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Ghana

Beziehungen zu Deutschland

Stand: November 2014

Politische Beziehungen

Seit der Unabhängigkeit Ghanas sind die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Ghana sind freundschaftlich und umfassend.  seit Beginn der Demokratisierung auf Basis der ghanaischen Verfassung von 1992 haben die deutsch-ghanaischen Beziehungen eine besondere Qualität unter wechselnden ghanaischen Regierungen erhalten. Gemessen an demokratischen Grundsätzen, guter Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit, Wahrung der Menschenrechte und innerer Stabilität ist Ghana nicht nur für Deutschland ein Modellland in Afrika. Die ghanaische  Außenministerin Tetteh besuchte Berlin im Oktober 2014. Für Januar 2015 ist ein offizieller Besuch von Staatspräsident Mahama in Deutschland geplant.

Deutschland ist in Ghana mit vielen Organisationen vertreten:

Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Hanns-Seidel-Stiftung vor Ort mit eigenen Büros vertreten.

Seit 2011 unterhält die Deutsche Auslandshandelskammer ein Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Accra. Auch Germany Trade and Invest (gtai) ist seit Anfang 2014 mit einem Korrespondenten vertreten.

Die Kulturmittler – wie das Goethe-Institut, aber auch Institutionen wie die German-Swiss International School und der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD – fördern den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch der beiden Länder.

Ghana ist ein Partnerland der deutschen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist seit 1983 mit einem Büro in Accra vertreten.

Die Kirchen (darunter Misereor und der Evangelische Entwicklungsdienst) sind zum Beispiel in den Bereichen ländliche Entwicklung und Berufsbildung aktiv.

Die Bundeswehr arbeitet mit den Ghana Armed Forces zusammen. Zur Friedenssicherung und Krisenprävention engagiert Deutschland  sich für die Bildung und Stabilisierung regionaler Sicherheitsstrukturen, beispielsweise über das Angebot des Kofi Annan International Peacekeeping Training Center, das vor zehn Jahren mit deutscher  Unterstützung ins Leben gerufen wurde.  Deutschland unterstützt das Zentrum bei der Ausbildung von Soldaten für friedenserhaltende Missionen der Vereinten Nationen (VN) und der Afrikanischen Union (AU). Darüber hinaus unterstützt Deutschland Ghana beim Aufbau eines Pionierregiments als Teil der vorgesehenen AU/ECOWAS-Eingreiftruppe.

Zwischen den Städten Bonn und Cape Coast sowie zwischen Mönchengladbach und Offinso bestehen Städtepartnerschaften.

Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Ghana befinden sich in den letzten Jahren im Aufwärtstrend. Mit der steigenden Nachfrage nach deutscher Technologie für die sich diversifizierende ghanaische Wirtschaft haben sie gerade in letzter Zeit an Substanz gewonnen.

Ghana ist in Subsahara-Afrika Deutschlands drittgrößter Handelspartner nach Südafrika und Nigeria, allerdings mit großem Abstand zu den beiden Erstgenannten. Nachdem das bilaterale Handelsvolumen mit Deutschland im Jahr 2012 um deutliche 56 Prozent auf 648 Millionen Euro gestiegen war (+132 Prozent der ghanaischen Exporte; +19 Prozent der deutschen Exporte), schwächte sich der Zuwachs 2013 (Handelsvolumen 2013 670 Millionen Euro) ab; vor allem die deutschen Exporte nach Ghana (2013: 317 Millionen Euro) scheinen weitgehend zu stagnieren.

Seit 2011 gibt es das Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft. In einer Bürogemeinschaft mit der Delegation ist auch Germany Trade and Invest (gtai) seit Anfang 2014 mit einem Korrespondenten vertreten. Außerdem macht die German-Ghanaian Economic Association (GGEA) seit Jahren gute und engagierte Arbeit für Unternehmen, die in Ghana aktiv sind oder Fuß fassen wollen.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), die seit 2008 mit einem eigenen Büro in Ghana vertreten ist, bietet insbesondere auch klein- und mittelständischen Unternehmen ihre Unterstützung an.

Die Zukunft der Wirtschaftsbeziehungen wird  insbesondere von den Bereichen Erneuerbare Energien, Wertstoff- und Abwassermanagement und nachhaltige Entwicklung geprägt sein. Die von der Delegation der deutschen Wirtschaft in Ghana organisierte "West African Clean Energy and Environment Exhibition and Trade Fair " (WACEE) hat sich nicht nur als bedeutendste Umwelt- und Energiemesse, sondern als größte (und internationalste) Wirtschaftsmesse in ganz Ghana überhaupt etabliert.

Die Forschungsinitiative "West African Science Services Centre for Climate Change and Adapted Land Use" (WASCAL) wurde 2012 von zehn westafrikanischen Staaten (Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Gambia, Ghana, Mali, Niger, Nigeria, Senegal, Togo) und Deutschland gegründet, um die wissenschaftliche Vernetzung im Bereich der Klimaforschung  und die Anpassung an den Klimawandel und nachhaltige Landnutzung in Westafrika zu stärken. WASCAL wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gemeinsam mit westafrikanischen und deutschen Partnern umgesetzt. Die Koordination des Projektes liegt beim Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

Entwicklungszusammenarbeit

Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sind:

  • Dezentralisierung (Beratung bei Politikgestaltung und Implementierung auf dezentraler Ebene, Finanzierung der lokalen Ebene)
  • Landwirtschaft (Beratung bei Politikgestaltung, Produktion und Vermarktung, ländlicher Finanzierung)
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung (insbesondere Finanzsystementwicklung und Berufsbildung)

Zudem gehört Deutschland zu einer Gruppe von neun Gebern, die gemeinsam Budgethilfe leisten und diese im Rahmen einer Arbeitsgruppe steuern. Dies ist begleitet von einem Programm zum guten öffentlichen Finanzmanagement. Außerdem arbeitet Deutschland eng mit der ghanaischen Regierung im Bereich erneuerbare Energien zusammen.

