweils eine mehrwöchige Tour durch Deutschland. In Gesprächen und Projekten mit anderen Jugendlichen in Schulen und Universitäten, bei Jugendorganisationen und -verbänden sowie freien Trägern informieren sie über die Arbeit der Vereinten Nationen und erarbeiten gemeinsam mit den Jugendlichen, welche Anliegen in New York vorgebracht werden sollen.

Die Jugendfragen werden dann von der Generalversammlung im so genannten Dritten Hauptausschuss (Third Committee) behandelt. Außerdem beschäftigt sich die Sozialentwicklungskommission (SEK), eine funktionale Kommission des Wirtschafts- und Sozialrates der Vereinten Nationen (ECOSOC), mit dem Weltaktionsprogramm für die Jugend. 

Das Projekt „Jugenddelegierte zur Generalversammlung“ wird von der deutschen Gesellschaft für die Vereinte Nationen (DGVN) sowie dem Deutschen Nationalkomitee für Internationale Jugendarbeit (DNK) getragen und vom Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.

Bewerbungen sind jährlich im Herbst für das folgende Jahr möglich unter:

Das Junge UNO-Netzwerk Deutschland (JUNON) ist ein deutschlandweiter Zusammenschluss von mehr als 20 verschiedenen Gruppen junger Menschen, die sich mit den Vereinten Nationen beschäftigen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Forschung und Lehre, Jugendpartizipation bei den Vereinten Nationen und in der bundesweiten Vernetzung von Model-United-Nations-Initiativen (MUN).

Die Zusammenarbeit erfolgt in Arbeitsgruppen, die auf den Delegiertenversammlungen entweder für bestimmte Projekte (zum Beispiel für die Vorbereitung einer bestimmten Veranstaltung) oder aber für längerfristige Ziele (beispielsweise für den Austausch unter den deutschen Model-United-Nations-Gruppen) eingesetzt werden.

Weitere Informationen finden sich auf dem Internetauftritt des Netzwerkes unter:

Model-United-Nations-Konferenzen sind Simulationen, in denen die Sitzungen und Verhandlungsabläufe von VN-Gremien im Wesentlichen nach tatsächlichen Geschäftsordnungen simuliert werden, beispielsweise die des Sicherheitsrates oder der Generalversammlung. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin vertritt die Interessen jeweils eines Mitgliedsstaates. Model-United-Nations-Konferenzen verfolgen das Ziel,  den Teilnehmenden die Herausforderungen vor Augen zu führen, denen Diplomatinnen und Diplomaten in Verhandlungen gegenüberstehen. Sie vermitteln anschaulich, warum es im VN-System oftmals so schwierig ist, zu einem Konsens zu kommen.

In Deutschland nehmen jedes Jahr zahlreiche junge Menschen an lokalen, überregionalen und internationalen Model-UN-Konferenzen teil. Eine der größten Simulationen ist die jährlich in New York stattfindende National Model United Nations Conference (NMUN). Verschiedene Universitäten aus der ganzen Welt schicken Delegation zu NMUN.

Die deutschen Model-United-Nations Initiativen sind bundesweit über das „Junge UNO-Netzwerk Deutschland“ (JUNON) vernetzt.

Weiterführende Informationen:

Fördermöglichkeiten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für Gruppenreisen deutscher Studierender zu Wettbewerbsteilnahmen im Ausland:


Stand 28.06.2011

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