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Niederlande

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Oktober 2014

Bildungspolitik

Das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft (Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschap) verfügt über einen der größten Einzelposten im niederländischen Gesamthaushalt; im Haushaltsjahr 2014 über 34,8 Mrd. Euro), davon entfallen fast 31,6 Mrd. Euro auf den Bildungsbereich, ca. 720 Mio Euro sind für den Kultursektor vorgesehen. Bestimmendes Merkmal des Bildungssystems ist die grundgesetzlich verankerte Bildungsfreiheit einerseits, die zentrale Steuerung durch das zuständige Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur andererseits. Es besteht das Recht, aufgrund religiöser, weltanschaulicher oder pädagogischer Überzeugungen Schulen einzurichten. Dementsprechend ist die Stellung von Schulen mit autonomer Trägerschaft sehr stark. Im Primarbereich sind es rund 67 Prozent der Schulen, im Sekundarbereich rund 59 Prozent der Schulen.

2013 waren insgesamt 688.482 Studenten an Universitäten (248.247) und Fachhochschulen (440.235) eingeschrieben. 2013 kamen ca. 87.000 Studenten aus dem Ausland. Deutsche Studenten stellen die größte Gruppe (25.028) ausländischer Studierender in den Niederlanden, gefolgt von China mit 5.450 Studenten.

Die Studienabschlüsse (Bachelor, Master, PhD) orientieren sich seit 2002 an den im Bologna-Prozess vereinbarten neuen Strukturen für Studiengänge. Die Basisstudiengebühr an staatlichen Hoch- und Fachhochschulen beträgt z.Zt. 1.835 Euro pro Studienjahr.


Wissenschaft und Forschung

Im Wettbewerbsfähigkeits-Index des World Economic Forum belegten die Niederlande 2014-15 weiterhin den 8. Rang (unter 148 Ländern).

2020 sollen 2,5 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden – aktuell betragen die Ausgaben etwa 2 Prozent des BIP. Die niederländische Regierung bewertet das 2,5 Prozent-Ziel als „ehrgeizig angesichts der herrschenden Wirtschaftsstruktur“; gemeint ist damit die starke Stellung von Dienstleistungs- und Finanzsektor in der niederländischen Wirtschaft.


Fremdsprachenunterricht

Englisch ist die dominierende Fremdsprache. Seit den 60er Jahren gab es in den Niederlanden einen Rückgang bei Zweit- und Drittfremdsprachen, vor allem bei Deutsch und Französisch, weil diese nicht mehr verpflichtend zu lernen waren. Ein verstärktes Interesse am Erlernen von Deutsch ist in jüngster Zeit weniger im Schulbereich als eher im Bereich der außerschulischen praxisorientierten Sprachkurse erkennbar. Die Zahl der Germanistikstudenten und der Lehramtsstudenten entwickelt sich allerdings eher rückläufig.

Die Bedeutung der deutschen Sprache ist nicht zuletzt aufgrund der wichtigen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und den Niederlanden groß. Es werden stets Arbeitskräfte mit guten Deutschkenntnissen gesucht. Deutschland und die Niederlande fördern daher im Rahmen ihrer intensiven Zusammenarbeit das Erlernen von Deutsch und die Ausbildung von Deutschlehrern mit einer Vielzahl von Programmen. Dennoch ist die deutsche Sprache in Gefahr, weiter marginalisiert zu werden.


Kulturpolitik

Niederländische Kulturpolitik orientiert sich an den Zielen Exzellenz und Innovation. Ein Teil des Kulturhaushalts fließt unmittelbar an bestimmte Kultureinrichtungen wie das Concertgebouw Orchester in Amsterdam, der andere Teil an insgesamt acht Kulturfonds, die niederländische Kultureinrichtungen und deren Aktivitäten unterstützen.


Kulturelles Leben

Das kulturelle Leben in den Niederlanden wird einerseits geprägt durch traditionelle Einrichtungen bildender und angewandter Kunst, andererseits durch die moderne Szene der Randstad und Migrantenkulturen. Die Niederlande haben auf dem Gebiet von Kunst und Kultur viel zu bieten: Weltberühmte Museen, ein breites Musikspektrum, ein reges Theaterleben mit viel Raum für Experimente und neuen Stilrichtungen sowie zahlreiche internationale Festivals.

Mit fast 1.000 Museen haben die Niederlande die größte Museumsdichte der Welt. Es gibt eine Vielzahl international bekannter Museen und Sammlungen (Rijksmuseum, Stedelijk Museum, Van Gogh-Museum und Rembrandt-Haus in Amsterdam, Gemeentemuseum und Mauritshuis in Den Haag, Museum Boymans-van-Beuningen in Rotterdam, Kröller-Müller-Museum in Otterlo, Cobra-Museum in Amstelveen, Bonnefantenmuseum in Maastricht). Groß angelegte thematische Veranstaltungen und Festivals ziehen viele ausländische Besucher an.

Starkes, auch für Deutschland interessantes kulturelles Potential gibt es insbesondere in den Bereichen Architektur (progressive Architektenszene um Rem Koolhaas, Jo Coenen, Piet de Bruyn, Aldo van Eyck), Design (Niederländisches Designinstitut in Amsterdam), Tanz (Nederlands Dans Theater) und vor allem Literatur. Hier sind zu nennen Cees Noteboom, Harry Mulisch (gest. 2010), Tessa de Loo, Margriet de Moor, Marten t'Hart u.v.a.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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