Das Gesamtvolumen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana beläuft sich seit 1961 auf 1,37 Milliarden Euro. 2012 sagte Deutschland Ghana für die kommenden drei Jahre weitere rund 160 Millionen Euro zu. An der programmatischen Umsetzung sind neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) auch andere Ministerien(wie das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundesministerium für Umwelt, das Bundesministerium der Verteidigung) sowie das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn beteiligt. Daneben gibt es auch direkte Förderung von Nichtregierungsorganisationen sowie Unterstützung für eine Reihe regionaler Vorhaben in den Bereichen Landwirtschaft, Klima, Energie und Gesundheit (beispielsweise für das bereits erwähnte WASCAL-Zentrum). Zusätzlich ist Deutschland umfänglich an den Programmen der Europäischen Kommission in Ghana beteiligt sowie als wichtiges Mitglied unterstützend in diversen internationalen Organisationen (unter anderem Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Afrikanische Entwicklungsbank, Internationaler Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung) für Ghana aktiv.

Der entwicklungspolitische Dialog mit Ghana erfolgt in einem stark geberharmonisierten Kontext. Vor dem Hintergrund der Paris-Erklärung ("Paris-Deklaration über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit") und den nachfolgenden sogenannten "Harmonisierungskonferenzen" (zuletzt 2011 in Busan) bestehen etablierte Koordinationsstrukturen. Abgeleitet aus der nationalen Armutsbekämpfungsstrategie GPRS II ("Growth and Poverty Reduction Strategy II") haben sich 2012 14 vor Ort vertretenen Geber in dem sogenannten "Compact" ("Leveraging Partnership for Shared Growth and Development 2012-2022") auf eine gemeinsame Analyse der Entwicklungsherausforderungen des Landes, Schlüsselsektoren und Hautansatzpunkte sowie die Art und Weise, wie die Gebergemeinschaft Ghana bei der Erreichung seiner Ziele unterstützen will, verständigt. Koordination und Sektordialog erfolgen überwiegend in fachlichen Sektorgruppen.

Zu den Experten in Projekten und Programmen der Finanziellen Zusammenarbeit (Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW) und der Technischen Zusammenarbeit (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ) gehören auch neun sogenannte "Integrierte Fachkräfte" im Rahmen des CIM-Programms (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) sowie 24 Entwicklungshelferinnen und -helfer in Ghana.

Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Ghana und Deutschland sind breit und vielseitig. Seit über 50 Jahren ist ein Goethe-Institut in Accra mit Sprachunterricht, Sprachprüfungen und einem breit gefächerten Kulturprogramm aktiv.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst  (DAAD) unterhält eine Niederlassung Accra. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DAAD unterstützen den Studenten- und Wissenschaftsaustausch und werben  für den Hochschulstandort Deutschland. Derzeit bestehen 22 bilaterale Hochschulkooperationen zwischen Ghana und Deutschland.

Die ehemals schweizerische "German-Swiss International School" (GSIS) in Accra ist seit dem Schuljahr 2012/2013 eine Auslandsschule unter alleiniger Förderung der Bundesregierung. Im Rahmen der Partnerschulinitiative des Auswärtigen Amts werden außerdem die "Accra Academy" und die "Wesley Girls Secondary High School" in Accra sowie die "Opoku Ware School" in Kumasi in ihren Bemühungen um die deutsche Spracharbeit unterstützt

Neben der Koordinierung der Kulturmittlerorganisationen führt die deutsche Botschaft Maßnahmen zum Kulturerhalt und verschiedene Projektförderungen durch.

Fußball ist außerordentlich populär in Ghana. Viele ghanaische Fußballspieler spielen bei deutschen Vereinen. Bei der Fußball-WM 2006 in Deutschland führte  das gute Abschneiden der "Black Stars" als bestes afrikanisches Team in beiden Ländern zu sehr viel Enthusiasmus und Sympathie füreinander. Dass bei der WM 2014 in Brasilien die ghanaische Nationalmannschaft das einzige Team war, gegen das die deutsche Mannschaft nicht gewinnen konnte, hat die gegenseitige Achtung und Freundschaft noch verstärkt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Ghana ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nähere Informationen hierzu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Vorsicht vor Internetbetrügern!

Der Internet- oder Vorauszahlungbetrug ist ein kriminelles Geschäftsmodell, das in letzten Jahren vermehrt auch von Ghana aus betrieben wird. Die Täter versenden Emails und suchen Internetbekanntschaften, die unter allerlei wirtschaftlichen oder humanitären Vorwänden aber auch durch das Vorgaukeln von Gefühlen finanziell ausgenommen werden sollen ...  

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