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Globaler Schutz vor Krankheiten

Millionen Menschen sterben jährlich an ansteckenden Krankheiten, vor allem in ärmeren Staaten. Zu den weltweit am weitesten verbreiteten Infektionskrankheiten zählen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Schwerwiegende Infek­tions­krank­heiten haben das Potenzial, die wirtschaftlichen Entwick­lungs­chan­cen so­wie die soziale und politische Stabilität von ganzen Regio­nen zu ge­fähr­den. Eines der Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) der Vereinten Nationen ist daher, die Ausbrei­tung der weit verbreiteten Infektionskrankheiten zu stoppen: Bis 2015 sollen HIV/AIDS, Malaria und andere ge­fähr­liche Infek­tions­krankheiten eingedämmt werden. Die erheblichen Anstrengungen der Staatengemeinschaft zeigen Erfolg: Der Bedarf an Malaria-Prävention und -Behandlung wird zuneh­mend ge­deckt, die Zahl der Tuberkulose-Neuerkrankungen konnte seit 2004 gesenkt werden. Die Zahl der mit HIV infizierten Menschen, die eine Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten erhalten, konnte in den letzten Jahren vervielfacht werden. Die Bemühungen dürfen jedoch nicht nachlassen. Deutschland unterstützt deshalb auch in Zukunft die Aktivitäten der internationalen Akteure und Initiativen und engagiert sich in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit.

Im Rahmen der Vereinten Nationen (VN) koordiniert das Gemeinsame VN-Programm zu HIV/AIDS (UNAIDS) die Aktivitäten der verschiedenen VN-Programme und Sonderorganisa­tio­nen gegen die Immunschwäche-Krankheit. Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) wurde 2002 als zusätzliches Finanzierungsinstrument für Gesundheitsprogramme gegründet, die von nationalen Trä­gern in eigener Verantwortung durchgeführt werden.

Auf Initiative und vorrangig mit Finanzmitteln der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung wurde im Jahr 2000 die Globale Allianz für Impfungen und Immunisierung (GAVI) gegründet. Ziel der Allianz ist es, ärmere Staaten darin zu unterstützen, nationale Im­pf­programme zu verbessern, neue Impf­stoffe einzuführen und flächendeckende Impfungen ge­gen vermeidbare Krankheiten zu ermögli­chen. Die Weltgesundheitsversammlung der WHO hatte sich 1988 die Bekämpfung der Kinderlähmung zum Ziel gesetzt und hierfür die Glo­bale Initiative zur Ausrottung von Polio (GPEI) eingerichtet.

Internationale Pandemie-Eindämmung

Von einer Pandemie sprechen Experten bei einer länder- und kontinentübergreifenden Ausbreitung einer Infektions-krankheit. Diese rasche Verbreitung wird besonders durch den intensiven Handel und Verkehr in einer globalisierten Welt begün­stigt. Pandemien können weitreichende Folgen für die öffentliche Gesundheit haben und gleichzeitig das sozioökonomische Leben eines Landes nachhaltig beinträchtigen.

Im Rahmen der Pandemievorsorge spielt die nationale und internationale Krankheitsüberwachung eine entscheidende Rolle. Meldesysteme zielen in Europa und weltweit auf eine verbesserte globale Zusammenarbeit und schützen damit vor der Ausbreitung einer neuen Pandemie. Informationen zu übertragbaren Krankheiten werden über durch die WHO koordinierte Netzwerke ausgetauscht. Nationales Referenzlabor für Influenza ist in Deutschland das Robert-Koch-Institut in Berlin.

Stärkung von Gesundheitssystemen

Malariapatienten in einer mobilen Klinik der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik

Malariapatienten in einer mobilen Klinik der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik
© picture alliance / dpa

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Malariapatienten in einer mobilen Klinik der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik

Malariapatienten in einer mobilen Klinik der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik

Malariapatienten in einer mobilen Klinik der Ärzte ohne Grenzen (MSF) in der Zentralafrikanischen Republik

Das Erreichen eines bestmöglichen Gesundheitszustands ist ein zentrales Menschenrecht und wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung. Dabei spielen leistungsfähige Gesundheitssysteme eine essenzielle Rolle. Vor diesem Hinter­grund hat sich die Weltgesundheitsversammlung 2009 zum Ziel gesetzt, Gesundheits­syste­me auf der Basis der primären Gesundheitsversorgung zu stärken. Darauf aufbauend hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen 2012 alle Staaten aufgefordert, eine universelle Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage) zu erreichen.

Die Bundesregierung berät im Rahmen der bilate­ra­len Entwicklungszusammenarbeit Partnerregierungen dabei, ihre Gesundheitssysteme zu reformieren und auszubauen. Aufgrund seiner Tradition in den Bereichen Sozialversicherungs- und Umvertei­lungs­systeme kann Deutsch­land besonders auch beim Aufbau von sozialen Sicherungssystemen beraten. In ca. 30 Entwicklungs- und Schwellenländern hilft Deutschland bei der Ein­führung sozialer oder gemeindebasierter Krankenversicherungssysteme. In Heiligendamm hat Deutsch­land 2007 gemeinsam mit Frank­reich sowie WHO und ILO die Initiative „Providing for Health (P4H)“ in den G8-Prozess eingebracht. Die Initiative will so­ziale Siche­rungs­kon­zepte in be­stehen­den Gesundheitsprogrammen ärmerer Staaten verankern. Individu­el­le Direkt­zah­lungen sollen im Krankheitsfalle reduziert werden und Gesundheits­lei­stun­gen für är­mere Bevöl­ke­rungs­gruppen zu­gänglich werden.

Die G8 und die internationale Gemeinschaft insgesamt haben sich im Jahr 2010 zu neuen Initiativen verpflichtet, mit dem Ziel, ihre Anstrengungen zur Erreichung der Millenniumentwicklungsziele 4 (Kindergesundheit) und 5 (Müttergesundheit) zu verstärken. Die Bundesregierung stellt hierfür bis 2015 zusätzlich 400 Mio. € bereit.

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Stand 03.08.2013