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Ghana

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2016

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Ghana sind freundschaftlich und umfassend und haben seit Beginn der Demokratisierung von 1992 eine besondere Qualität erreicht. Gemessen an demokratischen Grundsätzen, guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Wahrung der Menschenrechte und innerer Stabilität steht Ghana im regionalen Vergleich gut da. Die offiziellen Besuche von Außenministerin Tetteh in Berlin im Oktober 2014 und Staatspräsident Mahama im Januar 2015, die Teilnahme des Staatspräsidenten am Subsahara Wirtschaftsgipfel der deutschen Wirtschaft und des Afrika-OECD-Gipfels im September 2015 in Berlin sowie der gemeinsame Besuch von Bundesgesundheitsminister Gröhe und Bundesentwicklungsminister Müller in Accra im April 2015 zeugen von der Intensivierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern. Gemeinsame Ziele sind derzeit die Unterstützung der Friedenspolitik in Westafrika, insbesondere angesichts der terroristischen Bedrohung durch Boko Haram, und der Wiederaufbau des Gesundheitssystems in den von Ebola am meisten betroffenen Ländern (gemeinsame Initiative von Bundeskanzlerin Merkel, Präsident Mahama und der norwegischen Ministerpräsidentin).

Deutschland ist in Ghana in großer Bandbreite vertreten:
Von den politischen Stiftungen unterhalten die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung vor Ort eigene Büros.

Seit 2011 ist die Deutsche Wirtschaft mit einem Delegiertenbüro in Accra präsent. Auch Germany Trade and Invest (gtai) ist seit Anfang 2014 mit einem Korrespondenten vertreten.

Die Kulturmittler – wie das Goethe-Institut, aber auch Institutionen wie die German-Swiss International School GSIS und der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD – fördern den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch der beiden Länder.

Ghana ist ein Schwerpunktland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1983 mit einem Büro in Accra vertreten, auch die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft haben Büros in Accra. Darüber hinaus sind die Deutsche Welle Akademie sowie die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation im Rahmen der EZ in Ghana vertreten.

Die Kirchen (darunter Misereor und der Evangelische Entwicklungsdienst) sind zum Beispiel in den Bereichen ländliche Entwicklung und Berufsbildung aktiv.

Die Bundeswehr arbeitet mit den ghanaischen Streitkräften zusammen. Zur Friedenssicherung und Krisenprävention engagiert Deutschland sich für die Bildung und Stabilisierung regionaler Sicherheitsstrukturen, beispielsweise über das Angebot des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre, das 2004 mit einem maßgeblichen Beitrag Deutschlands ins Leben gerufen wurde. Deutschland unterstützt das Zentrum bei der Ausbildung von Soldaten für friedenserhaltende Missionen der Vereinten Nationen (VN) und der Afrikanischen Union (AU) sowie von Polizisten und Zivilpersonal in Postkonflikt-Situationen. Darüber hinaus unterstützt Deutschland durch eine Bundeswehrberatergruppe Ghana beim Aufbau eines Pionierregiments als Teil der vorgesehenen Eingreiftruppe von Afrikanischer Union und der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (ECOWAS).

Wirtschaftliche Beziehungen

Ghana ist in Subsahara-Afrika Deutschlands drittgrößter Handelspartner nach Südafrika und Nigeria, allerdings mit großem Abstand zu den beiden Erstgenannten. Das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland ist von 470 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 536 Millionen im Jahr 2015 angestiegen. Sowohl die deutschen Exporte nach Ghana (2014: 265,5 Millionen Euro, 2015: 266 Millionen Euro) als auch die Importe aus Ghana (2014: 205 Millionen Euro, 2015: 270 Millionen) haben zugenommen.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), die seit 2008 mit einem eigenen Büro in Ghana vertreten ist, bietet insbesondere auch klein- und mittelständischen Unternehmen ihre Unterstützung an.

Die Zukunft der Wirtschaftsbeziehungen wird insbesondere von den Bereichen Erneuerbare Energien, Wertstoff- und Abwassermanagement und nachhaltige Entwicklung geprägt sein. Die von der Delegation der deutschen Wirtschaft in Ghana organisierte "West African Clean Energy and Environment Exhibition and Trade Fair" (WACEE) hat sich nicht nur als bedeutendste Umwelt- und Energiemesse, sondern als größte (und internationalste) Wirtschaftsmesse in ganz Westafrika etabliert. Bei der vierten Messe im November 2015 war auch das Bundesministerium für Wirtschaft mit einem Pavillon für 12 deutsche Firmen unter der Dachmarke "Made in Germany" vertreten.

