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Kultur- und Bildungspolitik
Stand: März 2013
Kulturpolitik
Dänemark hat in seiner Geschichte einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Kultur geliefert. Schriftsteller wie die Brüder Ernst, Edvard und Georg Brandes, Ludvig Holberg, Hans Christian Andersen und Karen Blixen, der Philosoph Søren Kierkegaard, die Maler Peter Severin Krøyer, Asger Jørn, Per Kirkeby, Anna und Michael Ancher, die Designer und Architekten Arne Jacobsen, Poul Henningsen, Jørn Oberg Utzon und Olafur Eliasson sowie die Komponisten Carl Nielsen und Michael Bojesen (Musik) stehen beispielhaft für die Kulturnation Dänemark. Das Land betreibt eine engagierte staatliche Kulturpolitik. Auf Regierungsebene wird diese zentral durch das Kulturministerium wahrgenommen. Der dänische Staat fördert das vielseitige Kulturleben durch die im Kulturministerium angesiedelte Kunstbehörde. Dazu gehört auch die Förderung dänischer Künstler im Ausland: über 300 dänische Künstler leben allein in Berlin.
Darüberhinaus wird das dänische Kulturleben vor allem durch private Initiativen und Aktivitäten gestaltet. Diese privaten Kulturträger, die oftmals von großen Stiftungen wirtschaftlich unterstützt werden (z.B. Stiftung der Carlsberg-Brauerei), kommen über Vergünstigungen im dänischen Steuersystem ebenfalls in den Genuss (indirekter) staatlicher Förderung.
Dänemark verfügt über eine hervorragenden Ruf im Kulturbereich. Museen wie die Ny Carlsberg Glyptothek oder das Louisiana Museum für Moderne Kunst haben ebenso internationale Bekanntheit erlangt wie auch das Opernhaus der Stadt Kopenhagen. Architektonisch hervorzuheben sind außerdem die Königliche Bibliothek („Schwarzer Diamant“) sowie das Königliche Schauspielhaus. 2008 wurde das neue Konzerthaus des Dänischen Rundfunks eingeweiht. Aber auch außerhalb der Hauptstadt findet sich ein breites Angebot an Museen, Theatern und musikalischen Angeboten. Alljährlich werden in Dänemark eine Vielzahl von Film- und Musikfestivals veranstaltet. Zu den bekanntesten dieser Veranstaltungen gehören das Copenhagen Jazz Festival, das Roskilde Musikfestival sowie die Aarhuser Festwoche, die jedes Jahr im Sommer stattfinden.
Bildungspolitik
Dänemark bemüht sich intensiv um eine Modernisierung des Bildungssystems, insbesondere die Förderung der Fachlichkeit im Schulunterricht. Die Pisa-Studien ergaben für Dänemark ein schwächeres Gesamtbild als in den skandinavischen Nachbarländern und auch international liegt Dänemark im Mittelfeld. Das dänische Schulsystem sieht traditionell eine ungegliederte neun- oder zehnjährige Volksschule und eine daran anschließende dreijährige gymnasiale Oberstufe vor. Finanziell, organisatorisch und dienstrechtlich liegt die Verantwortung für das Schulwesen in Dänemark bei den Kommunen.
Ein Schwerpunkt wird auf die Verbesserung des Kenntnisstands in Mathematik und in der dänischen Sprache gelegt. Mit der Reform der Gymnasien 2005 wurde eine Anhebung des fachlichen Niveaus, eine konsequentere Schul- und Studienberatung sowie eine bessere Vorbereitung der Schüler auf die Universität angestrebt. Auch hier wird ein Schwerpunkt auf die Vermittlung der Naturwissenschaften gelegt. Nachbesserungen der Reform sollen sich insbesondere positiv auf die Lehrer- und Fremdsprachenausbildung auswirken.
Dänemark strebt an, dass 2015 mindestens die Hälfte eines Jahrgangs eine weiterführende Ausbildung im tertiären Bildungssektor aufnimmt, wobei hierzu sowohl „kurze“ dreijährige Fachhochschulausbildungen wie auch „lange“ akademische Universitätsstudiengänge gezählt werden.
In mehreren Reformen seit 2003 erhielten die Universitäten unter anderem stärkere Eigenverantwortung durch finanzielle Anreize, gleichzeitig wurden die Führungsgremien der Universitäten gestrafft und professionalisiert.
Durch Fusionen von Hochschulen mit staatlichen Forschungsinstituten sollen international wettbewerbsfähigere Einheiten geschaffen werden. Dänemark verfügt nun über acht Universitäten und Handelshochschulen sowie 12 Professionshochschulen (University Colleges) und Ingenieurhochschulen.
2012 hat Dänemark 1,04 Prozent des BNP für öffentlich finanzierte Forschungsprojekte ausgegeben. Der Förderung der Forschung in den Bereichen Bio-, Nano-, Informations- und Kommunikationstechnologie gilt weiterhin ein erhöhtes Augenmerk. Dänemark bemüht sich intensiv um eine internationale Ausrichtung seines Landes als Wissenschafts- und Hochschulstandort.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