Die Forschungsinitiative "West African Science Services Centre for Climate Change and Adapted Land Use" (WASCAL) wurde 2012 von zehn westafrikanischen Staaten (Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Togo) und Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Vernetzung im Bereich der Klimaforschung  und die Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Westafrika zu stärken. WASCAL wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gemeinsam mit westafrikanischen und deutschen Partnern umgesetzt. Die Koordination des Projektes liegt beim Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

Entwicklungszusammenarbeit

Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sind:

  • Governance (Beratung bei Politikgestaltung und Implementierung auf dezentraler Ebene, Finanzierung der lokalen Ebene, Beratung zu gutem öffentlichen Finanzmanagement)
  • Landwirtschaft (Beratung bei Politikgestaltung, Produktion und Vermarktung, ländlicher Finanzierung)
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (insbesondere Finanzsystementwicklung und Berufsbildung).

Im Rahmen der Regierungsverhandlungen (Juni 2015) wurde zudem vereinbart, die Zusammenarbeit auf den Bereich Abfallmanagement, insbesondere auf das Recycling von Elektroschrott auszudehnen. Im Dezember 2015 hat Deutschland diesem Bereich 5 Millionen Euro für ein Programm im Rahmen der technischen Zusammenarbeit zugesagt. Außerdem arbeitet Deutschland eng mit der ghanaischen Regierung im Bereich erneuerbare Energien zusammen.

Das Gesamtvolumen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana beläuft sich seit 1961 bis 2015 auf 1,37 Milliarden Euro. 2015 sagte Deutschland für die folgenden drei Jahre zusätzliche rund 100 Millionen Euro zu. An der programmatischen Umsetzung sind neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) auch andere Ressorts (wie das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Umwelt, das Bundesministerium der Verteidigung) sowie das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn beteiligt. Daneben gibt es auch direkte Förderung von Nichtregierungsorganisationen sowie Unterstützung für eine Reihe regionaler Vorhaben in den Bereichen Landwirtschaft, Klima, Energie und Gesundheit. Zusätzlich ist Deutschland an den Programmen der Europäischen Union in Ghana beteiligt sowie als wichtiges Mitglied unterstützend in diversen internationalen Organisationen (unter anderem Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Afrikanische Entwicklungsbank, Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung) für Ghana aktiv.

Zu den Experten in Projekten und Programmen der Finanziellen Zusammenarbeit (Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW) und der Technischen Zusammenarbeit (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ) gehören auch sogenannte "Integrierte Fachkräfte" im Rahmen des CIM-Programms (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) sowie Entwicklungshelferinnen und -helfer in Ghana.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Ghana und Deutschland sind breit und vielseitig. Seit über 50 Jahren ist ein Goethe-Institut in Accra mit Sprachunterricht, Sprachprüfungen und einem breit gefächerten Kulturprogramm aktiv.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst unterstützt von seiner Niederlassung in Accra aus den Studenten- und Wissenschaftsaustausch und wirbt für den Hochschulstandort Deutschland. Derzeit bestehen 22 bilaterale Hochschulkooperationen zwischen Ghana und Deutschland.

Die ehemals schweizerische "German-Swiss International School" (GSIS) in Accra ist seit dem Schuljahr 2012/2013 eine Auslandsschule unter alleiniger Förderung der Bundesregierung. Im Rahmen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts werden außerdem die "Accra Academy" und die "Wesley Girls Secondary High School" in Accra sowie die "Opoku Ware School" in Kumasi in ihren Bemühungen um die Förderung der deutschen Sprache unterstützt.

Im Rahmen der Internationalen Sportförderung des Auswärtigen Amts und durch die Vermittlung der Botschaft nehmen ghanaische Trainer und Sportlehrer regelmäßig an Kursen des Deutschen Leichtathletik-Verbands des Deutschen Fußballbunds sowie der Sport-Universität Leipzig für verschiedene Sportarten teil. Der Sportunterricht an ghanaischen  Schulen wird von der Botschaft im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch die Übergabe von Sportausrüstungen gefördert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Vorsicht vor Internetbetrügern!

Der Internet- oder Vorauszahlungbetrug ist ein kriminelles Geschäftsmodell, das in letzten Jahren vermehrt auch von Ghana aus betrieben wird. Die Täter versenden Emails und suchen Internetbekanntschaften, die unter allerlei wirtschaftlichen oder humanitären Vorwänden aber auch durch das Vorgaukeln von Gefühlen finanziell ausgenommen werden sollen ...  

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